Entries tagged as piraten
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Impression vom KAMUNA-Infostand
Infostand am 06.08.2011 auf dem Marktplatz Karlsruhe, anlässlich der Karlsruher Museumsnacht
Unter dem Pavilion haben nicht nur Piraten Zuflucht gefunden
Unter dem Pavilion haben nicht nur Piraten Zuflucht gefunden
Beim nächsten Mal nehmen wir gleich ein Schiff.
Integration
Die Piraten bekennen sich zu Integration. Gesellschaftliche Teilhabe und so. Auch für Menschen mit Behinderungen. Eigentlich. Also es steht irgendwo im Programm.
Aber selbst das Gedankenspiel an zum Beispiel einen gehörlosen Vorsitzenden bringt gleich die Bedenkenträger auf den Plan. "Das geht nicht."
Liebe Piraten. Wenn wir unser Programm wirklich ernst nehmen. Wenn wir es ernst meinen, mit der Integration und der gesellschaftlichen Teilhabe, sowie dem Abbauen von Barrieren, dann dürfte die Reaktion auf einen sinnes-eingeschränkten Kandidaten nicht lauten "Das geht nicht" sondern "Wie machen wir es möglich?".
Aber selbst das Gedankenspiel an zum Beispiel einen gehörlosen Vorsitzenden bringt gleich die Bedenkenträger auf den Plan. "Das geht nicht."
Liebe Piraten. Wenn wir unser Programm wirklich ernst nehmen. Wenn wir es ernst meinen, mit der Integration und der gesellschaftlichen Teilhabe, sowie dem Abbauen von Barrieren, dann dürfte die Reaktion auf einen sinnes-eingeschränkten Kandidaten nicht lauten "Das geht nicht" sondern "Wie machen wir es möglich?".
Verwandte Links:
Das Geschenk der Piratenpartei an die Verwerter
Dieser Artikel war längst fällig. Er war schon kurz nach dem Bundesparteitag in Chemnitz 2010 fällig. Er wurde aus einem einfachen Grund nicht geschrieben:
Kurz nach Chemnitz war ich nicht in der Lage unflätige Beschimpfungen zu vermeiden. Auch jetzt, Monate später, bin ich das nicht. Und ich möchte am liebsten fragen, welche ************ *********** in Chemnitz ihre Karten für das Positionspapier zum Urheberrecht gehoben haben.
Wie andere auch habe ich nach Chemnitz erst mal mit dem Gedanken an einen sofortigen Austritt gespielt. Auch und obwohl ich andere Austritte übertrieben und Drama-Queen-verdächtig empfand. Kurz vor dem BPT durfte ich einer Sitzung 'meiner' Gewerkschaft beiwohnen, die mir und meinen Interessen in den Rücken fällt und den Verwertern das Leistungsschutzrecht schenken möchte.
Kurz drauf fällt meine Partei mir zusätzlich in den Rücken und möchte meine Leistung nach 10 Jahren gleich ganz den Verwertern schenken.
Ja, danke auch!
Mit dem Bücherschreiben verdient man nichts. Jedenfalls nicht genug, dass es zum Leben reicht. Meine Bücher sind vor nun fünf und sechs Jahren erschienen. An jedem habe ich ziemlich genau ein Jahr gearbeitet. Nicht eingerechnet, die Zeit, die ich hinterher mit Marketing verbracht habe.
Wenn ich das mal so überschlage und meine Ausgaben abziehe, dann habe ich in den Jahren, die ich an meinen Büchern gearbeitet habe, ein Monatseinkommen von rund 70€ erwirtschaftet. Ihr seht also: Bücherschreiben ist schon eine Tätigkeit, die mit viel Idealismus und persönlicher Liebhaberei zu tun hat. Mit etwas Glück, bin ich nach dem Ablauf der Zehnjahresfrist bei 100€ pro Buch und Arbeitsmonat. Wunderbar.
Daraus nun abzuleiten, es wäre voll toll und innovativ den Produzenten die Werke nach 10 Jahren gleich ganz aus den Händen zu nehmen ... weil wegen ... wieso überhaupt?
Kurzsichtig, nixblickend, dämlich, hirnverbrannt, respektlos ... die Liste passender Adjektive für diese strunzdoofe Idee ist lang.
Und da ich es nun mal kann, erkläre ich auch gerne, wie die Auswirkungen des Positionspapiers im Buch-Bereich aussähen:
Hans Müller hat eine super Idee. Der neue Thriller. Innovativ. So gerissen wurde noch nie erzählt. So viele spannende Wendungen hatte kaum ein Buch. Damit wendet er sich an einen Verlag denn:
Verlage haben eine Menge Angestellte, die das Buch lektorieren, korrigieren, setzen und in den Buchhandlungen landauf landab anpreisen wie sauer Bier. Das kostet, ist aber ziemlich effektiv. Ein allein kämpfender Autor im Selbstverlag kann nicht auf diese gewachsenen Strukturen im Marketing zurückgreifen. Und glaubt es mir oder glaubt es mir nicht: Das macht beim Buchabsatz einen riesigen Unterschied.
Wenn das Buch dann endlich verkauft werden kann - und schon viel Geld investiert wurde - dann will der Autor auch noch Geld. Hier bekleckert sich nicht gerade jeder Verlag mit Ruhm. Manche versuchen die Ausgaben für Marketing komplett auf die Autoren umzulegen und so die Tantiemenzahlungen (über den Vorschuss, so es einen gab, zu vermeiden). Autoren sind oft eben doch nur die lästigen Content-Produzenten. Machen Arbeit, Stress, verpassen Abgabetermine und wollen auch noch ein Stück vom Kuchen ab. Ein System ohne Autoren ... für den einen oder anderen Verlag sicher eine reizvolle Vorstellung.
Und dann kommt da die Piratenpartei und bietet an, den Produzenten nach 10 Jahren alle Rechte wegzunehmen.
Die erste Reaktion dürfte blankes Entsetzen sein. Nach zehn Jahren kann ihnen jemand ihre mühsam verlegten Werke wegnehmen! Schlimm schlimm. Aber dann dürfte diese Reaktion nach Außen beibehalten werden, während man sich innerlich schon auf ein anderes System umstellt. Das bewährte "Andere arbeiten lassen."
Dann kündigt man erst mal dem Großteil der Lektoren und stellt dafür ein paar Leute ein, die den Markt selbstverlegter Bücher beobachten.
Was passiert mit Hans Müllers Manuskript?
Lieber Autor, leider passt dein Buch nicht ins Programm, dein Thema verkauft sich nicht gut oder unserer Verlagssekretärin gefiel dein Font nicht. Aber da gibt es doch die tollen neuen Selbstverlags-Möglichkeiten. Wäre das nichts für dich?
Da Autoren dummerweise einfach nicht anders können als zu schreiben und auch gelesen werden zu wollen, arbeitete sich der Autor eben neben dem Brotjob durch 300 Seiten Story (okay, das ist auch heute schon/noch Autorenrealität), sucht sich danach einen Lektor, den er aus eigener Tasche bezahlt (vierstellig), sucht sich einen Korrektor (Geld ist bereits alle, also macht's der Hund oder die Nachbarin), trägt das Manuskript zu einem Books on Demand-Anbieter und lässt es drucken und bietet es zusätzlich per E-Book an.
Dann kommt die lange, mühsame Phase des Marketings. Twitter, Facebook, Buchforen, persönlich Buchhandlungen der Gegend abgrasen und nach einer Lesung betteln (unbezahlt klar - Bittsteller bekommen nicht auch noch Geld) und auf eigene Kosten werden allen möglichen Medien Belegexemplare geschickt. Neben dem Brotjob und den Stunden Marketing will man ja auch noch das nächste Buch schreiben. Wer braucht schon Schlaf?
Dann ... kommt der Erfolg. Das Buch wird in ein paar Blogs super besprochen, es verkauft sich gar ein paar Mal. Der Adelsschlag, dass ein Youtube-Fan-Filmchen gedreht wird ... Aber das ist schnell vorbei. Die Verkäufe bleiben stabil auf vielleicht ein paar 100 Stück pro Jahr. Aber immerhin, es kommt etwas Geld herein und Hans Müller hatte Freude an der Arbeit.
Dann kommt Jahr Zehn. Das Urheberrecht verfällt.
Eine Verlagsheuschrecke, die das Buch schon lange im Auge behalten hatte, nimmt es lässt noch mal den letzten fest angestellten Lektor drübergehen, schreibt "John Grisham" darüber - denn es sind ja alle Rechte weggefallen - und rührt die Marketingtrommel. Das Buch wird millionenfach verkauft. Die etablierte Presse (wie sie in 10 Jahren auch aussehen mag) berichtet darüber, es gibt Kino- und TV-Spots und Großplakate. Die Menschen stehen Schlange an den Buchläden und der E-Book-Server bricht durch die massenhaften Downloads zusammen. Das Buch schießt auf die obersten Plätze der Verkaufszahlen. Und ein paar kleinere Blogs erwähnen, dass man doch bitte bei Hans Müller, dem Originalautor kaufen soll, statt die Ausgabe von 'John Grisham'. Dadurch steigen Hans Müllers Verkaufszahlen auf mehrere Tausend im Jahr, aber die Verlagsheuschrecke hat Gewinne in Millionenhöhe.
Es wird natürlich auch Verlage geben, die nicht dabei mitmachen. Die ihre Autoren weiterhin schätzen und sie respektieren. Aber sie werden sich noch mehr als bislang auf schnelllebige Bücher konzentrieren, wie Sachbücher, die schon nach wenigen Jahren veraltet sind. Jede Investition darüber hinaus wäre einfach sinnlos.
Das Positionspapier von Chemnitz hat nichts mehr mit Augenhöhe zwischen Konsument und Produzent zu tun. Er ist einfach eine Unverschämtheit, die eine große Respektlosigkeit der Konsumenten gegenüber den Produzenten ausdrücken. Und es ist ein Geschenk einiger Nixblicker an eine Industrie, die es nicht kratzt, wenn sie ein bisschen warten muss, bis die Inhalte für sie auch kostenlos sind.
Ob ein Produzent aus seiner Produktion Geld machen will, oder daraus ein kostenloses Angebot aufbaut muss immer die Entscheidung des Produzenten bleiben. Manche umfangreichen Projekte sind einfach nur dann zu realisieren, wenn es auch eine Vermarktungsmöglichkeit gibt. Wird selbst die potenzielle Vermarktungsmöglichkeit von vorneherein durch einen Umbau des Urheberrechts ausgeschlossen - der sich rühmen darf noch kurzsichtiger zu sein, als die der Verwertungsindustrie - nimmt man dem Produzenten nicht nur das schwammige 'geistige Eigentum' weg, sondern ein Werk, in das er jahrlang Arbeitszeit und Herzblut investiert hat. Man nimmt ihm keine Idee weg, sondern sein Werkzeug, mit dem er sich Lebensunterhalt erwirtschaftet und neue Werke schafft.
Ich würde es mir jedenfalls schwer überlegen, ob ich mir den Stress eines Jahres Testkochen, Schreiben, Selbstzweifel und Abgabepanik nochmal antun wollen würde, wissend dass nach 10 Jahren dann ein anderer ein Geschäft mit meiner Leistung macht.
Bei diesem Thema haben auch die Mitglieder der Piratenpartei bewiesen, dass auch sie wenigstens eine Meinung haben können, wenn sie schon keine Ahnung haben. Dann ist der Weg zur politischen Elite ja nicht mehr weit.
Kurz nach Chemnitz war ich nicht in der Lage unflätige Beschimpfungen zu vermeiden. Auch jetzt, Monate später, bin ich das nicht. Und ich möchte am liebsten fragen, welche ************ *********** in Chemnitz ihre Karten für das Positionspapier zum Urheberrecht gehoben haben.
Wie andere auch habe ich nach Chemnitz erst mal mit dem Gedanken an einen sofortigen Austritt gespielt. Auch und obwohl ich andere Austritte übertrieben und Drama-Queen-verdächtig empfand. Kurz vor dem BPT durfte ich einer Sitzung 'meiner' Gewerkschaft beiwohnen, die mir und meinen Interessen in den Rücken fällt und den Verwertern das Leistungsschutzrecht schenken möchte.
Kurz drauf fällt meine Partei mir zusätzlich in den Rücken und möchte meine Leistung nach 10 Jahren gleich ganz den Verwertern schenken.
Ja, danke auch!
Mit dem Bücherschreiben verdient man nichts. Jedenfalls nicht genug, dass es zum Leben reicht. Meine Bücher sind vor nun fünf und sechs Jahren erschienen. An jedem habe ich ziemlich genau ein Jahr gearbeitet. Nicht eingerechnet, die Zeit, die ich hinterher mit Marketing verbracht habe.
Wenn ich das mal so überschlage und meine Ausgaben abziehe, dann habe ich in den Jahren, die ich an meinen Büchern gearbeitet habe, ein Monatseinkommen von rund 70€ erwirtschaftet. Ihr seht also: Bücherschreiben ist schon eine Tätigkeit, die mit viel Idealismus und persönlicher Liebhaberei zu tun hat. Mit etwas Glück, bin ich nach dem Ablauf der Zehnjahresfrist bei 100€ pro Buch und Arbeitsmonat. Wunderbar.
Daraus nun abzuleiten, es wäre voll toll und innovativ den Produzenten die Werke nach 10 Jahren gleich ganz aus den Händen zu nehmen ... weil wegen ... wieso überhaupt?
Kurzsichtig, nixblickend, dämlich, hirnverbrannt, respektlos ... die Liste passender Adjektive für diese strunzdoofe Idee ist lang.
Und da ich es nun mal kann, erkläre ich auch gerne, wie die Auswirkungen des Positionspapiers im Buch-Bereich aussähen:
Hans Müller hat eine super Idee. Der neue Thriller. Innovativ. So gerissen wurde noch nie erzählt. So viele spannende Wendungen hatte kaum ein Buch. Damit wendet er sich an einen Verlag denn:
Verlage haben eine Menge Angestellte, die das Buch lektorieren, korrigieren, setzen und in den Buchhandlungen landauf landab anpreisen wie sauer Bier. Das kostet, ist aber ziemlich effektiv. Ein allein kämpfender Autor im Selbstverlag kann nicht auf diese gewachsenen Strukturen im Marketing zurückgreifen. Und glaubt es mir oder glaubt es mir nicht: Das macht beim Buchabsatz einen riesigen Unterschied.
Wenn das Buch dann endlich verkauft werden kann - und schon viel Geld investiert wurde - dann will der Autor auch noch Geld. Hier bekleckert sich nicht gerade jeder Verlag mit Ruhm. Manche versuchen die Ausgaben für Marketing komplett auf die Autoren umzulegen und so die Tantiemenzahlungen (über den Vorschuss, so es einen gab, zu vermeiden). Autoren sind oft eben doch nur die lästigen Content-Produzenten. Machen Arbeit, Stress, verpassen Abgabetermine und wollen auch noch ein Stück vom Kuchen ab. Ein System ohne Autoren ... für den einen oder anderen Verlag sicher eine reizvolle Vorstellung.
Und dann kommt da die Piratenpartei und bietet an, den Produzenten nach 10 Jahren alle Rechte wegzunehmen.
Die erste Reaktion dürfte blankes Entsetzen sein. Nach zehn Jahren kann ihnen jemand ihre mühsam verlegten Werke wegnehmen! Schlimm schlimm. Aber dann dürfte diese Reaktion nach Außen beibehalten werden, während man sich innerlich schon auf ein anderes System umstellt. Das bewährte "Andere arbeiten lassen."
Dann kündigt man erst mal dem Großteil der Lektoren und stellt dafür ein paar Leute ein, die den Markt selbstverlegter Bücher beobachten.
Was passiert mit Hans Müllers Manuskript?
Lieber Autor, leider passt dein Buch nicht ins Programm, dein Thema verkauft sich nicht gut oder unserer Verlagssekretärin gefiel dein Font nicht. Aber da gibt es doch die tollen neuen Selbstverlags-Möglichkeiten. Wäre das nichts für dich?
Da Autoren dummerweise einfach nicht anders können als zu schreiben und auch gelesen werden zu wollen, arbeitete sich der Autor eben neben dem Brotjob durch 300 Seiten Story (okay, das ist auch heute schon/noch Autorenrealität), sucht sich danach einen Lektor, den er aus eigener Tasche bezahlt (vierstellig), sucht sich einen Korrektor (Geld ist bereits alle, also macht's der Hund oder die Nachbarin), trägt das Manuskript zu einem Books on Demand-Anbieter und lässt es drucken und bietet es zusätzlich per E-Book an.
Dann kommt die lange, mühsame Phase des Marketings. Twitter, Facebook, Buchforen, persönlich Buchhandlungen der Gegend abgrasen und nach einer Lesung betteln (unbezahlt klar - Bittsteller bekommen nicht auch noch Geld) und auf eigene Kosten werden allen möglichen Medien Belegexemplare geschickt. Neben dem Brotjob und den Stunden Marketing will man ja auch noch das nächste Buch schreiben. Wer braucht schon Schlaf?
Dann ... kommt der Erfolg. Das Buch wird in ein paar Blogs super besprochen, es verkauft sich gar ein paar Mal. Der Adelsschlag, dass ein Youtube-Fan-Filmchen gedreht wird ... Aber das ist schnell vorbei. Die Verkäufe bleiben stabil auf vielleicht ein paar 100 Stück pro Jahr. Aber immerhin, es kommt etwas Geld herein und Hans Müller hatte Freude an der Arbeit.
Dann kommt Jahr Zehn. Das Urheberrecht verfällt.
Eine Verlagsheuschrecke, die das Buch schon lange im Auge behalten hatte, nimmt es lässt noch mal den letzten fest angestellten Lektor drübergehen, schreibt "John Grisham" darüber - denn es sind ja alle Rechte weggefallen - und rührt die Marketingtrommel. Das Buch wird millionenfach verkauft. Die etablierte Presse (wie sie in 10 Jahren auch aussehen mag) berichtet darüber, es gibt Kino- und TV-Spots und Großplakate. Die Menschen stehen Schlange an den Buchläden und der E-Book-Server bricht durch die massenhaften Downloads zusammen. Das Buch schießt auf die obersten Plätze der Verkaufszahlen. Und ein paar kleinere Blogs erwähnen, dass man doch bitte bei Hans Müller, dem Originalautor kaufen soll, statt die Ausgabe von 'John Grisham'. Dadurch steigen Hans Müllers Verkaufszahlen auf mehrere Tausend im Jahr, aber die Verlagsheuschrecke hat Gewinne in Millionenhöhe.
Es wird natürlich auch Verlage geben, die nicht dabei mitmachen. Die ihre Autoren weiterhin schätzen und sie respektieren. Aber sie werden sich noch mehr als bislang auf schnelllebige Bücher konzentrieren, wie Sachbücher, die schon nach wenigen Jahren veraltet sind. Jede Investition darüber hinaus wäre einfach sinnlos.
Das Positionspapier von Chemnitz hat nichts mehr mit Augenhöhe zwischen Konsument und Produzent zu tun. Er ist einfach eine Unverschämtheit, die eine große Respektlosigkeit der Konsumenten gegenüber den Produzenten ausdrücken. Und es ist ein Geschenk einiger Nixblicker an eine Industrie, die es nicht kratzt, wenn sie ein bisschen warten muss, bis die Inhalte für sie auch kostenlos sind.
Ob ein Produzent aus seiner Produktion Geld machen will, oder daraus ein kostenloses Angebot aufbaut muss immer die Entscheidung des Produzenten bleiben. Manche umfangreichen Projekte sind einfach nur dann zu realisieren, wenn es auch eine Vermarktungsmöglichkeit gibt. Wird selbst die potenzielle Vermarktungsmöglichkeit von vorneherein durch einen Umbau des Urheberrechts ausgeschlossen - der sich rühmen darf noch kurzsichtiger zu sein, als die der Verwertungsindustrie - nimmt man dem Produzenten nicht nur das schwammige 'geistige Eigentum' weg, sondern ein Werk, in das er jahrlang Arbeitszeit und Herzblut investiert hat. Man nimmt ihm keine Idee weg, sondern sein Werkzeug, mit dem er sich Lebensunterhalt erwirtschaftet und neue Werke schafft.
Ich würde es mir jedenfalls schwer überlegen, ob ich mir den Stress eines Jahres Testkochen, Schreiben, Selbstzweifel und Abgabepanik nochmal antun wollen würde, wissend dass nach 10 Jahren dann ein anderer ein Geschäft mit meiner Leistung macht.
Bei diesem Thema haben auch die Mitglieder der Piratenpartei bewiesen, dass auch sie wenigstens eine Meinung haben können, wenn sie schon keine Ahnung haben. Dann ist der Weg zur politischen Elite ja nicht mehr weit.
Verwandte Links:
Liquid Größenwahn
Zu meiner Verteidigung: Ich wollte nichts zu Liquid Feedback sagen - das tun im Moment wahrlich genug, und mit jedem Beitrag wird es nicht konstruktiver ... im Gegenteil - aber ich tue es dennoch. Liquid Feedback spaltet im Moment die Partei, wie kein anderes Thema zuvor. An sich ist es nicht mal Liquid Feedback selbst, sondern die Art wie damit umgegangen wird.
Ein paar Worte vorweg: Die Piratenpartei braucht ein System wie Liquid Feedback. Ob es nun LF selbst sein muß oder nicht, dass sei dahingestellt. Die Richtung muß aber auf jeden Fall eingeschlagen werden. Weil niemand den Weg wagen wird, wenn wir ihn nicht gehen. Ich garantiere, andere Parteien sehen sich das erst einmal aus der Ferne an. Auch die Grünen. Erst wenn ein System wie Liquid Feedback einige Zeit lang von uns getestet wurde, werden sie es einführen (und dann so tun als hätten sie es erfunden). Wir brauchen etwas wie Liquid Feedback, weil wir angetreten sind andere Politik zu machen. Direktere. Wir brauchen etwas wie Liquid Feedback, da unsere Art Entscheidungen zu treffen, im Moment sehr undemokratisch ist. Gerade weil wir kein Delegiertensystem kennen. Jeder dem es nicht möglich ist zu einem Landes- oder Bundesparteitag zu kommen (Geld, Familie, Arbeit, Krankheit, Sonstwas ...) ist es noch nicht möglich seine Stimme abzugeben. Nicht einmal in dem er einen Delegierten entsendet. Unsere scheinbare direkte Demokratie ist eine Diktatur der Glücklichen, die sich den Besuch eines Parteitages leisten können. Punkt.
Aber damit sind wir auch schon beim Kernthema. Bei dem Punkt, aus dem ich keine Befürworterin von Liquid Feedback sein kann und nicht sein werde.
Wir sind angetreten andere Politik zu machen.
Andere Politik ist nicht ...
... auf dem Bundesparteitag mit jedem nur möglichen Mittel Liquid Feedback als Thema allen Anderen vorzuziehen und es auf Biegen und Brechen durchzuboxen.
Das ist Lobbypolitik. Eine kleine, einflußreiche Gruppe möchte Thema X unbedingt durchbringen und zieht alle Register. Ich meine .. fällt jemandem etwas auf? Ja, Liquid Feedback ist ein tolles Thema. Nein, wir müssen es nicht schon GESTERN eingeführt haben. Die Welt wäre nicht untergegangen. Das für die federführenden hinter Liquid Feedback doch die Welt untergegangen wäre und sie auf Kritik auch massiv beleidigt reagieren, zeigt, dass hier nicht die Sache im Vordergrund steht, sondern das Ego. Wenn Jemandes Ego die Hauptrolle spielt und dieser Jemand dann auch noch massives Lobbying betreibt, dann kann ich ihm die Liebe zur Demokratie nicht so ganz abnehmen. Und damit der für mich zentrale Punkt:
Ich kann egomanischen Lobbyisten nicht vertrauen, egal ob bei der CDU oder bei der Piratenpartei. Daher kann ich den Themen die sie vertreten nicht vertrauen. Deswegen kann ich Liquid Feedback nicht vertrauen. Ein System, dem ich nicht vertrauen kann, weil ich den Befürwortern nicht vertrauen kann, kann für mich kein Mittel der direkten Demokratie darstellen.
... mit der heißen Nadel gestrickte Mechanismen zu installieren. Politik des blinden Aktionismus zu verfolgen.
Die Piratenpartei ist angetreten Sachpolitik zu machen. Sie fordert von den etablierten Parteien und der Regierung keine populistischen Entscheidungen zu treffen, sondern erst Fachleute anzuhören. Sie fordert keine populistischen, überhasteten Gesetze zu schaffen (man denke nur an Lex Florida-Rolf), sondern sich erst genug Kompetenzen anzueignen und zu prüfen ob ein Gesetz überhaupt in dieser Form nützlich und sinnvoll ist.
Wenn ich dann höre, dass man für Änderungen an den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen erst wieder zum Anwalt/Notar müsste und das ja soviel Geld kosten würde und wir müssen deswegen eben mal mit einer schlechten Variante leben ... Ich meine... höre ich da wirklich recht? Ist das meine Partei oder bin ich hier grade im Bierzelt der CSU gelandet? In der Ecke der Totschlagargumente? ("Bringt Arbeitsplätze ...")
... eine Transparenz-Diktatur zu etablieren.
Wir müssen uns hier an unseren eigenen Forderungen messen lassen. Wenn wir Parteiintern Datenschutz nicht ernst nehmen - bei konsequenter Transparenz der Funktionsträger - wie können wir dann allen Ernstes die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien ausserhalb der Partei fordern. Wir können nicht für freie und geheime Wahlen einstehen, wenn wir es unseren Mitgliedern nicht ermöglichen bei Abstimmungen gesichert anonym zu bleiben. Wir haben unser Programm verfehlt, wenn wir Mitglieder verlieren oder Mitglieder verstummen, weil eventuell der Chef oder auch nur der Freundeskreis herausfinden kann, wie er abgestimmt hat. Wir müssen den Wunsch nach Datensicherheit doppelt und dreifach so ernst nehmen, wie jede andere Partei. Wir dürfen uns keine Schlampereien erlauben, nur weil wir unbedingt unser liebstes Kind über Nacht durchdrücken wollen.
So wie ich das sehe, beschädigt Liquid Feedback unseren Ruf, der durch einige unschöne Ereignisse der Vergangenheit ohnehin nicht der Beste ist.
... Mobbing, Bedrohungen, Beleidigungen, Ignoranz, Lagerbildung.
Von dem Ausmaß des Mobbings, gegenseitiger Beleidigungen und Kritikunfähigkeit das ich in der letzten Zeit beobachtet habe, bin ich maßlos enttäuscht. Das ist nicht die Art Politik die ich machen will. Das ist nicht einmal die Art Menschen mit denen ich zu tun haben will. Nicht durch Liquid Feedback direkt, aber durch die Ereignisse um den Aufbau, die Vorgehensweise des LF-Teams, extremer Befürworter und auch des Hauptprotagonisten Christoph Lauer, sehe ich die Werte für die ich eintreten möchte - die ich als Werte der Piratenpartei wahrnehme - verraten.
Ein paar Worte vorweg: Die Piratenpartei braucht ein System wie Liquid Feedback. Ob es nun LF selbst sein muß oder nicht, dass sei dahingestellt. Die Richtung muß aber auf jeden Fall eingeschlagen werden. Weil niemand den Weg wagen wird, wenn wir ihn nicht gehen. Ich garantiere, andere Parteien sehen sich das erst einmal aus der Ferne an. Auch die Grünen. Erst wenn ein System wie Liquid Feedback einige Zeit lang von uns getestet wurde, werden sie es einführen (und dann so tun als hätten sie es erfunden). Wir brauchen etwas wie Liquid Feedback, weil wir angetreten sind andere Politik zu machen. Direktere. Wir brauchen etwas wie Liquid Feedback, da unsere Art Entscheidungen zu treffen, im Moment sehr undemokratisch ist. Gerade weil wir kein Delegiertensystem kennen. Jeder dem es nicht möglich ist zu einem Landes- oder Bundesparteitag zu kommen (Geld, Familie, Arbeit, Krankheit, Sonstwas ...) ist es noch nicht möglich seine Stimme abzugeben. Nicht einmal in dem er einen Delegierten entsendet. Unsere scheinbare direkte Demokratie ist eine Diktatur der Glücklichen, die sich den Besuch eines Parteitages leisten können. Punkt.
Aber damit sind wir auch schon beim Kernthema. Bei dem Punkt, aus dem ich keine Befürworterin von Liquid Feedback sein kann und nicht sein werde.
Wir sind angetreten andere Politik zu machen.
Andere Politik ist nicht ...
... auf dem Bundesparteitag mit jedem nur möglichen Mittel Liquid Feedback als Thema allen Anderen vorzuziehen und es auf Biegen und Brechen durchzuboxen.
Das ist Lobbypolitik. Eine kleine, einflußreiche Gruppe möchte Thema X unbedingt durchbringen und zieht alle Register. Ich meine .. fällt jemandem etwas auf? Ja, Liquid Feedback ist ein tolles Thema. Nein, wir müssen es nicht schon GESTERN eingeführt haben. Die Welt wäre nicht untergegangen. Das für die federführenden hinter Liquid Feedback doch die Welt untergegangen wäre und sie auf Kritik auch massiv beleidigt reagieren, zeigt, dass hier nicht die Sache im Vordergrund steht, sondern das Ego. Wenn Jemandes Ego die Hauptrolle spielt und dieser Jemand dann auch noch massives Lobbying betreibt, dann kann ich ihm die Liebe zur Demokratie nicht so ganz abnehmen. Und damit der für mich zentrale Punkt:
Ich kann egomanischen Lobbyisten nicht vertrauen, egal ob bei der CDU oder bei der Piratenpartei. Daher kann ich den Themen die sie vertreten nicht vertrauen. Deswegen kann ich Liquid Feedback nicht vertrauen. Ein System, dem ich nicht vertrauen kann, weil ich den Befürwortern nicht vertrauen kann, kann für mich kein Mittel der direkten Demokratie darstellen.
... mit der heißen Nadel gestrickte Mechanismen zu installieren. Politik des blinden Aktionismus zu verfolgen.
Die Piratenpartei ist angetreten Sachpolitik zu machen. Sie fordert von den etablierten Parteien und der Regierung keine populistischen Entscheidungen zu treffen, sondern erst Fachleute anzuhören. Sie fordert keine populistischen, überhasteten Gesetze zu schaffen (man denke nur an Lex Florida-Rolf), sondern sich erst genug Kompetenzen anzueignen und zu prüfen ob ein Gesetz überhaupt in dieser Form nützlich und sinnvoll ist.
Wenn ich dann höre, dass man für Änderungen an den Nutzungs- und Datenschutzbedingungen erst wieder zum Anwalt/Notar müsste und das ja soviel Geld kosten würde und wir müssen deswegen eben mal mit einer schlechten Variante leben ... Ich meine... höre ich da wirklich recht? Ist das meine Partei oder bin ich hier grade im Bierzelt der CSU gelandet? In der Ecke der Totschlagargumente? ("Bringt Arbeitsplätze ...")
... eine Transparenz-Diktatur zu etablieren.
Wir müssen uns hier an unseren eigenen Forderungen messen lassen. Wenn wir Parteiintern Datenschutz nicht ernst nehmen - bei konsequenter Transparenz der Funktionsträger - wie können wir dann allen Ernstes die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien ausserhalb der Partei fordern. Wir können nicht für freie und geheime Wahlen einstehen, wenn wir es unseren Mitgliedern nicht ermöglichen bei Abstimmungen gesichert anonym zu bleiben. Wir haben unser Programm verfehlt, wenn wir Mitglieder verlieren oder Mitglieder verstummen, weil eventuell der Chef oder auch nur der Freundeskreis herausfinden kann, wie er abgestimmt hat. Wir müssen den Wunsch nach Datensicherheit doppelt und dreifach so ernst nehmen, wie jede andere Partei. Wir dürfen uns keine Schlampereien erlauben, nur weil wir unbedingt unser liebstes Kind über Nacht durchdrücken wollen.
So wie ich das sehe, beschädigt Liquid Feedback unseren Ruf, der durch einige unschöne Ereignisse der Vergangenheit ohnehin nicht der Beste ist.
... Mobbing, Bedrohungen, Beleidigungen, Ignoranz, Lagerbildung.
Von dem Ausmaß des Mobbings, gegenseitiger Beleidigungen und Kritikunfähigkeit das ich in der letzten Zeit beobachtet habe, bin ich maßlos enttäuscht. Das ist nicht die Art Politik die ich machen will. Das ist nicht einmal die Art Menschen mit denen ich zu tun haben will. Nicht durch Liquid Feedback direkt, aber durch die Ereignisse um den Aufbau, die Vorgehensweise des LF-Teams, extremer Befürworter und auch des Hauptprotagonisten Christoph Lauer, sehe ich die Werte für die ich eintreten möchte - die ich als Werte der Piratenpartei wahrnehme - verraten.
Piratenpartei: Landesparteitag Baden-Württemberg 2010.1
Nun bin ich wieder unter den Lebenden.
Und die Piratenpartei Baden-Württemberg hat einen neuen Vorstand bestehend aus: Vorsitzender: Sebastian Nerz, stellvertretende Vorsitzende: Teresa „Moppel“ Krohn, Politischer Geschäftsführer: André „Navigator“ Martens, Generalsekretär: Gunther Mieke, Schatzmeister: Thomas „GEDA“ Weber.
Summasummarum zwei Tage Spaß, Stress und Popcorn.
Mehr Infos findet ihr in den frischen Pressemitteilungen:
- Wechsel an der Spitze – Frischer Wind im Landesvorstand der Piratenpartei Baden-Württemberg
- Die Piratenpartei Baden-Württemberg will die Revolution im Bildungswesen
Piratinnen: Der offene Brief - Vielfalt statt Grabenkämpfe
Gemeinsam mit einigen anderen Piraten - jedweden Geschlechts - entstand folgender, offener Brief, der sich an die Initiatorinnen der Piratinnen-Initiative richtet:
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Zahlreiche Piraten – jedweden Geschlechts – lehnen den Vorstoß der „Piratinnen“ aus Berlin entschieden ab. Wurde im Bundestagswahlkampf das Genderthema noch von außen an die Partei herangetragen, so ist es umso überraschender, dass diesmal in einer völlig unkoordinierten und intransparenten Initiative eine Genderdiskussion von den eigenen Leuten gezielt in die Medien gebracht wird. Die Initiatorinnen der Diskussion nehmen für sich in Anspruch, für die Mehrheit der Frauen innerhalb der Piratenpartei zu sprechen – ohne jemals vorher den Dialog gesucht zu haben. Es wäre zumindest angebracht gewesen, diese Idee für den Bundesparteitag vorzuschlagen.Vor allem die Herausgabe einer unautorisierten Pressemitteilung sorgte für einigen Unmut, denn diese Genderfrage ist höchst umstritten.
Geschlechterpolitik ist von Beginn an Thema innerhalb der Partei gewesen, jedoch scheint der Vorstoß der Initiatiorin Lena Simon ohne jede Rücksprache mit den entsprechenden Arbeitsgruppen stattgefunden zu haben. Außer der PM wurden auch direkte Interviews mit der TAZ und SpON geführt. Erst mit den Medien zu sprechen halten wir für den falschen Weg!
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Piratinnen: Gedanken zur Nacht
Spassenshalber hab ich nun mal auf Piratinnen@Piratenwiki durchgeklickt. Die Mitglieder sind natürlich Frauen. Ganze vier Stück.. Hört hört... von denen sich eine schon wieder halb abgesetzt hat.
Die Sympathisanten sind aktuell (Mon Mar 1 02:30:34 CET 2010) komplett männlich. Keine einzige Frau hat sich hier eingetragen.
Bei den Gegnern allerdings, ist bereits der 3. Eintrag erkennbar weiblich. Einer schnellen Zählung nach, sind es deutlich über 10 Frauen, die sich gegen den Mimimimi-Vorstoß aus Berlin richten und ich habe nun (anders als bei den Sympathisanten) nicht in alle Profile reingesehen, um festzustellen ob hinter einem neutralen Nick vielleicht doch eine Frau steckt.
Ich frage mich ob die Sympathisanten vielleicht in die "Mann muß hilflose Frau beschützen"- und die "Nur wer für Feminismus ist, ist kein chauvinistisches Arschloch"-Falle getappt sind.
Haben die Frauen also ein Problem in der Piratenpartei? Und geht es uns besser wenn wir auf die Kerle hören und einige Prinzesschen die - abgesehen von diesem Vorstoß und dem Trällern eines Liedchens - noch nie durch exzessive Parteiarbeit aufgefallen sind?
Die Sympathisanten sind aktuell (Mon Mar 1 02:30:34 CET 2010) komplett männlich. Keine einzige Frau hat sich hier eingetragen.
Bei den Gegnern allerdings, ist bereits der 3. Eintrag erkennbar weiblich. Einer schnellen Zählung nach, sind es deutlich über 10 Frauen, die sich gegen den Mimimimi-Vorstoß aus Berlin richten und ich habe nun (anders als bei den Sympathisanten) nicht in alle Profile reingesehen, um festzustellen ob hinter einem neutralen Nick vielleicht doch eine Frau steckt.
Ich frage mich ob die Sympathisanten vielleicht in die "Mann muß hilflose Frau beschützen"- und die "Nur wer für Feminismus ist, ist kein chauvinistisches Arschloch"-Falle getappt sind.
Haben die Frauen also ein Problem in der Piratenpartei? Und geht es uns besser wenn wir auf die Kerle hören und einige Prinzesschen die - abgesehen von diesem Vorstoß und dem Trällern eines Liedchens - noch nie durch exzessive Parteiarbeit aufgefallen sind?
Kurze Twitterschau zum Piratinnen-Gender-Fail
1. ERWEITERUNG
Wir brauchen ja so dringend einen Schonraum für Frauen. Weil wir Frauen so zart und unsicher sind und uns nicht trauen. Unsicher sein ist sowieso ein reines Frauenproblem.
Aber irgendwie sehen Frauen auf Twitter das doch ein bisschen anders:
Diese Ablehnung auch und gerade durch Frauen? Beinharte Feministinnen packen sofort wieder die 'Stockholm Syndrom'-Theorie der unterdrückten und gehirngewaschenen Frauen aus. Das Totschlagargument um die Gegner zum Schweigen zu bringen, die sich keinen Sand in die Augen streuen lassen, sondern erkennen, dass es sich um eine geschickte Hintenrum-Taktik handelt, um einer kleinen Gruppe - bevorzugt deren AnführerInnen - einen unrechtmässig höheren Happen an Macht und Einfluß einzubringen. Vorgebracht unter der Mimimimimi-Flagge der angeblichen Benachteiligung:
Ebenso bezeichnend ist die Liebe der Initiatorinnen zu piratischen Grundsätzen, wie Transparenz:
Auch die Befürworter reissen sich sogleich die Maske des Gutmenschen vom Gesicht und hervor kommt: Patronismus.
Was bleibt ist die Mißachtung der Frauen, die bereits sehr erfolgreich in der Partei arbeiten. Die ihre Posten - Ja, Posten! - erreicht haben ohne das man ihnen eine Trittleiter hinstellen musste. Und schon tönt die "taz" das Frauen nun endlich auch mitspielen dürfen.
Ein direkter Schlag ins Gesicht der aktiven und engagierten weiblichen Piraten.
Wir brauchen ja so dringend einen Schonraum für Frauen. Weil wir Frauen so zart und unsicher sind und uns nicht trauen. Unsicher sein ist sowieso ein reines Frauenproblem.
Aber irgendwie sehen Frauen auf Twitter das doch ein bisschen anders:
iLoreene: ja schon... ich fühl mich hier ja auch völlig unterdrückt... NIE darf ich was machen xD #mimimi #female #pirat ( @MrNotSure @Michl8383 )
PinkPueppi: Klar machen zum Gendern sucks... und auf Piratinnen kann ich getrost verzichten #lmvb #piratinnen-
CaeVye: Natürlich haben wir heute nicht die volle Gleichstellung. Den Chauvinismus der 70er haben wir aber auch nicht mehr. #piraten #reality-check
Diese Ablehnung auch und gerade durch Frauen? Beinharte Feministinnen packen sofort wieder die 'Stockholm Syndrom'-Theorie der unterdrückten und gehirngewaschenen Frauen aus. Das Totschlagargument um die Gegner zum Schweigen zu bringen, die sich keinen Sand in die Augen streuen lassen, sondern erkennen, dass es sich um eine geschickte Hintenrum-Taktik handelt, um einer kleinen Gruppe - bevorzugt deren AnführerInnen - einen unrechtmässig höheren Happen an Macht und Einfluß einzubringen. Vorgebracht unter der Mimimimimi-Flagge der angeblichen Benachteiligung:
lena_d: Oldschool an der Piratinnen / Piraten Debatte ist vor allem sich einen "Parteitag" zu wünschen der genderwasauchimmer "vorschreibt" #fail
Ebenso bezeichnend ist die Liebe der Initiatorinnen zu piratischen Grundsätzen, wie Transparenz:
PinkPueppi: hach...wir sind ja so piratisch und transparent... geschlossener Twitterkanl passt da gut rein #fail #piratinnen
Auch die Befürworter reissen sich sogleich die Maske des Gutmenschen vom Gesicht und hervor kommt: Patronismus.
FoeBuD: Das ist übrigens Lena Simon, die den Piraten Werte beibringen wird: http://www.youtube.com/watch?v=Zzs_9suYC28
(Bordkapelle) #piraten
(Bordkapelle) #piraten
Was bleibt ist die Mißachtung der Frauen, die bereits sehr erfolgreich in der Partei arbeiten. Die ihre Posten - Ja, Posten! - erreicht haben ohne das man ihnen eine Trittleiter hinstellen musste. Und schon tönt die "taz" das Frauen nun endlich auch mitspielen dürfen.
Ein direkter Schlag ins Gesicht der aktiven und engagierten weiblichen Piraten.
CaeVye: Frauengruppen, die sich bewusst abgrenzen, um eine Opferrolle zu feiern sind nicht feministisch, sondern von gestern. #piraten #gender
Flüchtige Gedanken zu Piratinnen
Piratinnen - Klarmachen zum Gendern.
Wird heutzutage über einen Sprecher in einem - wie auch immer gearteten - Kreis Zuhörer die Augen verdreht, liegt es häufiger daran, dass der Sprecher Bullshit redet oder einfach nicht über das Gesagte nachgedacht hat, als daran, dass der Sprecher männlich oder weiblich ist.
Dem Ruf nach einem augenverdreh-freien Umfeld liegt oft eher der Wunsch zugrunde, unwidersprochen Bullshit reden zu dürfen und kein zweites Mal nachdenken zu müssen, als tatsächliche Ablehnung durch Andere.
Unwidersprochen im eigenen Saft Bullshit zu reden, hilft niemandem. Helfen würde jenen Dreibeinern, jenen menstruierenden Mitgliedern der Gesellschaft, jenen Weder-Nochs und jenen Beides, die ein Problem mit dem Augenverdrehen haben, Mittel an die Hand zu geben, über verdrehten Augen zu stehen. Aber auch das Mittel, eigene Positionen einem Realitätscheck zu unterziehen. Beides erreicht man nicht in abgeschlossenen Zirkeln.
Wird heutzutage über einen Sprecher in einem - wie auch immer gearteten - Kreis Zuhörer die Augen verdreht, liegt es häufiger daran, dass der Sprecher Bullshit redet oder einfach nicht über das Gesagte nachgedacht hat, als daran, dass der Sprecher männlich oder weiblich ist.
Dem Ruf nach einem augenverdreh-freien Umfeld liegt oft eher der Wunsch zugrunde, unwidersprochen Bullshit reden zu dürfen und kein zweites Mal nachdenken zu müssen, als tatsächliche Ablehnung durch Andere.
Unwidersprochen im eigenen Saft Bullshit zu reden, hilft niemandem. Helfen würde jenen Dreibeinern, jenen menstruierenden Mitgliedern der Gesellschaft, jenen Weder-Nochs und jenen Beides, die ein Problem mit dem Augenverdrehen haben, Mittel an die Hand zu geben, über verdrehten Augen zu stehen. Aber auch das Mittel, eigene Positionen einem Realitätscheck zu unterziehen. Beides erreicht man nicht in abgeschlossenen Zirkeln.
Verwandte Links:
These: Grüne Frauen und andere Feministinnen haben Angst vor weiblichen Piraten
Sicherlich, die Liebe zwischen den Grünen und der Piratenpartei kann keine ungetrübte sein. Man wendet sich an eine ähnliche Wählergruppe und auf einmal sind die Grünen ihren Ruf losgeworden DIE junge, unverbrauchte und vorwärtsgewandte Partei zu sein. Opportunisten und Karrieregeile gingen schon immer zur CDU/JU, aber die Jungwähler die wirklich etwas bewegen wollen, denken auf einmal nicht mehr als Erstes an die Grünen. Sowas tut weh und da kann man so ein paar Ausfälligkeiten schon mal verstehen Nicht entschuldigen, aber verstehen.
Dennoch hat mich die Heftigkeit und ja - Bösartigkeit - mit der die Feminismus/Sexismus-Diskussion, vor allem auch aus dem grünen Lager heraus, geführt wurde, von Anfang an erstaunt. Teilweise auch sprachlos gemacht.
Zu Beginn war ich der Ansicht, das Kernproblem bestünde darin, dass die 'Kinder' auf einmal alles anders machen müssen als es ihre 'Eltern' gemacht haben. Dass sie deren Werte und für gut erkannte Regeln biologisch rückstandsfrei kompostiert über Bord werfen und die 'Eltern' dementsprechend beleidigt sind. Das klassische "Was für uns gut genug war, ist auch für dich gut genug, mein Sohn/meine Tochter"-Problem.
Nachdem ich den Beitrag von Anicatha gelesen habe, beschleicht mich aber ein weiteres Gefühl.
Wir sind eine Gefahr für (viele, nicht alle) grüne Frauen und Feministinnen. Direkt. Immanent.

Nicht weil die Piratenpartei sexistisch wäre. Nicht weil die weiblichen Piraten arme, dumme Hascherl sind die nicht merken wie sie unterdrückt werden. Im Gegenteil.
Im Kampf gegen - real existierende - Benachteiligung von Frauen, haben sich insbesondere die Frauen bei den Grünen einen Katalog an Vorteilen verschafft der weit über die Bekämpfung von Sexismus hinausgeht, sondern die Verhältnisse teilweise umkehrt.
Wie bei allen Parteien, sind auch bei den Grünen insgesamt mehr Männer als Frauen vertreten. Mit 37,2% Frauenanteil, liegt dieser deutlich unter 50%. Gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Grünen nicht jede Frau um einen Posten reißt, können wir weiter davon ausgehen, dass jede Frau die einen Posten haben will auch einen bekommt. Jede Frau die etwas sagen will, so inhaltsleer und unsachlich das auch sein mag, wird Gehör finden. Ein Mann der etwas Sinnvolles beitragen will, mitunter nicht.
(Keine Frage, es ist sinnvoll Rednerlisten irgendwann zu begrenzen, denn man kennt es aus Usenet-Diskussionen. Ab der 10. Antwort kommt fast nichts Sinnvolles mehr. Ob es sinnvoll ist die letzte Frau die etwas sagen wollte, als Maßstab zu nehmen, halte ich dagegen für fragwürdig.)
Aber um es kurz zu machen: Die Anstrengung, die Ernsthaftigkeit, die Fachkompetenz die man bei den Grünen mitbringen muß um als Frau etwas zu werden, liegt deutlich unter den Ansprüchen die an die Männer in der Partei gestellt werden. Um mal ein Bild zu verwenden: Während die Kerle die Treppe hochhecheln, fahren die Frauen mit der Rolltreppe an ihnen vorbei.
Nun kommt da eine Partei in der die Frauen für sich in Anspruch nehmen, keine Probleme mit der Treppenbenutzung zu haben. Die gemeinsam mit den Männern, Schulter an Schulter, die Stufen nehmen. Die weder hochgetragen werden möchten, noch eine Rolltreppe gebaut bekommen möchten. Die für sich in Anspruch nehmen ebenso gut, ebenso kompetent, ebenso schnell im Denken, ebenso wortgewandt, ebenso kämpferisch wie die Männer zu sein. Die Männer in der Partei weder als Gegner noch als Konkurrenten begreifen, sondern als Partner. Die einem Mann auf der Treppe ebenso die Hand hinstrecken um ihm über eine schwere Stufe zu helfen, wie ihnen ein Mann eine Hand hinstrecken würde.
Eine Partei mit derart selbstbewussten Frauen die keine Bevorzugung wollen weil sie keine Bevorzugung brauchen, kann die Frage aufwerfen ob die Frauen-Privilegien wie man sie u.a. bei den Grünen findet noch zeitgemäß und gerecht sind. Und genau diese Frage taucht auch auf. Die Privilegien werden in Frage gestellt. Von uns.
Und weil niemand gerne Privilegien abgibt oder auch nur darüber redet sie abzugeben, kämpfen sie mit Klauen und Zähnen gegen uns Emporkömmlinge. Beleidigen sie als so dumm, dass sie ihre eigene Unterdrückung nicht mal mehr merken (Totschlagargument 1) oder als Frauen die eigentlich keine Frauen sind, sondern Männer oder unweibliche Frauen (Totschlagargument 2).
Meiner Ansicht nach, haben nämlich viele Frauen in der Zeit in der sie gemütlich auf der Rolltreppe gefahren sind, verlernt (oder gar nicht erlernt) sich anderen Ansichten fundiert zu stellen. Kritik an ihrer Vorgehensweise oder ihren Ansichten können sie nur Verachtung, Herablassung und Beleidigungen entgegenbringen, aber sie können nicht in eine gleichberechtigte Debatte einsteigen. Sie haben sich die Wege geebnet und sich geschwächt statt sich zu stärken.
Wir sind nicht hilflos und schwach. Wir sind stark. Und deswegen machen wir ihnen Angst.
P.S.:
Hier fügt sich auch die EMMA als 'wir brauchen mehr Rolltreppen'-Agitationsblatt nahtlos ein.
Danke an moeffju für diesen Link.
Dennoch hat mich die Heftigkeit und ja - Bösartigkeit - mit der die Feminismus/Sexismus-Diskussion, vor allem auch aus dem grünen Lager heraus, geführt wurde, von Anfang an erstaunt. Teilweise auch sprachlos gemacht.
Zu Beginn war ich der Ansicht, das Kernproblem bestünde darin, dass die 'Kinder' auf einmal alles anders machen müssen als es ihre 'Eltern' gemacht haben. Dass sie deren Werte und für gut erkannte Regeln biologisch rückstandsfrei kompostiert über Bord werfen und die 'Eltern' dementsprechend beleidigt sind. Das klassische "Was für uns gut genug war, ist auch für dich gut genug, mein Sohn/meine Tochter"-Problem.
Nachdem ich den Beitrag von Anicatha gelesen habe, beschleicht mich aber ein weiteres Gefühl.
Wir sind eine Gefahr für (viele, nicht alle) grüne Frauen und Feministinnen. Direkt. Immanent.
Nicht weil die Piratenpartei sexistisch wäre. Nicht weil die weiblichen Piraten arme, dumme Hascherl sind die nicht merken wie sie unterdrückt werden. Im Gegenteil.
Im Kampf gegen - real existierende - Benachteiligung von Frauen, haben sich insbesondere die Frauen bei den Grünen einen Katalog an Vorteilen verschafft der weit über die Bekämpfung von Sexismus hinausgeht, sondern die Verhältnisse teilweise umkehrt.
Wie bei allen Parteien, sind auch bei den Grünen insgesamt mehr Männer als Frauen vertreten. Mit 37,2% Frauenanteil, liegt dieser deutlich unter 50%. Gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Grünen nicht jede Frau um einen Posten reißt, können wir weiter davon ausgehen, dass jede Frau die einen Posten haben will auch einen bekommt. Jede Frau die etwas sagen will, so inhaltsleer und unsachlich das auch sein mag, wird Gehör finden. Ein Mann der etwas Sinnvolles beitragen will, mitunter nicht.
(Keine Frage, es ist sinnvoll Rednerlisten irgendwann zu begrenzen, denn man kennt es aus Usenet-Diskussionen. Ab der 10. Antwort kommt fast nichts Sinnvolles mehr. Ob es sinnvoll ist die letzte Frau die etwas sagen wollte, als Maßstab zu nehmen, halte ich dagegen für fragwürdig.)
Aber um es kurz zu machen: Die Anstrengung, die Ernsthaftigkeit, die Fachkompetenz die man bei den Grünen mitbringen muß um als Frau etwas zu werden, liegt deutlich unter den Ansprüchen die an die Männer in der Partei gestellt werden. Um mal ein Bild zu verwenden: Während die Kerle die Treppe hochhecheln, fahren die Frauen mit der Rolltreppe an ihnen vorbei.
Nun kommt da eine Partei in der die Frauen für sich in Anspruch nehmen, keine Probleme mit der Treppenbenutzung zu haben. Die gemeinsam mit den Männern, Schulter an Schulter, die Stufen nehmen. Die weder hochgetragen werden möchten, noch eine Rolltreppe gebaut bekommen möchten. Die für sich in Anspruch nehmen ebenso gut, ebenso kompetent, ebenso schnell im Denken, ebenso wortgewandt, ebenso kämpferisch wie die Männer zu sein. Die Männer in der Partei weder als Gegner noch als Konkurrenten begreifen, sondern als Partner. Die einem Mann auf der Treppe ebenso die Hand hinstrecken um ihm über eine schwere Stufe zu helfen, wie ihnen ein Mann eine Hand hinstrecken würde.
Eine Partei mit derart selbstbewussten Frauen die keine Bevorzugung wollen weil sie keine Bevorzugung brauchen, kann die Frage aufwerfen ob die Frauen-Privilegien wie man sie u.a. bei den Grünen findet noch zeitgemäß und gerecht sind. Und genau diese Frage taucht auch auf. Die Privilegien werden in Frage gestellt. Von uns.
Und weil niemand gerne Privilegien abgibt oder auch nur darüber redet sie abzugeben, kämpfen sie mit Klauen und Zähnen gegen uns Emporkömmlinge. Beleidigen sie als so dumm, dass sie ihre eigene Unterdrückung nicht mal mehr merken (Totschlagargument 1) oder als Frauen die eigentlich keine Frauen sind, sondern Männer oder unweibliche Frauen (Totschlagargument 2).
Meiner Ansicht nach, haben nämlich viele Frauen in der Zeit in der sie gemütlich auf der Rolltreppe gefahren sind, verlernt (oder gar nicht erlernt) sich anderen Ansichten fundiert zu stellen. Kritik an ihrer Vorgehensweise oder ihren Ansichten können sie nur Verachtung, Herablassung und Beleidigungen entgegenbringen, aber sie können nicht in eine gleichberechtigte Debatte einsteigen. Sie haben sich die Wege geebnet und sich geschwächt statt sich zu stärken.
Wir sind nicht hilflos und schwach. Wir sind stark. Und deswegen machen wir ihnen Angst.
P.S.:
Hier fügt sich auch die EMMA als 'wir brauchen mehr Rolltreppen'-Agitationsblatt nahtlos ein.
Danke an moeffju für diesen Link.











