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Abgebrannt und kein Ende
Wenn das Unglück zuschlägt, lässt es einen nicht mehr so schnell wieder los. Heute berichtet Carola/Melody über den aktuellen Stand:
so viel kostet es, den hausrat jetzt aus der wohnung zu holen. das zahlt keine versicherung, das müssen wir bezahlen.
selbst machen darf man nicht nach brand, sagte man mir
geht auch nicht wegen einsturzgefahr
und schnell gehen muss es auch noch, die ersten mitbewohner im haus beschweren sich über das abgeplante dach.
kein mensch weiß, was und ob und wieviel die hausratversicherung dann zahlt
vorher muss ich noch da rein und jedes Einzelteil auflisten und fotografieren.
man könnte beinahe mutlos werden momentan.
wenn denn zeit dafür da wäre.
Damit sind 2/3 des bislang gesammelten Geldes auch schon verbraucht. Scheinbar hält die Menschheit ausserhalb der sozialen Netzwerke nicht ganz soviel von Solidarität, Rücksichtname, 'Aufeinander aufpassen' und gegenseitiger Hilfe wie wir. Schade eigentlich.
P.S.:
Carola ist ernsthaft krank und gehört ins Bett. Nicht in einen Versicherungskrieg. Ihr Mann laboriert an Verbrennungen dritten Grades, daher gilt für ihn genau das Gleiche.
Mir wäre auch unwohl, wenn ich kein festes Dach über dem Kopf hätte. Ich kann es den Hausbewohnern nachfühlen. Aber dem doppelten und dreifachen Unglück ignorant noch mehr Druck hinzuzufügen, lässt meinen Magen zusammenkrampfen.
Und Versicherungen. Man braucht sie nur im Desaster. Es ist deren Geschäft und ihr täglich Brot sollte sein, mit Menschen am Rande des Nervenzusammenbruchs umzugehen. Aber sie verwalten die Katastrophe bürokratisch unmenschlich. Wenn das Gegenüber nicht normal funktionieren kann = Pech gehabt.
Abgebrannt
Das Leben ist nicht fair, egal wie sehr wir es uns wünschen. Auch nicht zu guten Menschen. Daher sind wir es, die zumindest hin und wieder für etwas ausgleichende Gerechtigkeit sorgen müssen.
Carola, vielen besser bekannt als Melody, ist eine deutsch Bloggerin der ersten Stunde. Sie bloggte bereits als die Alpha-Blogger von heute noch statische Webseiten schraubten. Sie ist engagiert und gemeinsam mit ihrem Mann beispielsweise die gute, technische Seele hinter dem Netzwerk Texttreff.
Und obwohl Carola immer für alle da ist, anderen eine echte Freundin ist, scheint sie als "Glück" und "Gesundheit" verteilt wurde, gerade mal kurz draussen gewesen zu sein.
Nun hat das Schicksal wieder unbarmherzig zugeschlagen. Carola und ihre Familie haben an einem Abend alles verloren, abgesehen vom nackten Leben, als ihre Wohnung abbrannte.
Auch wenn sie natürlich versichert waren ... selbst die beste Versicherung fängt nicht den gesamten Schaden ab und schickt keine freundlich lächelnden Helfer vorbei die eine neue Wohnung finden und einrichten. Carola ist gesundheitlich angeschlagen, ihr Mann durch den Brand verwundet. Beide sind Selbstständige, die ihres Arbeits- und Lebensraums beraubt wurden, wie auch ihrer Ausrüstung.
Der halbe Texttreff ist bereits auf den Beinen. Organisiert, streicht, räumt, tröstet und kauft ein. Für uns anderen gibt es die Möglichkeit mit Geldspenden über die harte Zeit hinwegzuhelfen.
Es gibt keine digitale Vereinsamung. Nur digitale Solidarität.
Weihnachts-Geschenktipp für das soziale Gewissen
In jeder Familie oder Firma gibt es Personen die Jahr für Jahr beteuern das sie nichts geschenkt bekommen möchten. Selbst wenn in der Firma traditionell gewichtelt wird oder sie eben die einzigen wären die ohne Päckchen am Weihnachtsabend darstellen. Jedes Jahr hört man wieder "Aber du sollst mir doch nichts schenken."
Ein Geschenk von Oxfam Unverpackt dürfte diese Leute zum Schweigen bringen. Wollen sie wirklich nicht das ein armes Dorf eine Ziege erhält? Finden sie es so schlimm das in ihrem Namen Unterricht zur Aufklärung über Geschlechtskrankheiten gehalten wird? Ist es nicht toll ein Klassenzimmer zu stiften oder zu wissen das eine Krankenpflegerin die Dörfer nun nicht mehr zu Fuß abklappert sondern mit dem Radl?
So reizvoll ich direkte Hilfe finde, so skeptisch stehe ich ihr aber auch gegenüber. Nicht zuletzt in dem Bewusstsein das nicht wenige Länder ihr Sozialsystem schon in dem Bewusstsein vieler Hilfsprogramme einrichten. Oder mit anderen Worten, sie legen die Hände in den Schoß, lassen die Menschen hungern und sich Gutmenschen der Industrienationen drum kümmern.
Ob diese Geschenke nun supertoll oder schädlich sind, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Kurzfristige Hilfe nach Naturkatastrophen oder Kriegen ist sicherlich super. Langfristig gesehen sollte jeder Spender mal den Artikel "For God's Sake, Please Stop the Aid!" gelesen haben.
Die Geschenke bei Oxfam Unverpackt bewegen sich in einem Rahmen zwischen 10 € für 10 junge Bäume und 1600€ für einen Brunnen. Vom Taschengeld bis zum Großgeschenk ist für Jeden etwas dabei.


