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Review: Inglorious Basterds
Es ist ja beinahe etwas müßig einen Review über einen Film zu schreiben, den inzwischen schon jeder gesehen hat. Dennoch will ich ein paar Worte über Tarantinos neustes Werk verlieren, nachdem sich der Eindruck bei mir gesetzt hat.
Mein kurzer Eindruck: Tarantino hat schon deutlich bessere Filme gedreht.
Der lange Eindruck:
Ich tendiere dazu Filme für mich recht binär zu werten. Entweder ich denke irgendwann während des Films „Also langsam könnte er ja mal rum sein“ - dann hat mich der Film nicht gut unterhalten – oder ich denke am Ende des Filmes „Was? Schon rum?“ - dann wurde ich gut unterhalten. Thema, Machart, 'Ernsthaftigkeit' .. alles ist erst einmal nebensächlich. Hauptsache ich habe das Erlebnis genossen und dann kann eine Comicverfilmung schon mal besser auf meiner inneren Skala abschneiden als ein Film, der sich mit einem ernsten Thema beschäftigt.
Normalerweise fühle ich mich von Tarantino gut unterhalten, obwohl ich kein Freund unnötiger Gewaltdarstellungen bin. Bei Tarantino kaufe ich sie mit, denn wo Tarantino draufsteht, ist eben auch Schock drin. Aber seine Filme sind normal trotzdem gut und hin und wieder ist die Gewalt tatsächlich stilistisch sinnvoll.
Auch in „Inglorious Basterds“ bekommt man unnötige Gewaltdarstellungen zu sehen, aber leider sind sie an manchen Stellen noch unnötiger als üblich. Doch das war es nicht, was mir den Film beinahe verdorben hat, sondern Tarantinos unglückliche Hand bei der Auswahl der Darsteller.
Als ich als Teenager eine Weile einer kleinen Latein-Formation angehörte, lernte ich, dass man Tanzgruppen besser aus 'durchschnittlichen' Tänzern zusammenstellt, anstatt ein steiles Leistungsgefälle innerhalb der Gruppe in Kauf zu nehmen. Gute Filme dürfen zwar mit Stars aufwarten, aber wird ein Teil der Schauspieler vom Rest an die Wand gespielt, verliert der Film für den Zuschauer, denn der Qualitätsunterschied fällt störend ins Auge. Als würde im Autohaus ein hochglanzpolierter Porsche neben einer rostzerfressenen, staubigen Ente stehen.
Der 'Star' ist ohne Frage Brad Pitt. Der so lust- und farblos wirkt, als sei ihm klargeworden das Tarantino ihn nur als Namen engagiert hat, statt als Schauspieler. Als Zugpferd, der die Amerikaner ins Kino holt, die vielleicht nicht kämen wenn der Cast rein aus weitgehend unbekannten europäischen Schauspielern bestünde. Und obwohl ich Brad Pitt wirklich mag und weiß das er exzellente Schauspielarbeit leisten kann (zum Beispiel in "12 Monkeys" oder "Spy Game"), verliert der Film mit seinem Auftreten die Atmosphäre, die im 1. Kapitel von Christoph Waltz und Denis Menochet aufgebaut wurde.
Im ersten Kapitel beweist Tarantino ebenfalls, das er ein Filmemacher von Format ist. So dicht und so beklemmend ist dieser Einstieg in den Film erzählt. Der Rest des Filmes ist nach einem Spitzen-Beginn dann leider nur noch Mittelmaß.
Überhaupt ist Christoph Waltz der Schauspieler, der den Film mit seinem Charisma trägt. Auch wenn er für die Rolle von Allen über den grünen Klee gelobt wird ... er hat es verdient. Seine Leistung ist groß-ar-tig. Ihm folgt dichtauf die – mir bis dato unbekannte – Schauspielerin Mélanie Laurent, deren Ausstrahlung einfach umwerfend ist. Positiv aufgefallen sind mir außerdem Daniel Brühl, August Diehl und Eli Roth. Den absoluten Tiefstand schauspielerischen Talents bietet allerdings – wieder einmal – Diane Kruger. Zugegeben, Diane Kruger sieht umwerfend aus. Aber jede Feldmaus hat ein größeres schauspielerisches Potenzial und warum sie nicht mal an ihrem nervigen Lispeln arbeitet, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
Somit bietet der Film die ganze Bandbreite: von großartigen europäischen Schauspielern, bis hin zu Möchtegern-Darstellern, plus einer meist mittelmäßigen bis farblosen US-Darstellerriege.
Als Zuschauer möchte man in einem Moment mehr und im nächsten weinend aus dem Kino rennen, die Leinwand zerfetzen oder die Lautsprecher aus den Wänden reißen.
Zum ersten Mal bei einem Tarantino-Film fragte ich mich etwa zur Halbzeit wie lang es denn noch dauern möge. Auf meiner binären Skala ist "Inglorious Basterds" damit durchgefallen. Und der Nachgeschmack ist und bleibt halbgar. Als wäre das Film-Gericht gleichzeitig von einem Sternekoch und einem McDonalds-Mitarbeiter zubereitet worden.
Mein kurzer Eindruck: Tarantino hat schon deutlich bessere Filme gedreht.
Der lange Eindruck:
Ich tendiere dazu Filme für mich recht binär zu werten. Entweder ich denke irgendwann während des Films „Also langsam könnte er ja mal rum sein“ - dann hat mich der Film nicht gut unterhalten – oder ich denke am Ende des Filmes „Was? Schon rum?“ - dann wurde ich gut unterhalten. Thema, Machart, 'Ernsthaftigkeit' .. alles ist erst einmal nebensächlich. Hauptsache ich habe das Erlebnis genossen und dann kann eine Comicverfilmung schon mal besser auf meiner inneren Skala abschneiden als ein Film, der sich mit einem ernsten Thema beschäftigt.
Normalerweise fühle ich mich von Tarantino gut unterhalten, obwohl ich kein Freund unnötiger Gewaltdarstellungen bin. Bei Tarantino kaufe ich sie mit, denn wo Tarantino draufsteht, ist eben auch Schock drin. Aber seine Filme sind normal trotzdem gut und hin und wieder ist die Gewalt tatsächlich stilistisch sinnvoll.
Auch in „Inglorious Basterds“ bekommt man unnötige Gewaltdarstellungen zu sehen, aber leider sind sie an manchen Stellen noch unnötiger als üblich. Doch das war es nicht, was mir den Film beinahe verdorben hat, sondern Tarantinos unglückliche Hand bei der Auswahl der Darsteller.
Als ich als Teenager eine Weile einer kleinen Latein-Formation angehörte, lernte ich, dass man Tanzgruppen besser aus 'durchschnittlichen' Tänzern zusammenstellt, anstatt ein steiles Leistungsgefälle innerhalb der Gruppe in Kauf zu nehmen. Gute Filme dürfen zwar mit Stars aufwarten, aber wird ein Teil der Schauspieler vom Rest an die Wand gespielt, verliert der Film für den Zuschauer, denn der Qualitätsunterschied fällt störend ins Auge. Als würde im Autohaus ein hochglanzpolierter Porsche neben einer rostzerfressenen, staubigen Ente stehen.
Der 'Star' ist ohne Frage Brad Pitt. Der so lust- und farblos wirkt, als sei ihm klargeworden das Tarantino ihn nur als Namen engagiert hat, statt als Schauspieler. Als Zugpferd, der die Amerikaner ins Kino holt, die vielleicht nicht kämen wenn der Cast rein aus weitgehend unbekannten europäischen Schauspielern bestünde. Und obwohl ich Brad Pitt wirklich mag und weiß das er exzellente Schauspielarbeit leisten kann (zum Beispiel in "12 Monkeys" oder "Spy Game"), verliert der Film mit seinem Auftreten die Atmosphäre, die im 1. Kapitel von Christoph Waltz und Denis Menochet aufgebaut wurde.
Im ersten Kapitel beweist Tarantino ebenfalls, das er ein Filmemacher von Format ist. So dicht und so beklemmend ist dieser Einstieg in den Film erzählt. Der Rest des Filmes ist nach einem Spitzen-Beginn dann leider nur noch Mittelmaß.
Überhaupt ist Christoph Waltz der Schauspieler, der den Film mit seinem Charisma trägt. Auch wenn er für die Rolle von Allen über den grünen Klee gelobt wird ... er hat es verdient. Seine Leistung ist groß-ar-tig. Ihm folgt dichtauf die – mir bis dato unbekannte – Schauspielerin Mélanie Laurent, deren Ausstrahlung einfach umwerfend ist. Positiv aufgefallen sind mir außerdem Daniel Brühl, August Diehl und Eli Roth. Den absoluten Tiefstand schauspielerischen Talents bietet allerdings – wieder einmal – Diane Kruger. Zugegeben, Diane Kruger sieht umwerfend aus. Aber jede Feldmaus hat ein größeres schauspielerisches Potenzial und warum sie nicht mal an ihrem nervigen Lispeln arbeitet, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.
Somit bietet der Film die ganze Bandbreite: von großartigen europäischen Schauspielern, bis hin zu Möchtegern-Darstellern, plus einer meist mittelmäßigen bis farblosen US-Darstellerriege.
Als Zuschauer möchte man in einem Moment mehr und im nächsten weinend aus dem Kino rennen, die Leinwand zerfetzen oder die Lautsprecher aus den Wänden reißen.
Zum ersten Mal bei einem Tarantino-Film fragte ich mich etwa zur Halbzeit wie lang es denn noch dauern möge. Auf meiner binären Skala ist "Inglorious Basterds" damit durchgefallen. Und der Nachgeschmack ist und bleibt halbgar. Als wäre das Film-Gericht gleichzeitig von einem Sternekoch und einem McDonalds-Mitarbeiter zubereitet worden.

