Wahl-Fiktion
Jokers bloggt

Relativ unbeachtet von der deutschen Blogosphäre (oder vielleicht ging es auch nur bei mir unter) ist im Mai ein weiteres Corporate-Blog an den Start gegangen.
Der Restauflagen-Händler Jokers - beliebt und gefürchtet von allen bibliophilen Menschen, weil man einfach zu leicht in die Versuchung gerät bei den Schnäppchen ungehemmt zuzugreifen - bloggt über den Alltag, die Neuigkeiten in ihrem Hause, Wissenswertes aus dem Internet und Wissenswertes für Bücherwürmer.
Das Blog hat es heute in mein Firefox-Sage-Plugin geschafft und ich werde es mir regelmäßig zu Gemüte führen. Aber hoffentlich deswegen nicht noch mehr Geld bei Jokers lassen, auch wenn ich vermute das die Firma gar nichts dagegen hätte.
Warten auf das Christk... Harry Potter

*hechel*
die unten aufgeführten Artikel haben wir an folgende Adresse versendet:
Am Menge Titel
15.07.2005 1 Rowling,;Harry Potter 6 and the Half Bl
Wer in Karlsruhe vorbestellt hat, könnte das Buch noch vor mir bekommen...
Towel Day!

Wieder jährt sich der Towel Day. Also vergesst nicht, ein Handtuch mit euch zu tragen, sobald ihr das Haus verlasst.
Und schickt Bilder
Von der Schwierigkeit als australischer Autor internationale Bekanntschaft zu erlangen

Irgendwann im Laufe des Jahres 2002 schlenderte ich ein wenig unmotiviert durch die Karlsruher Fußgängerzone und kehrte dabei auch in einen Buch-Discounter ein. Ich hatte nicht vor etwas zu kaufen, sondern wollte mir nur die Zeit vertreiben, als ich dann vor dem mageren Fantasy-Regal landete und meinen Blick schweifen ließ. Dabei stach mir ein Buch mit dem Titel Dunkler Winter ins Auge und es sollte etwas merkwürdiges passieren.
Ein Verkäufer dieses Discounters stellte sich nicht als der übliche, desinteressierte Sales-Droide dar, sondern er sprang mich beinahe an, als er sah nach welchem Buch ich gegriffen hatte.
'Ich müsse es un-be-dingt lesen. Es sei ein absolut geniales Buch, eines der neuen Sterne am Fantasy Himmel..'
Abgesehen davon daß mich die Tatsache erstaunte hier so etwas wie einen _Fach_verkäufer vorzufinden, war es das irre Glitzern in seinen Augen, das nur dem eines Drogendealers gleicht, der potentiellen Käufern den Stoff in den höchsten Tönen anpreist, das mich überzeugte dem Buch doch eine Chance zu geben.
Also trug ich Dunkler Winter nach Hause und war sofort angefixt. Wie eine Süchtige wartete ich auf den nächsten Schuß... beziehungsweise darauf die nächsten beiden Bände der Tenabra-Triologie Dunke Reise und Dunkler Sieg erwerben zu können und inhalierte auch diese. Seit damals versuchte ich regelmässig den Namen des Autos Dave Luckett bei Amazon
In meiner Verzweiflung ging ich sogar nach amazon.com um nachzusehen ob wenigstens in Gods own Country mehr von meinen neu erkorenen Lieblingsautor zu finden war. Tatsächlich stieß ich auf die Rhianna Chronicles bei denen mich der Zusatz Childrens Book irritierte.
Konnte es wirklich sein, das ein Schriftsteller fantastischer, erwachsener Fantasy sich ansonsten nur für Kinderbücher verantwortlich zeigte? Um meines eigenen Genusses Willen, hoffte ich nicht und versuchte weiter amazon.com abzugrasen. Doch ausser den Chronicles fand ich dort nur die deutschen(sic!) Ausgaben der Tenabra-Triologie, die von einem Dritt-Händer dort inzwischen ab 113.09$ angeboten werden. *faint*
Scheinbar, anders kann ich mein Suchergebnis nicht interpretieren, war die Triologie niemals in den USA aufgelegt worden.
Um mir endlich Klarheit zu verschaffen, quälte ich Google und wurde auch schnell mit der Homepage Dave Lucketts fündig. Ein kurzer Blick unter Books und ich erkannte das Dave Luckett, mein angebeteter Stern unter den Fantasy-Autoren, mitnichten nur 6 Bücher geschrieben hatte.
13 bisher erschienene Publikationen nennt er sein eigen und an der 14., Iron Soldiers, einem Schul-Geschichtsbuch über Rüstungen, arbeitet er gerade.
Also handelt es sich bei ihm nicht um einen unbekannten Jung-Autor vom Rande der bekannten Welt, sondern um einen schon eher etablierten australischen Fiction-Writer, der auch schon (einheimische) Preise abräumen durfte.
Der Bekanntheitsgrad Dave Lucketts ausserhalb Australiens steht in definitiv keinem Zusammenhang mit der Qualität seiner Arbeit, daher bitte ich Heyne inständig, doch zumindest die Tenabra-Triologie neu aufzulegen.
Bis dahin, und da ich weiß das meine kleinste Schwester dieses Genre mag, habe ich die Rhianna Chronicles: The Girl, the Dragon and the Wild Magic, The Girl, the Apprentice, and the Dogs of Iron und The Girl, the Queen and the Castle bestellt, um sie ihr bei entsprechenden Gelegenheiten zu schenken.. und sie hoffentlich dadurch zu animieren auch mal ein Buch auf englisch zu lesen. Und vielleicht.. naja.. vielleicht.. les ichs vorher auch mal selbst.
![]() | (Book) Dave Luckett Released: Juli 2002 |
![]() | (Book) Dave Luckett Released: Juli 2002 |
![]() | (Book) Dave Luckett Released: August 2002 |
Rezension: Die wahre Geschichte der Geisha
![]() | (Book) Mineko Iwasaki, Rande Brown, Elke VomScheidt Released: November 2004 |
Kaum ein traditioneller, japanischer Beruf wird im Okzident derart mißverstanden wie der Beruf der Geisha. Mit dem geläufigen Vorurteil eine Geisha sei eine Edelprostituierte, liegt man jedoch weit daneben. 'Frau der Künste' ist die wohl treffenste Übersetzung des Begriffs und beinhaltet den Hinweis auf ihre Hauptaufgaben, als perfekte, hochbezahlte Unterhalterin, die von wohlhabenden Gastgebern angestellt wird.
Geishas erlernen verschiedenste Künste, von traditionellen Tanzformen, über Gesang und verschiedene Instrumente, die Kunst der Konversation, bis hin zur japanischsten aller Künste, der Teezeremonie.
Mineko Iwasaki war eine Geisha, die in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts, im Alter von Fünf ihre Ausbildung begann und die trotz deutlicher autistischer Züge zu einer der begehrtesten Geikos Kyotos wurde... Wirtschaftliche Schwierigkeiten zwingen Minekos Geburtsfamilie ein Arrangement mit einer 'okiya' – Häuser in denen ausschließlich Frauen leben und zu Geishas ausgebildet werden - zu treffen. Zwei Mädchen werden zur Ausbildung in die Iwasaki-Okiya gesand. Jahre später, wendet sich das Oberhaupt dieser Okiya wieder an die Familie um eine weitere Tochter für die Laufbahn einer Geisha anzuwerben. Auch um Mineko, die zu diesem Zeitpunkt noch Masako Tanaka heißt, wird geworben. Gegen den anfänglichen Widerstand ihrer Eltern, entschließt sich die fünfjährige Masako in die Okiya einzutreten und zu ihrer Atotori, der Erbin, zu werden.
Während normale Kinder spielen dürfen, erlernt sie neben dem normalen Schulunterricht, Tanz, Kalligraphie, Koto und Shamisen (traditionelle, japanische Saiteninstrumente), sowie die Verwaltung einer Okiya. Mit fünfzehn Jahren, nach Abschluß der Mittelschule, feiert Mineko ihr, schon lange vorher mit Spannung erwartetes, Debut als Maiko ('Frau des Tanzes') und mit zwanzig Jahren 'wendet sie den Kragen', wird somit zur erwachsenen Geiko oder Geisha. Schon mit neunundzwanzig Jahren, auf der Höhe ihrer Karriere, zieht sich Mineko Iwasaki ganz aus dem Beruf zurück, nachdem ihr Versuch die Ausbildung der Geishas zu reformieren gescheitert war.
Die Autobiografie beschreibt packend, wie sich das menschenscheuen Kind zuerst zur jugendlichen Tänzerin und später zur erwachsenen Künstlerin entwickelt, immer wieder begleitet von kleinen Rückschlägen oder persönlichen Katastrophen. Und sie beleuchtet unbeschönigt auch die Schattenseiten eines extrem anstrengenden Berufes, der nach unseren Begriffen höchstens mit dem einer Primaballerina zu vergleichen ist.
Das Buch ist eine Pflichtlektüre für alle, die von einer Biografie mehr erwarten als Bohlensche Ergüsse und auf jeden Fall für all jene die sich für japanische Traditionen in einer modernen Welt interessieren. Ein Lesegenuß.
Weblinks:
Rezension: Der Blumenkrieg
![]() | (Buch) Tad Williams, Hans-Ulrich Möhring Released: Juli 2004 |
Theo Vilmos ist dreißig. Ein Alter in dem alle Welt erwartet daß man die Tween-Jahre genutzt hat um erwachsen zu werden.
Doch Theo ist nicht erwachsen geworden. Er jobbt als Ausfahrer in einem kleinen Blumenladen und ist Sänger einer Garagen-Band. Das Erwachsenste in seinem Leben ist das Kind, das seine Verlobte Cat erwartet. Noch während Theo mit seinem Leben, und dem Gefühl nicht in diese Welt zu gehören, hadert, verliert Cat ihr gemeinsames Kind und verlässt den glücklosen Musiker daraufhin.
Ein weiterer Schicksalsschlag folgt und lässt ihn alleine auf der Welt zurück. Im Nachlaß seiner Mutter findet er einen merkwürdigen Hinweis, der ihn zu einem Tagebuch seines Großonkels führt. Die Lektüre dieses Buchs und andere, eher ungesunde, Ereignisse bringen ihn, unterstützt durch eine gerade handgroße Elfe namens Apfelgriebs, in eine Welt die parallel zu der unseren existiert und von Feenwesen der verschiedensten Gattungen bewohnt wird... So märchenhaft Theo dort zuerst alles anmutet, muß er leider feststellen das die Märchenwelt der unseren auf schreckliche Weise zu ähneln beginnt, indem die Natur für den angeblich nötigen Fortschritt zerstört wird und Feen in Fabriken ausgebeutet werden. Forciert wird dies durch die herrschenden Feen-Familien; den Blumen.
Nur langsam erkennt der Sänger seine Rolle in dieser fremden Welt und deckt mit neugewonnen Freunden eine grausame Intrige auf.
Tad Williams gelingt es in 'Der Blumenkrieg' aus bekannten Elementen der Fantasyliteratur und Volkssagen eine ganz neue Welt zu kreieren, die kaum plastischer und mitreißender beschrieben werden könnte. Die ersten 750 Seiten des 800 Seiten-Wälzers lassen einen einfach nicht mehr los. Dann jedoch, scheint dem Autor die Puste ausgegangen zu sein oder er wollte sein Buch irgendwie zu Ende bringen, ohne noch einmal die gleiche Seitenanzahl aufzuwenden. Die letzten beiden Kapitel versickern jedenfalls in einer merkwürdigen, halbgaren Stimmung, die dem restlichen Buch einfach nicht gerecht wird, aber dem Gesamtwerk nachhaltigen Schaden zufügt.
Dieser starke Abfall, macht das Buch leider nur für eingeschworene Tad Williams-Fans empfehlenswert. Schade drum.






