Entries tagged as piraten
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Flüchtige Gedanken zu Piratinnen
Piratinnen - Klarmachen zum Gendern.
Wird heutzutage über einen Sprecher in einem - wie auch immer gearteten - Kreis Zuhörer die Augen verdreht, liegt es häufiger daran, dass der Sprecher Bullshit redet oder einfach nicht über das Gesagte nachgedacht hat, als daran, dass der Sprecher männlich oder weiblich ist.
Dem Ruf nach einem augenverdreh-freien Umfeld liegt oft eher der Wunsch zugrunde, unwidersprochen Bullshit reden zu dürfen und kein zweites Mal nachdenken zu müssen, als tatsächliche Ablehnung durch Andere.
Unwidersprochen im eigenen Saft Bullshit zu reden, hilft niemandem. Helfen würde jenen Dreibeinern, jenen menstruierenden Mitgliedern der Gesellschaft, jenen Weder-Nochs und jenen Beides, die ein Problem mit dem Augenverdrehen haben, Mittel an die Hand zu geben, über verdrehten Augen zu stehen. Aber auch das Mittel, eigene Positionen einem Realitätscheck zu unterziehen. Beides erreicht man nicht in abgeschlossenen Zirkeln.
Wird heutzutage über einen Sprecher in einem - wie auch immer gearteten - Kreis Zuhörer die Augen verdreht, liegt es häufiger daran, dass der Sprecher Bullshit redet oder einfach nicht über das Gesagte nachgedacht hat, als daran, dass der Sprecher männlich oder weiblich ist.
Dem Ruf nach einem augenverdreh-freien Umfeld liegt oft eher der Wunsch zugrunde, unwidersprochen Bullshit reden zu dürfen und kein zweites Mal nachdenken zu müssen, als tatsächliche Ablehnung durch Andere.
Unwidersprochen im eigenen Saft Bullshit zu reden, hilft niemandem. Helfen würde jenen Dreibeinern, jenen menstruierenden Mitgliedern der Gesellschaft, jenen Weder-Nochs und jenen Beides, die ein Problem mit dem Augenverdrehen haben, Mittel an die Hand zu geben, über verdrehten Augen zu stehen. Aber auch das Mittel, eigene Positionen einem Realitätscheck zu unterziehen. Beides erreicht man nicht in abgeschlossenen Zirkeln.
Verwandte Links:
These: Grüne Frauen und andere Feministinnen haben Angst vor weiblichen Piraten
Sicherlich, die Liebe zwischen den Grünen und der Piratenpartei kann keine ungetrübte sein. Man wendet sich an eine ähnliche Wählergruppe und auf einmal sind die Grünen ihren Ruf losgeworden DIE junge, unverbrauchte und vorwärtsgewandte Partei zu sein. Opportunisten und Karrieregeile gingen schon immer zur CDU/JU, aber die Jungwähler die wirklich etwas bewegen wollen, denken auf einmal nicht mehr als Erstes an die Grünen. Sowas tut weh und da kann man so ein paar Ausfälligkeiten schon mal verstehen Nicht entschuldigen, aber verstehen.
Dennoch hat mich die Heftigkeit und ja - Bösartigkeit - mit der die Feminismus/Sexismus-Diskussion, vor allem auch aus dem grünen Lager heraus, geführt wurde, von Anfang an erstaunt. Teilweise auch sprachlos gemacht.
Zu Beginn war ich der Ansicht, das Kernproblem bestünde darin, dass die 'Kinder' auf einmal alles anders machen müssen als es ihre 'Eltern' gemacht haben. Dass sie deren Werte und für gut erkannte Regeln biologisch rückstandsfrei kompostiert über Bord werfen und die 'Eltern' dementsprechend beleidigt sind. Das klassische "Was für uns gut genug war, ist auch für dich gut genug, mein Sohn/meine Tochter"-Problem.
Nachdem ich den Beitrag von Anicatha gelesen habe, beschleicht mich aber ein weiteres Gefühl.
Wir sind eine Gefahr für (viele, nicht alle) grüne Frauen und Feministinnen. Direkt. Immanent.

Nicht weil die Piratenpartei sexistisch wäre. Nicht weil die weiblichen Piraten arme, dumme Hascherl sind die nicht merken wie sie unterdrückt werden. Im Gegenteil.
Im Kampf gegen - real existierende - Benachteiligung von Frauen, haben sich insbesondere die Frauen bei den Grünen einen Katalog an Vorteilen verschafft der weit über die Bekämpfung von Sexismus hinausgeht, sondern die Verhältnisse teilweise umkehrt.
Wie bei allen Parteien, sind auch bei den Grünen insgesamt mehr Männer als Frauen vertreten. Mit 37,2% Frauenanteil, liegt dieser deutlich unter 50%. Gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Grünen nicht jede Frau um einen Posten reißt, können wir weiter davon ausgehen, dass jede Frau die einen Posten haben will auch einen bekommt. Jede Frau die etwas sagen will, so inhaltsleer und unsachlich das auch sein mag, wird Gehör finden. Ein Mann der etwas Sinnvolles beitragen will, mitunter nicht.
(Keine Frage, es ist sinnvoll Rednerlisten irgendwann zu begrenzen, denn man kennt es aus Usenet-Diskussionen. Ab der 10. Antwort kommt fast nichts Sinnvolles mehr. Ob es sinnvoll ist die letzte Frau die etwas sagen wollte, als Maßstab zu nehmen, halte ich dagegen für fragwürdig.)
Aber um es kurz zu machen: Die Anstrengung, die Ernsthaftigkeit, die Fachkompetenz die man bei den Grünen mitbringen muß um als Frau etwas zu werden, liegt deutlich unter den Ansprüchen die an die Männer in der Partei gestellt werden. Um mal ein Bild zu verwenden: Während die Kerle die Treppe hochhecheln, fahren die Frauen mit der Rolltreppe an ihnen vorbei.
Nun kommt da eine Partei in der die Frauen für sich in Anspruch nehmen, keine Probleme mit der Treppenbenutzung zu haben. Die gemeinsam mit den Männern, Schulter an Schulter, die Stufen nehmen. Die weder hochgetragen werden möchten, noch eine Rolltreppe gebaut bekommen möchten. Die für sich in Anspruch nehmen ebenso gut, ebenso kompetent, ebenso schnell im Denken, ebenso wortgewandt, ebenso kämpferisch wie die Männer zu sein. Die Männer in der Partei weder als Gegner noch als Konkurrenten begreifen, sondern als Partner. Die einem Mann auf der Treppe ebenso die Hand hinstrecken um ihm über eine schwere Stufe zu helfen, wie ihnen ein Mann eine Hand hinstrecken würde.
Eine Partei mit derart selbstbewussten Frauen die keine Bevorzugung wollen weil sie keine Bevorzugung brauchen, kann die Frage aufwerfen ob die Frauen-Privilegien wie man sie u.a. bei den Grünen findet noch zeitgemäß und gerecht sind. Und genau diese Frage taucht auch auf. Die Privilegien werden in Frage gestellt. Von uns.
Und weil niemand gerne Privilegien abgibt oder auch nur darüber redet sie abzugeben, kämpfen sie mit Klauen und Zähnen gegen uns Emporkömmlinge. Beleidigen sie als so dumm, dass sie ihre eigene Unterdrückung nicht mal mehr merken (Totschlagargument 1) oder als Frauen die eigentlich keine Frauen sind, sondern Männer oder unweibliche Frauen (Totschlagargument 2).
Meiner Ansicht nach, haben nämlich viele Frauen in der Zeit in der sie gemütlich auf der Rolltreppe gefahren sind, verlernt (oder gar nicht erlernt) sich anderen Ansichten fundiert zu stellen. Kritik an ihrer Vorgehensweise oder ihren Ansichten können sie nur Verachtung, Herablassung und Beleidigungen entgegenbringen, aber sie können nicht in eine gleichberechtigte Debatte einsteigen. Sie haben sich die Wege geebnet und sich geschwächt statt sich zu stärken.
Wir sind nicht hilflos und schwach. Wir sind stark. Und deswegen machen wir ihnen Angst.
P.S.:
Hier fügt sich auch die EMMA als 'wir brauchen mehr Rolltreppen'-Agitationsblatt nahtlos ein.
Danke an moeffju für diesen Link.
Dennoch hat mich die Heftigkeit und ja - Bösartigkeit - mit der die Feminismus/Sexismus-Diskussion, vor allem auch aus dem grünen Lager heraus, geführt wurde, von Anfang an erstaunt. Teilweise auch sprachlos gemacht.
Zu Beginn war ich der Ansicht, das Kernproblem bestünde darin, dass die 'Kinder' auf einmal alles anders machen müssen als es ihre 'Eltern' gemacht haben. Dass sie deren Werte und für gut erkannte Regeln biologisch rückstandsfrei kompostiert über Bord werfen und die 'Eltern' dementsprechend beleidigt sind. Das klassische "Was für uns gut genug war, ist auch für dich gut genug, mein Sohn/meine Tochter"-Problem.
Nachdem ich den Beitrag von Anicatha gelesen habe, beschleicht mich aber ein weiteres Gefühl.
Wir sind eine Gefahr für (viele, nicht alle) grüne Frauen und Feministinnen. Direkt. Immanent.
Nicht weil die Piratenpartei sexistisch wäre. Nicht weil die weiblichen Piraten arme, dumme Hascherl sind die nicht merken wie sie unterdrückt werden. Im Gegenteil.
Im Kampf gegen - real existierende - Benachteiligung von Frauen, haben sich insbesondere die Frauen bei den Grünen einen Katalog an Vorteilen verschafft der weit über die Bekämpfung von Sexismus hinausgeht, sondern die Verhältnisse teilweise umkehrt.
Wie bei allen Parteien, sind auch bei den Grünen insgesamt mehr Männer als Frauen vertreten. Mit 37,2% Frauenanteil, liegt dieser deutlich unter 50%. Gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Grünen nicht jede Frau um einen Posten reißt, können wir weiter davon ausgehen, dass jede Frau die einen Posten haben will auch einen bekommt. Jede Frau die etwas sagen will, so inhaltsleer und unsachlich das auch sein mag, wird Gehör finden. Ein Mann der etwas Sinnvolles beitragen will, mitunter nicht.
(Keine Frage, es ist sinnvoll Rednerlisten irgendwann zu begrenzen, denn man kennt es aus Usenet-Diskussionen. Ab der 10. Antwort kommt fast nichts Sinnvolles mehr. Ob es sinnvoll ist die letzte Frau die etwas sagen wollte, als Maßstab zu nehmen, halte ich dagegen für fragwürdig.)
Aber um es kurz zu machen: Die Anstrengung, die Ernsthaftigkeit, die Fachkompetenz die man bei den Grünen mitbringen muß um als Frau etwas zu werden, liegt deutlich unter den Ansprüchen die an die Männer in der Partei gestellt werden. Um mal ein Bild zu verwenden: Während die Kerle die Treppe hochhecheln, fahren die Frauen mit der Rolltreppe an ihnen vorbei.
Nun kommt da eine Partei in der die Frauen für sich in Anspruch nehmen, keine Probleme mit der Treppenbenutzung zu haben. Die gemeinsam mit den Männern, Schulter an Schulter, die Stufen nehmen. Die weder hochgetragen werden möchten, noch eine Rolltreppe gebaut bekommen möchten. Die für sich in Anspruch nehmen ebenso gut, ebenso kompetent, ebenso schnell im Denken, ebenso wortgewandt, ebenso kämpferisch wie die Männer zu sein. Die Männer in der Partei weder als Gegner noch als Konkurrenten begreifen, sondern als Partner. Die einem Mann auf der Treppe ebenso die Hand hinstrecken um ihm über eine schwere Stufe zu helfen, wie ihnen ein Mann eine Hand hinstrecken würde.
Eine Partei mit derart selbstbewussten Frauen die keine Bevorzugung wollen weil sie keine Bevorzugung brauchen, kann die Frage aufwerfen ob die Frauen-Privilegien wie man sie u.a. bei den Grünen findet noch zeitgemäß und gerecht sind. Und genau diese Frage taucht auch auf. Die Privilegien werden in Frage gestellt. Von uns.
Und weil niemand gerne Privilegien abgibt oder auch nur darüber redet sie abzugeben, kämpfen sie mit Klauen und Zähnen gegen uns Emporkömmlinge. Beleidigen sie als so dumm, dass sie ihre eigene Unterdrückung nicht mal mehr merken (Totschlagargument 1) oder als Frauen die eigentlich keine Frauen sind, sondern Männer oder unweibliche Frauen (Totschlagargument 2).
Meiner Ansicht nach, haben nämlich viele Frauen in der Zeit in der sie gemütlich auf der Rolltreppe gefahren sind, verlernt (oder gar nicht erlernt) sich anderen Ansichten fundiert zu stellen. Kritik an ihrer Vorgehensweise oder ihren Ansichten können sie nur Verachtung, Herablassung und Beleidigungen entgegenbringen, aber sie können nicht in eine gleichberechtigte Debatte einsteigen. Sie haben sich die Wege geebnet und sich geschwächt statt sich zu stärken.
Wir sind nicht hilflos und schwach. Wir sind stark. Und deswegen machen wir ihnen Angst.
P.S.:
Hier fügt sich auch die EMMA als 'wir brauchen mehr Rolltreppen'-Agitationsblatt nahtlos ein.
Danke an moeffju für diesen Link.
Wieviele Piraten braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?
1. Einen Piraten, der im Wiki nachschlägt, wie man eine Glühbirne wechselt.
2. Einen Piraten, der auf der Aktive-Liste die Notwendigkeit zum Wechseln der Glühbirne diskutiert.
3. Einen weiblichen Piraten aus dem Technikteam, der die Glühbirne schnell mal wechselt ohne es weiter anzukündigen.
4. Ein Dutzend Piraten, die einen Mißtrauensantrag einreichen, weil das Wechseln der Glühbirne nicht ausreichend transparent gestaltet wurde.
5. Eine "AG Glühbirnen¹", die sich beschwert nicht um Rat gefragt worden zu sein.
¹ (Kurz vor der Umbenennung zu "AG Leuchtmittel" um andere Lichtquellen nicht zu diskriminieren. Allerdings wurde der Einwand gebracht, dass nun die Sonne als Lichtquelle diskriminiert würde)
Ergänzung: Und natürlich noch die AG Schnittchen fürs Catering.
2. Einen Piraten, der auf der Aktive-Liste die Notwendigkeit zum Wechseln der Glühbirne diskutiert.
3. Einen weiblichen Piraten aus dem Technikteam, der die Glühbirne schnell mal wechselt ohne es weiter anzukündigen.
4. Ein Dutzend Piraten, die einen Mißtrauensantrag einreichen, weil das Wechseln der Glühbirne nicht ausreichend transparent gestaltet wurde.
5. Eine "AG Glühbirnen¹", die sich beschwert nicht um Rat gefragt worden zu sein.
¹ (Kurz vor der Umbenennung zu "AG Leuchtmittel" um andere Lichtquellen nicht zu diskriminieren. Allerdings wurde der Einwand gebracht, dass nun die Sonne als Lichtquelle diskriminiert würde)
Ergänzung: Und natürlich noch die AG Schnittchen fürs Catering.
Piratenpartei: Newsletter-Artikel
Derzeit schreibe ich mehr oder weniger regelmässig für den wöchentlichen Newsletter der Piratenpartei. Bisher sind folgende Artikel von mir erschienen:
- Internet-Männer-Partei: Männlicher geht’s nicht! - erschienen 2009-10-27 - Der Artikel thematisiert die Ernennung der Piratenpartei zum Pascha des Monats durch die EMMA.
- Raubritter an Digitaliens Straßen - erschienen 2009-10-13 - Thematisiert Patent-Trolle
- Datenschützer fordern die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung - erschienen 2009-10-13
- Interview mit Thorsten Wirt - erschienen 2009-10-07 - Interview zur Bundestagswahl und den künftigen Entwicklungen
- Frauen in der Piratenpartei: Zu unserem Selbstverständnis - erschienen 2009-09-26
- Google Books und die Piratenpartei - erschienen 2009-09-08

