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Standpunkte: Unter weiß-blauer Flagge
An den Stammtischen unter dem weiß-blauen Himmel des schönen Bayern soll die Freiheit für (echte Bayern) grenzenlos sein. So wollen es die Wortführer und CSU-Mitglieder und legen damit eine Lunte mitten hinein in die angsterfüllte Gemütslage einer Generation von Rentnern und Frühvergreisten, die zu 85Prozent das wählt was der örtliche Pfarrer von der Kanzel predigt und stolz darauf ist.
Lebenserfahrung in Schulen, Universitäten und dem Job - sofern sie auf dem flachen Land sowieso überhaupt einen mies bezahlten Job in dem letzten, noch nicht unter dem Druck der Milchwirtschaft pleite gegangenen Bauernhof ergattert haben - liegt Äonen zurück. Aktuelles Wissen kommen aus den, für ihre schlechte Recherche verrufenen, Lokalblättchen und verantwortungslos verweigern sie sich dem breit gefächerten Wissen des World Wide Web.
Für die abgehängte Generation ist dies mit einer Kränkung des Egos verbunden.
Kaninchenzüchterverein, der Stammtisch, der Schützenverein und vor allem das öffentliche Ballern auf dem Schützenfest, geben ihnen das Selbstwertgefühl zurück.
Reaktionärer Befreiungsschlag gegen die normative Kraft des Faktischen im lebensbejahenden Alltag. Toleranz, gelebt - nein danke. Nicht von ungefähr hat die CSU mehr Anhänger, je weiter diese von der Zivilisation abgekoppelt sind. Für Massenhysterien muss man nur ein Volksfest organisieren.. oder Schwule und Schwarze ansiedeln.
Im Tempo der Steinzeit kommt hier der Fortschritt voran. Also beinahe gar nicht. Man führt große Worte von Freiheit und mein Frei-Flugbenzin, Frei-Bier und die Freiheit des Landes von Ausländern, Homosexuellen und allem was der Pfarrer nicht mag.
Der Staat mit seinen Vorstellungen von Säkularität und Menschenrechten hat sich aus diesem letzten Paradies gefälligst herauszuhalten.
Lieber möchte man doch weiter unter sich bleiben und auch die Bibelübersetzung abschaffen, denn am Ende könnte sich ja jemand seine eigene Meinung bilden und nicht auf das hören was der Herr Pfarrer sagt. Möchte von China als vorbildliches Land schwärmen und am liebsten gleich den Bau der chinesischen Mauer .. ach das hatten wir schon mal?
Anti-Toleranz bis zum Antagonismus. Damit kann man zwar eine Partei gründen, aber keinen Staat machen. Was ist eigentlich schief gelaufen das die Demokratie zum Selbstbedienungsladen ihrer Abschaffung instrumentalisiert wurde?
Gemeinwohl ist zum Fremdwort degeneriert.
Die ganze Gesellschaft funktioniert, bei Licht besehen, immer mehr nach dem Diktat des Primitiv-Darwinismus: Fressen, Unterdrücken was anders ist und alles kaputthauen das man nicht versteht.
Und die neuen Parteien in der Misere? Sie werden als Kämpfer für Killerspiele, Befürworter von Kinderpornographie oder als Spaßparteien wahr und längst nicht ernst genommen. Die gesellschaftliche Mitte mit der Verantwortung aller für alles erodiert. Immer mehr Bürger kehren der Demokratie den Rücken und fordern die Information einzuschränken, auf dass sie sich selbst nicht informieren müssen. Sie igeln sich in ihren analogen Landstrichen ein, auf das sie nichts sehen müssen was sie nicht verstehen wollen.
Das ist das wahre Fanal, das von den Haßparteien ausgeht.
Von einer Mitgestaltung der Informationsgesellschaft kann bisher jedenfalls keine Rede sein.
------------------
Sorry. Could not resist.
Dieser Beitrag ist eine Reaktion auf den Artikel Standpunkte: Unter Piratenflagge, welcher bei der "Mittelbayrische" erschienen ist. Und es ist eine Satire. Bevor falsche Vorstellungen aufkommen.
Lebenserfahrung in Schulen, Universitäten und dem Job - sofern sie auf dem flachen Land sowieso überhaupt einen mies bezahlten Job in dem letzten, noch nicht unter dem Druck der Milchwirtschaft pleite gegangenen Bauernhof ergattert haben - liegt Äonen zurück. Aktuelles Wissen kommen aus den, für ihre schlechte Recherche verrufenen, Lokalblättchen und verantwortungslos verweigern sie sich dem breit gefächerten Wissen des World Wide Web.
Für die abgehängte Generation ist dies mit einer Kränkung des Egos verbunden.
Kaninchenzüchterverein, der Stammtisch, der Schützenverein und vor allem das öffentliche Ballern auf dem Schützenfest, geben ihnen das Selbstwertgefühl zurück.
Reaktionärer Befreiungsschlag gegen die normative Kraft des Faktischen im lebensbejahenden Alltag. Toleranz, gelebt - nein danke. Nicht von ungefähr hat die CSU mehr Anhänger, je weiter diese von der Zivilisation abgekoppelt sind. Für Massenhysterien muss man nur ein Volksfest organisieren.. oder Schwule und Schwarze ansiedeln.
Im Tempo der Steinzeit kommt hier der Fortschritt voran. Also beinahe gar nicht. Man führt große Worte von Freiheit und mein Frei-Flugbenzin, Frei-Bier und die Freiheit des Landes von Ausländern, Homosexuellen und allem was der Pfarrer nicht mag.
Der Staat mit seinen Vorstellungen von Säkularität und Menschenrechten hat sich aus diesem letzten Paradies gefälligst herauszuhalten.
Lieber möchte man doch weiter unter sich bleiben und auch die Bibelübersetzung abschaffen, denn am Ende könnte sich ja jemand seine eigene Meinung bilden und nicht auf das hören was der Herr Pfarrer sagt. Möchte von China als vorbildliches Land schwärmen und am liebsten gleich den Bau der chinesischen Mauer .. ach das hatten wir schon mal?
Anti-Toleranz bis zum Antagonismus. Damit kann man zwar eine Partei gründen, aber keinen Staat machen. Was ist eigentlich schief gelaufen das die Demokratie zum Selbstbedienungsladen ihrer Abschaffung instrumentalisiert wurde?
Gemeinwohl ist zum Fremdwort degeneriert.
Die ganze Gesellschaft funktioniert, bei Licht besehen, immer mehr nach dem Diktat des Primitiv-Darwinismus: Fressen, Unterdrücken was anders ist und alles kaputthauen das man nicht versteht.
Und die neuen Parteien in der Misere? Sie werden als Kämpfer für Killerspiele, Befürworter von Kinderpornographie oder als Spaßparteien wahr und längst nicht ernst genommen. Die gesellschaftliche Mitte mit der Verantwortung aller für alles erodiert. Immer mehr Bürger kehren der Demokratie den Rücken und fordern die Information einzuschränken, auf dass sie sich selbst nicht informieren müssen. Sie igeln sich in ihren analogen Landstrichen ein, auf das sie nichts sehen müssen was sie nicht verstehen wollen.
Das ist das wahre Fanal, das von den Haßparteien ausgeht.
Von einer Mitgestaltung der Informationsgesellschaft kann bisher jedenfalls keine Rede sein.
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Sorry. Could not resist.
Dieser Beitrag ist eine Reaktion auf den Artikel Standpunkte: Unter Piratenflagge, welcher bei der "Mittelbayrische" erschienen ist. Und es ist eine Satire. Bevor falsche Vorstellungen aufkommen.

