Krakengate
Sofern ich das richtig verstanden habe, ist es Antisemitismus die Krake als Symboltier für eine weltumspannende Verschwörung, in diesem Falle ACTA, zu verwenden, weil es im Nationalsozialismus ein Symbol für die jüdische Weltverschwörung war.
Nachdem die sogenannte 'Jüdische Weltverschwörung' nichts weiter ist als eine Verschwörungstheorie einer insgesamt intellektuell und logisch herausgeforderten, esoterisch verblendeten Partei und ungefähr auf dem Niveau von Chemtrails rangiert, würde ich, wenn ich die Krake als Symbol für Antisemitismus auch nur akzeptiere, die krude Vorstellung einer jüdischen Weltverschwörung nicht adeln?
Es gab keine jüdische Weltverschwörung. Und nur weil da ein paar Mondsüchtige anderer Meinung waren, muss ich ihren Wahn nicht zur Realität werden lassen und adeln in dem ich Kraken als Symbole meide.
Nochmal für alle: Es gibt keine jüdische Weltverschwörung. Und Kraken sind unschuldig.
Nachdem die sogenannte 'Jüdische Weltverschwörung' nichts weiter ist als eine Verschwörungstheorie einer insgesamt intellektuell und logisch herausgeforderten, esoterisch verblendeten Partei und ungefähr auf dem Niveau von Chemtrails rangiert, würde ich, wenn ich die Krake als Symbol für Antisemitismus auch nur akzeptiere, die krude Vorstellung einer jüdischen Weltverschwörung nicht adeln?
Es gab keine jüdische Weltverschwörung. Und nur weil da ein paar Mondsüchtige anderer Meinung waren, muss ich ihren Wahn nicht zur Realität werden lassen und adeln in dem ich Kraken als Symbole meide.
Nochmal für alle: Es gibt keine jüdische Weltverschwörung. Und Kraken sind unschuldig.
Anderer Ansicht
Sehr schönes Interview mit Marina.
Was Journalisten im Umgang mit der Piratenpartei wirklich noch lernen müssen: Wir sind ständig alle unterschiedlicher Ansicht. Deswegen ist das noch lange kein Streit. Wir kennen keinen Kadavergehorsam, keine gleichgeschaltete Meinung und keine Parteilinie. Wenn ein Mitglied des Vorstands sagt "Ich hätte das anders formuliert", dann bedeutet es genau "Ich hätte das anders formuliert" und nicht einmal, dass inhaltliche Differenzen bestehen.
Noch ein persönliches Wort an Politik-Journalisten: Wenn ihr erwartet, dass sich die Piratenpartei nach den Spielregeln der etablierten Parteien spielt, werdet ihr eine etablierte Partei bekommen. Hört auf, schematisiertes. überholtes Verhalten zu verlangen, sondern erkennt die Chance im Wandel.
Wenn unser Vorsitzender keine Aussage zu Themen machen möchte, dann ist das kein Bug sondern ein Feature. Wenn er sagt, dass seine eigene Meinung nichts aussagt, ist das keine Führungsschwäche, sondern der Ausdruck eines komplett anderen Politikstils. Nicht nur die Politik muß sich verändern, damit sich Menschen wieder dafür interessieren und wählen gehen - auch die Berichterstattung muß eine andere werden.
Wer nach hohlen Phrasen verlangt, nur um eine schnelle Antwort zu bekommen, wird hohle Phrasen erhalten.
Aber nicht mit uns.
Was Journalisten im Umgang mit der Piratenpartei wirklich noch lernen müssen: Wir sind ständig alle unterschiedlicher Ansicht. Deswegen ist das noch lange kein Streit. Wir kennen keinen Kadavergehorsam, keine gleichgeschaltete Meinung und keine Parteilinie. Wenn ein Mitglied des Vorstands sagt "Ich hätte das anders formuliert", dann bedeutet es genau "Ich hätte das anders formuliert" und nicht einmal, dass inhaltliche Differenzen bestehen.
Noch ein persönliches Wort an Politik-Journalisten: Wenn ihr erwartet, dass sich die Piratenpartei nach den Spielregeln der etablierten Parteien spielt, werdet ihr eine etablierte Partei bekommen. Hört auf, schematisiertes. überholtes Verhalten zu verlangen, sondern erkennt die Chance im Wandel.
Wenn unser Vorsitzender keine Aussage zu Themen machen möchte, dann ist das kein Bug sondern ein Feature. Wenn er sagt, dass seine eigene Meinung nichts aussagt, ist das keine Führungsschwäche, sondern der Ausdruck eines komplett anderen Politikstils. Nicht nur die Politik muß sich verändern, damit sich Menschen wieder dafür interessieren und wählen gehen - auch die Berichterstattung muß eine andere werden.
Wer nach hohlen Phrasen verlangt, nur um eine schnelle Antwort zu bekommen, wird hohle Phrasen erhalten.
Aber nicht mit uns.
Urheberrechtsgedöns
Gerade überlege ich mir, ob ich mich auf die Tatsache hin lachen oder mich besaufen soll, dass ernsthaft als Gegenargument gegen ein urheberfreundliches Urheberrecht der Umstand genannt wird, dass die reichsten und einflussreichsten Teile der Verwertungskette - z.B. die Filmindustrie - nicht einfach genug an ihr Material kommen.
Next Stop: Weniger Kündigungsschutz für leichteren Zugang zu freigestellten Arbeitnehmern.
Next Stop: Weniger Kündigungsschutz für leichteren Zugang zu freigestellten Arbeitnehmern.
BGE
Beim flüchtigen Scannen der Pressestimmen heute abend, fiel mir was ins Auge, was mich schon länger nervt. Den Piraten wird "Links Sein" unterstellt, weil sie sich für das BGE ausgesprochen haben.
Ich bin mir ehrlich nicht im Klaren, was es mit "links" zu tun hat, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie Menschen in einer Gesellschaft leben werden, in der Arbeit, vor allem manuelle und niedrig-qualifizierte Arbeit ein Auslaufmodell ist.
Das hat nichts mit 'links' zu tun. Es hat aber viel damit zu tun, nicht die Hände über die Ohren zu klappen und laut zu summen. Phantasien von Vollbeschäftigung in einer Zeit in der die Robotik mit zunehmender Schnelligkeit verbessert wird und die Zahl der Menschen, die Morgens zum Schichtbeginn durch die Tore der Opelwerke strömen rapide abnimmt, zeugen von Wirklichkeitsverleugnung. Politik nach Vierteljahresplan. Wen interessiert schon, was übermorgen ist, wenn man heute Zweifler noch mit Versprechen aus der Frühzeit der Industrialisierung einlullen kann.
Es ist auch nicht 'Rechts' zu glauben sich um das Problem nicht kümmern zu müssen. Zu glauben oder zu hoffen, dass man immer weiter behaupten kann, die Betroffenen seien doch nur arbeitsscheu und selbst schuld. Zu glauben, man dürfte jene, die keine "Leistungsträger" sind, einfach auf der Straße verhungern lassen oder wenigstens via Hartz IV in die Halbsklaverei drängen. Das ist nicht rechts, das ist einfach kurzsichtig und bescheuert.
Ich habe die Antworten auf die Veränderungen nicht. Ich weiss nicht ob das BGE die Antwort ist, aber es ist eine mögliche Antwort. Und sie muß gedacht werden, weil die Zeit nicht stehen bleibt. Weil die tausenden Menschen, die heute vom Fließband befreit werden, morgen nicht alle Floristen und Bankkaufleute sind. Sie sind nur eines: Arbeitslos.
Es gibt vieles, dass es am BGE zu kritisieren wäre und davon hat wenig mit "die werden dann alle nicht mehr Arbeiten und nur noch in der Eckkneipe saufen" zu tun. Vielmehr mit der höheren Abhängigkeit von Staat.
Aber 'links' ist das nicht. Es ist Zukunftsfähig.
Ich bin mir ehrlich nicht im Klaren, was es mit "links" zu tun hat, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie Menschen in einer Gesellschaft leben werden, in der Arbeit, vor allem manuelle und niedrig-qualifizierte Arbeit ein Auslaufmodell ist.
Das hat nichts mit 'links' zu tun. Es hat aber viel damit zu tun, nicht die Hände über die Ohren zu klappen und laut zu summen. Phantasien von Vollbeschäftigung in einer Zeit in der die Robotik mit zunehmender Schnelligkeit verbessert wird und die Zahl der Menschen, die Morgens zum Schichtbeginn durch die Tore der Opelwerke strömen rapide abnimmt, zeugen von Wirklichkeitsverleugnung. Politik nach Vierteljahresplan. Wen interessiert schon, was übermorgen ist, wenn man heute Zweifler noch mit Versprechen aus der Frühzeit der Industrialisierung einlullen kann.
Es ist auch nicht 'Rechts' zu glauben sich um das Problem nicht kümmern zu müssen. Zu glauben oder zu hoffen, dass man immer weiter behaupten kann, die Betroffenen seien doch nur arbeitsscheu und selbst schuld. Zu glauben, man dürfte jene, die keine "Leistungsträger" sind, einfach auf der Straße verhungern lassen oder wenigstens via Hartz IV in die Halbsklaverei drängen. Das ist nicht rechts, das ist einfach kurzsichtig und bescheuert.
Ich habe die Antworten auf die Veränderungen nicht. Ich weiss nicht ob das BGE die Antwort ist, aber es ist eine mögliche Antwort. Und sie muß gedacht werden, weil die Zeit nicht stehen bleibt. Weil die tausenden Menschen, die heute vom Fließband befreit werden, morgen nicht alle Floristen und Bankkaufleute sind. Sie sind nur eines: Arbeitslos.
Es gibt vieles, dass es am BGE zu kritisieren wäre und davon hat wenig mit "die werden dann alle nicht mehr Arbeiten und nur noch in der Eckkneipe saufen" zu tun. Vielmehr mit der höheren Abhängigkeit von Staat.
Aber 'links' ist das nicht. Es ist Zukunftsfähig.
Impression vom KAMUNA-Infostand
Infostand am 06.08.2011 auf dem Marktplatz Karlsruhe, anlässlich der Karlsruher Museumsnacht
Unter dem Pavilion haben nicht nur Piraten Zuflucht gefunden
Unter dem Pavilion haben nicht nur Piraten Zuflucht gefunden
Beim nächsten Mal nehmen wir gleich ein Schiff.
Piratenschwarz
Wer nicht an den konservativen Backlash glaubt, muß lediglich einem gwissen Flügel urheberrechtskritischer Piraten lauschen. Sie klingen ungefähr wie Großbürger 1889 oder CDU-Wähler 1950. Für die alle war Künstler auch kein echter Beruf, sondern allenfalls ein exzentrisches Hobby.
Servergate-Linkliste
Gibt's noch weitere Piraten die bei Diigo sind? Würde mich über weitere Mitglieder/Mithelfer in der Gruppe freuen.
Integration
Die Piraten bekennen sich zu Integration. Gesellschaftliche Teilhabe und so. Auch für Menschen mit Behinderungen. Eigentlich. Also es steht irgendwo im Programm.
Aber selbst das Gedankenspiel an zum Beispiel einen gehörlosen Vorsitzenden bringt gleich die Bedenkenträger auf den Plan. "Das geht nicht."
Liebe Piraten. Wenn wir unser Programm wirklich ernst nehmen. Wenn wir es ernst meinen, mit der Integration und der gesellschaftlichen Teilhabe, sowie dem Abbauen von Barrieren, dann dürfte die Reaktion auf einen sinnes-eingeschränkten Kandidaten nicht lauten "Das geht nicht" sondern "Wie machen wir es möglich?".
Aber selbst das Gedankenspiel an zum Beispiel einen gehörlosen Vorsitzenden bringt gleich die Bedenkenträger auf den Plan. "Das geht nicht."
Liebe Piraten. Wenn wir unser Programm wirklich ernst nehmen. Wenn wir es ernst meinen, mit der Integration und der gesellschaftlichen Teilhabe, sowie dem Abbauen von Barrieren, dann dürfte die Reaktion auf einen sinnes-eingeschränkten Kandidaten nicht lauten "Das geht nicht" sondern "Wie machen wir es möglich?".
Verwandte Links:
Twitter für Journalisten
Der Bundesverband der Piratenpartei ruft dazu auf Journalisten mit technischem Fachwissen zu unterstützen und ihnen Twitter-Seminare anzubieten. Da ich vor Kurzem eine Präsentation ausgearbeitet habe, die eine Twitter-Schulung für Unternehmer begleitet, stelle ich diese Präsentation dafür zur Verfügung. Sie kann kopiert und verändert werden (Namensnennung wäre wie immer nett.):
Noch ein paar Fakten:
Bei rund 6 Teilnehmern benötigt man rund 3 Stunden für den reinen theoretischen Teil. Für praktische Übungen muß entsprechend mehr Zeit gerechnet werden. Ich empfehle daher einen kompletten Seminartag von 6 Stunden plus Pausen einzuplanen.
Die Präsentation ist "Work in Progress". Ich arbeite im Allgemeinen daran nur weiter, wenn ich einen festen Seminartermin habe. Sie enthält Lücken und kann auch immer wieder aktualisiert oder konkretisiert werden.
Verbesserungsvorschläge nehme ich gerne hier in den Kommentaren oder in den Kommentaren auf Prezi an. Sie werden aber erst umgesetzt, wenn die Arbeit an der Präsentation in meiner Prioritätenliste ganz oben steht.
Das kann natürlich schnell gehen. Deswegen lohnt es sich beim Original vorbeizusurfen, selbst wenn ihr euch eine Kopie gezogen und angepasst habt.
Für Twitter-Seminare (und andere Themen!) bin ich buchbar. Solange sie im Rahmen von Piraten-Projekten stattfinden, gegen Fahrtkosten, Kost und Logis. Für Unternehmen setze ich übliche Tarife an. Für Anfragen einfach Kontakt aufnehmen. Piraten nehmen bitte über die Piraten-Only Mailadresse Kontakt auf: piraten AT diese Domain.
Twitter 101 on Prezi
Noch ein paar Fakten:
Bei rund 6 Teilnehmern benötigt man rund 3 Stunden für den reinen theoretischen Teil. Für praktische Übungen muß entsprechend mehr Zeit gerechnet werden. Ich empfehle daher einen kompletten Seminartag von 6 Stunden plus Pausen einzuplanen.
Die Präsentation ist "Work in Progress". Ich arbeite im Allgemeinen daran nur weiter, wenn ich einen festen Seminartermin habe. Sie enthält Lücken und kann auch immer wieder aktualisiert oder konkretisiert werden.
Verbesserungsvorschläge nehme ich gerne hier in den Kommentaren oder in den Kommentaren auf Prezi an. Sie werden aber erst umgesetzt, wenn die Arbeit an der Präsentation in meiner Prioritätenliste ganz oben steht.
Das kann natürlich schnell gehen. Deswegen lohnt es sich beim Original vorbeizusurfen, selbst wenn ihr euch eine Kopie gezogen und angepasst habt.
Für Twitter-Seminare (und andere Themen!) bin ich buchbar. Solange sie im Rahmen von Piraten-Projekten stattfinden, gegen Fahrtkosten, Kost und Logis. Für Unternehmen setze ich übliche Tarife an. Für Anfragen einfach Kontakt aufnehmen. Piraten nehmen bitte über die Piraten-Only Mailadresse Kontakt auf: piraten AT diese Domain.
Wie Kulturschaffende Geld verdienen
Wie bereits mehrmals erwähnt, sind Kulturschaffende in der überwiegenden Mehrheit freiberufliche Unternehmer. Als solche unterliegen sie den Gesetzen des Marktes und der ist im Kulturbereich weniger vorhersagbar als beispielsweise im Bereich der IT-Beratung. Manche Kulturarbeiter produzieren fassbare Werke, wie Skulpuren oder Gemälde, manche weniger fassbare, weil kopierbare, Werke wie Bücher, Zeichnungen oder Musik.
Ein Autor, der von seinen Tantiemen leben möchte, muss wie am Fließband schreiben. Entweder für den Bereich der Heftromane, die am Bahnhofskiosk verkauft und ebenso nebenbei konsumiert werden wie die BILD, oder indem er sich schon einen Namen gemacht hat und durch Marketing und Ruf eine gewisse Lesergemeinde erworben hat.
Nicht jeder Autor ist Willens oder in der Lage dieses Tempo durchzuhalten. Beim Heftroman ist das ein Ausstoß von einem Roman in 3-4 Wochen. Also heißt für den durchschnittlichen Kulturschaffenden das Zauberwort: Mischkalkulation.
Wie in den Kommentaren zu diesem Artikel schon erwähnt, bedeutet es, dass ein Produzent einerseits "freie Werke" schafft, die von Anfang bis Ende seine Kopfgeburten sind, dass er aber zusätzlich Auftragsarbeiten annimmt. Ich will das hier mal "Pflicht" für Auftragsarbeiten und "Kür" für die 'freien Werke' nennen.
Konkret sieht es dann so aus, dass beispielsweise Petra A. Bauer die eigentlich Krimi- und Jugendbuchautorin ist, dann auch mal eine Kinderbroschüre zum Thema Solarenergie betextet oder Kolumnen für Magazine schreibt. Beim Comiczeichner Flix wären die "Heldentage" die Kür und Firmenmaskottchen oder Illustrationen für kommerzielle Publikationen die Pflicht.
Die Pflicht macht es vielen Kulturschaffenden erst möglich, sich zu professionalisieren und den Beruf eben nicht als Hobby zu betreiben. Sie ermöglicht den grundlegenden Selbsterhalt, Fortbildung, finanziert die Recherche für die Kür oder das Atelier. Damit die Mischkalkulation aber aufgehen kann, muß auch die Kür früher oder später zum gesamten Lebensunterhalt beitragen. Je weniger die Kür abwirft um so mehr muß ein Kulturschaffender auf der Pflicht-Seite hinzuverdienen.
Auf die Pflicht ganz zu verzichten, schaffen nur die 'Oberen Zehntausend'. Also die Kunstarbeiter, die über ihre Kunst durchaus zu Wohlstand oder Reichtum kommen können. Wer es 'schafft' und wer damit reich wird, hängt von vielen Faktoren ab und ein Großer nennt sich Zeitgeist.
Jeder Kulturschaffende, den ich näher kenne, liegt ständig im Kampf damit Pflicht und Kür ausbalanciert zu halten. Die Pflicht mit ihren engen Terminen, anspruchsvollen Auftraggebern und hohen Anforderungen, raubt zu oft der Kür die Zeit und Energie. Zumal die Kür dann ja irgendwie geschoben werden kann und die Pflicht eben nicht.
Künstler die es nicht 'geschafft' haben, müssen der Pflicht einfach zum Selbsterhalt einen größeren Spielraum einräumen, als ihnen selbst lieb ist - oder für ihr inneres Wohl gut ist.
Denn eigentlich will jeder Künstler das herauslassen, was in ihm schlummert und an die Oberfläche drängt. Das klingt nun melodramatisch, aber die Nicht-Kulturschaffenden die diesen Artikel lesen, müssen mir hier einfach mal glauben. Das ist so, und dieses innere Drängen kann manchmal verdammt weh tun.
Die Pflicht ist aber noch etwas anderes als 'lästige Pflicht' zum Erwerb des lebensnotwendigen Minimums:
Die Pflicht ist gesteuerte und kontrollierte Kultur.
Nehmen wir zum Beispiel einen Bildhauer. Auch ein Bildhauer würde sicherlich am Liebsten ständig an den Skulpturen arbeiten, die in hoch-inspirativen Momenten vor seinem inneren Auge entstehen. Eine wichtige Einkommensstütze für Bildhauer, sind aber die 5%, die beim Bau jedes neuen öffentlichen Gebäudes für Kunst ausgegeben werden müssen. Nun wird ein Bildhauer, der den Auftrag bekommt ein Bildnis für den Neubau des Finanzamtes zu schaffen, keine Statue schaffen können, die den Bürger im Würgegriff der Behörde darstellt.
Auch ein Künstler, der angestellt wird eines der bekannten, protzigen Gebilde zu erschaffen mit denen große Bankhäuser gerne den Vorgarten schmücken, wird kaum das Milliardengrab der Bankenrettung thematisieren können.
Auch öffentliche Gelder der Kulturförderung wurden schon oft genug zurückgezogen, wenn Kunstwerke Regierenden oder anderen einflußreichen Personen ein Dorn im Auge waren. Die damalige Regierung versuchte zum Beispiel gegen einen Literaturpreis für den Jugendroman "Die Wolke" zu intervenieren, weil er der Atompolitik in die Quere kam.
Auch wenn viele 'offene Kunstfreunde' gerne versuchen einen anderen Eindruck zu erwecken. Auftragswerke müssen immer auch dem Geschmack des Auftraggebers entsprechen und dürfen ihm nicht vor die Füße pinkeln. Man beisst nicht die Hand, die einen füttert.
Richtungsänderungen in der Kultur, sind nur durch freie Werke möglich, die ihre Chance haben müssen auf dem freien Markt ihre Liebhaber zu finden. Egal wie lange es dauert.
Die radikal neue Form der Malerei, mit der die Impressionisten dem damaligen Kunstverständnis mit offener Hand ins Gesicht schlugen, wäre nicht mit Auftragswerken erreicht worden.
Jeder der an den Möglichkeiten sägt freie Kunst unbehindert zu monetarisieren, muss sich bewusst sein, dass seine eigentliche Forderung lautet:
Ich will mehr kontrollierte, subventionierte und finanz-gesteuerte Kultur.
Ein Autor, der von seinen Tantiemen leben möchte, muss wie am Fließband schreiben. Entweder für den Bereich der Heftromane, die am Bahnhofskiosk verkauft und ebenso nebenbei konsumiert werden wie die BILD, oder indem er sich schon einen Namen gemacht hat und durch Marketing und Ruf eine gewisse Lesergemeinde erworben hat.
Nicht jeder Autor ist Willens oder in der Lage dieses Tempo durchzuhalten. Beim Heftroman ist das ein Ausstoß von einem Roman in 3-4 Wochen. Also heißt für den durchschnittlichen Kulturschaffenden das Zauberwort: Mischkalkulation.
Wie in den Kommentaren zu diesem Artikel schon erwähnt, bedeutet es, dass ein Produzent einerseits "freie Werke" schafft, die von Anfang bis Ende seine Kopfgeburten sind, dass er aber zusätzlich Auftragsarbeiten annimmt. Ich will das hier mal "Pflicht" für Auftragsarbeiten und "Kür" für die 'freien Werke' nennen.
Konkret sieht es dann so aus, dass beispielsweise Petra A. Bauer die eigentlich Krimi- und Jugendbuchautorin ist, dann auch mal eine Kinderbroschüre zum Thema Solarenergie betextet oder Kolumnen für Magazine schreibt. Beim Comiczeichner Flix wären die "Heldentage" die Kür und Firmenmaskottchen oder Illustrationen für kommerzielle Publikationen die Pflicht.
Die Pflicht macht es vielen Kulturschaffenden erst möglich, sich zu professionalisieren und den Beruf eben nicht als Hobby zu betreiben. Sie ermöglicht den grundlegenden Selbsterhalt, Fortbildung, finanziert die Recherche für die Kür oder das Atelier. Damit die Mischkalkulation aber aufgehen kann, muß auch die Kür früher oder später zum gesamten Lebensunterhalt beitragen. Je weniger die Kür abwirft um so mehr muß ein Kulturschaffender auf der Pflicht-Seite hinzuverdienen.
Auf die Pflicht ganz zu verzichten, schaffen nur die 'Oberen Zehntausend'. Also die Kunstarbeiter, die über ihre Kunst durchaus zu Wohlstand oder Reichtum kommen können. Wer es 'schafft' und wer damit reich wird, hängt von vielen Faktoren ab und ein Großer nennt sich Zeitgeist.
Jeder Kulturschaffende, den ich näher kenne, liegt ständig im Kampf damit Pflicht und Kür ausbalanciert zu halten. Die Pflicht mit ihren engen Terminen, anspruchsvollen Auftraggebern und hohen Anforderungen, raubt zu oft der Kür die Zeit und Energie. Zumal die Kür dann ja irgendwie geschoben werden kann und die Pflicht eben nicht.
Künstler die es nicht 'geschafft' haben, müssen der Pflicht einfach zum Selbsterhalt einen größeren Spielraum einräumen, als ihnen selbst lieb ist - oder für ihr inneres Wohl gut ist.
Denn eigentlich will jeder Künstler das herauslassen, was in ihm schlummert und an die Oberfläche drängt. Das klingt nun melodramatisch, aber die Nicht-Kulturschaffenden die diesen Artikel lesen, müssen mir hier einfach mal glauben. Das ist so, und dieses innere Drängen kann manchmal verdammt weh tun.
Die Pflicht ist aber noch etwas anderes als 'lästige Pflicht' zum Erwerb des lebensnotwendigen Minimums:
Die Pflicht ist gesteuerte und kontrollierte Kultur.
Nehmen wir zum Beispiel einen Bildhauer. Auch ein Bildhauer würde sicherlich am Liebsten ständig an den Skulpturen arbeiten, die in hoch-inspirativen Momenten vor seinem inneren Auge entstehen. Eine wichtige Einkommensstütze für Bildhauer, sind aber die 5%, die beim Bau jedes neuen öffentlichen Gebäudes für Kunst ausgegeben werden müssen. Nun wird ein Bildhauer, der den Auftrag bekommt ein Bildnis für den Neubau des Finanzamtes zu schaffen, keine Statue schaffen können, die den Bürger im Würgegriff der Behörde darstellt.
Auch ein Künstler, der angestellt wird eines der bekannten, protzigen Gebilde zu erschaffen mit denen große Bankhäuser gerne den Vorgarten schmücken, wird kaum das Milliardengrab der Bankenrettung thematisieren können.
Auch öffentliche Gelder der Kulturförderung wurden schon oft genug zurückgezogen, wenn Kunstwerke Regierenden oder anderen einflußreichen Personen ein Dorn im Auge waren. Die damalige Regierung versuchte zum Beispiel gegen einen Literaturpreis für den Jugendroman "Die Wolke" zu intervenieren, weil er der Atompolitik in die Quere kam.
Auch wenn viele 'offene Kunstfreunde' gerne versuchen einen anderen Eindruck zu erwecken. Auftragswerke müssen immer auch dem Geschmack des Auftraggebers entsprechen und dürfen ihm nicht vor die Füße pinkeln. Man beisst nicht die Hand, die einen füttert.
Richtungsänderungen in der Kultur, sind nur durch freie Werke möglich, die ihre Chance haben müssen auf dem freien Markt ihre Liebhaber zu finden. Egal wie lange es dauert.
Die radikal neue Form der Malerei, mit der die Impressionisten dem damaligen Kunstverständnis mit offener Hand ins Gesicht schlugen, wäre nicht mit Auftragswerken erreicht worden.
Jeder der an den Möglichkeiten sägt freie Kunst unbehindert zu monetarisieren, muss sich bewusst sein, dass seine eigentliche Forderung lautet:
Ich will mehr kontrollierte, subventionierte und finanz-gesteuerte Kultur.


