We are not afraid!
Was soll ich sagen...
Gestern, nach den Anschlägen in London, fühlte ich nur ein extrem geringes Interesse daran in naher Zukunft ein Flugzeug zu besteigen.
Wissend, wie irrational diese Angst ist, denn wahrscheinlich sind Flugzeuge im Moment die sichersten Orte der Welt, weil nun eben erneut aufgerüttelt wurde, der Terror näher ist.
Wissend, das diese Angst genau das Ergebnis ist, welches sie die Attentäter - aus welcher Ecke sie auch kommen mögen - wünschen.
Dennoch war sie da und ging erst weg, als ich diesen Artikel las.
Der Satz fegte wie ein reinigendes Gewitter durch mich, denn er ist schlicht die Wahrheit. Und die einzig richtige Art dem Terror entgegenzutreten. An dem Tag, an dem ich sterben soll, werde ich sterben. Aber ihr macht mir keine Angst.
via Lyssa
Wir werden sehen, wielange sie durchhalten, wenn man sie auslacht.
We are not afraid!
via lmb
A Letter To The Terrorists, From London
via London Leben
Gestern, nach den Anschlägen in London, fühlte ich nur ein extrem geringes Interesse daran in naher Zukunft ein Flugzeug zu besteigen.
Wissend, wie irrational diese Angst ist, denn wahrscheinlich sind Flugzeuge im Moment die sichersten Orte der Welt, weil nun eben erneut aufgerüttelt wurde, der Terror näher ist.
Wissend, das diese Angst genau das Ergebnis ist, welches sie die Attentäter - aus welcher Ecke sie auch kommen mögen - wünschen.
Dennoch war sie da und ging erst weg, als ich diesen Artikel las.
After that I just figured, well, if it's your day to die, then it's your day to die and there's nothing you can do about it.
Der Satz fegte wie ein reinigendes Gewitter durch mich, denn er ist schlicht die Wahrheit. Und die einzig richtige Art dem Terror entgegenzutreten. An dem Tag, an dem ich sterben soll, werde ich sterben. Aber ihr macht mir keine Angst.
via Lyssa
Wir werden sehen, wielange sie durchhalten, wenn man sie auslacht.
We are not afraid!
via lmb
A Letter To The Terrorists, From London
via London Leben
Erschreckend aktuell: Vortragsreview - Mehr Sicherheit durch weniger Freiheit?
Kurzentschlossen besuchten wir am Dienstag vor dem Geburtstagsessen den Vortrag 'Mehr Sicherheit durch weniger Freiheit?' der vom Forum-Ludwig-Marum veranstaltet wurde.
Die Alterszusammensetzung war ungewöhnlich - wir gehörten mit Sicherheit zu den jüngeren Anwesenden. Zumindest nachdem wir den Veranstaltungsort tatsächlich gefunden hatten. Ein kleiner Zettel im Erdgeschoß hätte den nicht ortskundigen Teilnehmern eine Odyssee durch die Stockwerke erspart. Doch so irrten mindestens sieben Personen - darunter eine Gehbehinderte - von ganz unten nach ganz oben und hin und her.
Der Vortragende Dr. Rolf Gössner erschien kompetent und verhältnismäßig souverän. Das Herausstellen der eigenen Erfahrung und Leistung scheint bei den meisten Rednern ja üblich und gesellschaftlich akzeptiert.
Inhaltlich wurde erst einmal versucht eine Übersicht zu schaffen, welche Gesetze sich seit dem 11.09. verändert haben und welche Grundrecht dadurch unterhöhlt werden. Und warum sie genau für jene Bürger zum Verhängnis werden können die sich nichts zuschulden haben kommen lassen.
Stichwort: "Otto-Kataloge" Beispielsweise die Rasterfahndung welche nach dem 11.09. in Betrieb gesetzt wurde, welche folgende Zielgruppe hatte: Junge, reiselustige ausländische Studenten, ohne finanzielle Schwierigkeiten die bisher noch niemals strafrechtlich auffällig waren.
Aha.
Also genau eine Bevölkerungsgruppe die man normalerweise unter dem Terminus 'unbescholtene Bürger' zusammenfassen würde. Bis auf den kleinen Makel der Betroffenen, keine deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen.
Laut Dr. Gössner wurden mit dieser Rasterfahndung dann zwar ein paar Schwarzarbeiter ausgehoben, die eigentlichen Erfolge denen Verhaftungen von Terrorverdächtigen folgten, wurden jedoch durch konventionelle Ermittlungsmethoden erreicht.
Tausende Betroffene jedoch, die in das oben genannte Raster hineinfielen wurden verhört und mußten Teile ihrer Privatsphäre preisgeben um sich von dem Verdacht reinzuwaschen.
Die Umkehrung der Beweislast, könnte man den zentralen Punkt der Problematik nennen, die uns die neuen Sicherheitsgesetze gebracht haben. Die staatlichen Sicherheitsorgane kommen von der im Grundgesetz verankerten Unschuldsvermutung ab, sobald ein Individuum in eine der ermittelten Zielgruppen paßt. Ab dann liegt es an dem Verdächtigen seine Unschuld zu beweisen, um Haft oder gar Abschiebung zu entgehen.
Auch auf die Auswüchse von Datensammelwut wurde eingegangen. Dr. Gössner zitierte aus Berichten die in den 90er Jahren illegal(!) vom Nordrheinwestfälischen Verfassungsschutz angefertigt wurden. Darin wurde in einer unsäglichen, kleinbürgerlichen Schreibe über den Alltag und die Gewohnheiten der Bespitzelten 'hergezogen, das man sich unwillkürlich an Stasi-Slang erinnert fühlte.
Nicht das Zusammengetragene selbst war so abstossend, sondern vielmehr der Gedanke das ein Schreibtischtäter mit dem Horizont einer Espressotasse sich anmaßt über Alltag, Hobbies, Kleidung oder sexuelle Ausrichtung eines anderen Menschen zu urteilen oder gar Vermutungen über die Gründe einer kränklichen Gesamtverfassung anzustellen.
Das Beispiel eines Flughafen-Lagerarbeiters wurde herangezogen. Diesem war von einem Tag auf dem anderen der Zugang zu seinem Arbeitsplatz verweigert worden, weil eine derartige 'Sicherheitsüberprüfung' ergeben hatte, das er vor 20 Jahren einmal Plakate für eine linksradikale Organisation geklebt hatte... Kein weiterer Kommentar.
Zu Biometrie bzw. zu biometrischen Ausweisen wurde vor allem auf die Gefahren der damit in Verbindung stehenden Datensammlungen eingegangen, die wiederrum die Beweislast umkehren. Wurde z.B. an einem Tatort ein Fingerabdruck gefunden, der mit der biometrischen Datenbank abgeglichen wurde, muß man die eigene Unschuld beweisen, obwohl der Fingerabdruck vielleicht schon älter ist und der eigentliche Täter Handschuhe getragen hat.
Doch wird man dann gezwungen Alibis offenzulegen um nicht weiter als Täter in Betracht gezogen zu werden.
Existiert kein Eintrag im Fingerabdruckregister, was bei einem normalen, unbescholtenen Bürger die Regel sein dürfte, findet eine derartige Konfrontation mit einer Vorverurteilung gar nicht statt, da sie den Fingerabdruck keiner Person zuordnen können.
Aber natürlich bekommen alle Ermittlungspersonen feuchte Träume, wenn sie jeden gefundenen Fingerabdruck gleich zuordnen könnten, egal ob am Verbrechen beteiligt oder nicht.
Leider wurde auf die technische Umsetzung der biometrischen Methoden überhaupt nicht eingegangen. Weder auf die mangelnde Qualität dieser Systeme heutzutage, die viele Falsch positiv-Ergebnisse liefern, noch auf die doch recht leichte Fälschbarkeit.
Mir persönlich fehlte in dem Vortrag etwas die praktische Komponente. Zwar wurden die theoretischen Probleme der Ausnutzbarkeit weitgehender Befugnisse, oder durch die Aufweichung der Trennung von Geheimdienst und Exekutive erläutert. Was dies aber für unser alltägliches Leben bedeutete wurde weitgehend aussen vor gelassen.
Z.B. hätte ich mir ein paar praktische Beispiele auf eine der Fragen wie man gegen das Totschlagargument 'Wer unschuldig ist hat nichts zu befürchten' angehen kann.
Dieses Argument ist vor allem deswegen zu dramatisch, weil es der Bevölkerung suggeriert, das jemand der in die Mühlen der Staatsschützer gerät ohnehin schuldig sein muß. Dies kann Solidarität und Protest auch im Falle einer fälschlichen Verurteilung unterbinden und eine neue Kultur des Wegschauens bilden.
Natürlich sind die Datensammlungen solange sie nicht mißbraucht werden weitgehend harmlos. Doch die Vergangenheit zeigt das jegliche Information auch mißbraucht wird.
So könnte das Bewegungsmuster des Besitzers eines Mittelständischen Betriebs seinen Konkurenten wertvolle Hinweise über laufende Verhandlungen geben. Oder die Kenntnis von z.B. sexuellen Besonderheiten könnte einen Arbeitgeber davon überzeugen das ein Mitarbeiter ein Risiko ist, weil z.B. er durch seine nach aussen verheimliche Homosexualität erpressbar wird.
Je komplexer die Datensammlungen werden und je komplexer das Austauschnetz wird, um so anfälliger werden diese auch für Mißbrauch und Datendiebstahl. Und in der Kombination z.B. von Gesundheitsdaten (Gesundheitskarte), Bewegungsmustern (Ein- und Ausbuchungen bei Zellen des Mobilfunknetzes/Videoüberwachung/Toll Collect), Konsumverhalten (Kreditkartenabrechnungen/Payback) und anderen Daten, bergen die größte Gefahr.
Ein jeder Mensch hat seine Geheimnisse, selbst wenn diese sicherlich nicht strafrechtlich relevant sind. Sei es der Besuch bei der Prostituierten, der der Ehefrau natürlich verschwiegen wird, sei es eine Urlaubsreise die bei der jährlichen Steuer als Geschäftsreise deklariert wird, sei es der krankgefeierte Tag, den man am Strandbad verbracht hat...
All diese kleinen 'Vergehen' können in den falschen Händen zu Werkzeugen werden, die das Leben sauer machen.
Ein Leben ohne Geheimnisse, voller Bespitzelung und Angst auch nur einen falschen Schritt vom vorgegebenen Weg abzugehen, wäre wohl kaum noch lebenswert.
In diesem Sinne muß ich mich auch dem Fazit des Vortragenden anschließen, das die neuen Gesetze nur wenig dazu geeignet sind Terrorismus zu verhindern, aber sehr dazu geeignet sind Kontrollphantasien der Herrschenden zu befriedigen. Selbst wenn diese Regierung ihre Macht nicht missbraucht, so könnte es die nächste tun. Und damit Machtmißbrauch keinen Vorschub geleistet wird, hoffe ich auf die baldige Rücknahme der meisten dieser Gesetze.
Anschlagserie in London
Für alle die - wie ich - eher ihren RSS Feed checken, als Radio oder TV anzumachen...
In London fand eine Anschlagserie statt. Live Berichterstattung auf dem ZDF.
Derzeit wohl um die 99 Tote. Laut BBC 21 Tote.
In London fand eine Anschlagserie statt. Live Berichterstattung auf dem ZDF.
- Londonleben - Blog direkt aus London Letztes Update bis dato von 16 Uhr
- Spiegel
- ZDF
So schön hätte ich es nie ausdrücken können
Geld wurde erfunden, um Fähigkeiten und Waren austauschen zu können. In Deutschland liegen Fähigkeiten und Waren weitgehend brach, weil die Geldmenge nicht entsprechend den anwachsenden Fähigkeiten und Waren infolge des technischen Fortschritts vermehrt, sondern über Spekulationen und Sparmaßnahmen den Austauschprozessen entzogen wird.
Ines Eck
Auch für diesen Artikel, der die aktuelle Situation von Künstler in Zeiten von Hartz IV aufgreift, ergeht eine akute Leseempfehlung.
via Ishtar
There is no global warming...
Von der Leere der Regulierung und von Scheinwahlmöglichkeiten
Einen würdigen Beta-Blogger Artikel findet man beim Betabloger.
Lesebefehl!
Ich nehme Staat praktisch nur noch als Bevormundungsinstrument wahr. Egal, ob mir verboten ist, nachts über eine rote Ampel zu laufen, auf der Strasse Rollschuh zu laufen, über Abtreibung frei entscheiden zu können, ein seit Jahren verrottendes, leerstehendes Haus zu besetzen oder mich nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist beim Einwohnermeldeamt zur Stelle zu melden - ich bin es so leid, als diplomierte Steuerzahlerin, die sich im allgemeinen wie eine anständige Bürgerin benimmt, wie eine unfähige Idiotin behandelt zu werden.
via ScipLog
Wenn das Klima von draussen noch nicht rauh genug ist...
... dann diskriminieren wir uns eben etwas gegenseitig.
So oder so ähnlich muß wohl der Veranstalter des CSDs in München gedacht haben, als er den Münchner KittyCat-Club vom CSD ausschloß.
Zitat:
"Die Veranstalter haben beschlossen, dass erstmals nur Vereine und Unternehmen der Gay Community mit einem Fahrzeug oder als angemeldete Gruppe teilnehmen dürfen. Ein Grund für diese Entscheidung war, dass wir bei Euch und den anderen nicht zur Gay Community gehörenden Teilnehmern keinen direkten Bezug zum CSD mehr sehen konnten. Weder wurde das Motto bzw. der Schwerpunkt des CSD präsentiert noch ein anderes schwules oder lesbisches Thema in irgendeiner Art. Wir hatten den Eindruck, dass der CSD nur Vehikel für die eigenen Anliegen war, d.h. nur als austauschbare Plattform zur eigenen Selbstdarstellung diente."
Was SM mit der schwullesbischen Szene und dem CSD zu tun hat, ist so schnell erklärt...
... das es theoretisch sogar einem bayerischen Homosexuellen begreifbar sein müsste.
Lieber Herr Kluge,
die Verbindung von SM und Homosexualität liegt erst einmal in der Tatsache begründet das es Sexualformen jenseits der Norm sind.
Wir auch Homosexualität wurde Sadomasochismus in der Vergangenheit versucht in die Ecke der krankhaften Sexualneigungen zu schieben und/oder wurde bei Bekanntwerden mit teils schweren Strafen geahndet.
Zur Verbesserrung des Allgemeinwissens lese man zum Beispiel über den Spanner Case
Wer behauptet für die Rechte einer sexuellen Randgruppe zu kämpfen, dabei aber die anderen sexuellen Randgruppen ausschließt und ausgrenzt, wird auf Dauer keinen Erfolg mit dem eigenen Kampf haben, sowie die Basis der Sympathisanten künstlich beschneiden.
Auch nicht ganz unauffällig sollte die breite SM-Community innerhalb der schwullesbischen Szene sein.
Ansonsten:
Viel Spaß dabei im eigenen Saft zu braten.
via SM News
Realitätsabgleich, bitte
Ich gestehe, ich verstehe nicht viel von Wirtschaft. Und hier ist es wirklich das fehlende *Verstehen*, nicht das Nicht-Wissen oder gar mangelndes Interesse oder mangelnde Information.
Angeblich sollte sich die Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage regeln. Ein einfacher Grundsatz, der doch scheinbar weit von der Realität schon entfernt ist.
Ich verstehe zum Beispiel nicht, wieso der Börsenkurs einer Firma sinken kann, weil sie Gewinne macht. Oder der einer Firma steigt die Verluste einfährt. Oder es bösennotierte Unternehmen gibt, deren Geschäftskonzept soviel Gewinn verspricht, wie direkt aus dem Fenster geworfenes Geld. (Ein Schelm wer nun Dot-Com ruft...)
Um mir darüber klar zu sein das die freie Marktwirtschaft (im Moment) höchstens das kleinste Übel darstellt, aber mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, mußte ich nicht erst 33 Jahre alt werden.
Im Moment steht es wirtschaftlich schlecht. Die Gründe dafür liegen wie so oft für den normalen Menschen weitgehend im Nebel.
Wir behaupten ein hohes Zivilisationsniveau erreicht zu haben. Wir haben herausgefunden, wie wir zumindest die nördliche Hemisphäre satt bekommen. Uns betreffen keine mittelalterlichen Hungersnöte mehr. Die Pest dezimiert weder Arbeitskräfte noch kluge Köpfe, selbst wenn uns die nächste Pandemie bevorstehen mag.
Wir kennen Technisierung die uns Arbeit erleichtert und den Menschen entlastet. Wir haben Wissen, Ressourcen, große Fähigkeiten.
Warum also geht es uns wirtschaftlich schlecht?
Beim Nachdenken über alternative Wirtschaftsmodelle stößt man früher oder später unter anderem auf Silvio Gesell und seine Theorie der Freiwirtschaft.
Ein Modell das in der jüngsten Zeit scheinbar wieder aufgegriffen und in der Form von Reginalwährungen umgesetzt werden.
Diese Regionalwährungen versuchen durch beständige Inflation das Geld im Umlauf zu halten. Was eingenommen wurde, muß bald wieder ausgegeben werden, sonst verliert es seinen Wert.
Die Süddeutsche Zeitung hat sich den Regionalwährungen jüngst in einem Artikel angenommen. Der Artikel ist kritisch gehalten, was kaum wundert nachdem das Rütteln an der allmächtigen Marktwirtschaft ja immer dem Schlachten von 100 heiligen Kühen gleichkommt, doch über einen Satz bin ich besonders gestolpert:
Mich deucht hier ist ein Realitätsabgleich nötig...
Selbst ohne täglich die Nachrichten zu sehen, sollte einem inzwischen aufgefallen sein, das an der derzeitigen Wirtschaftsmisere immer wieder der Investitionsstau als Hauptschuldiger genannt wird:
Für mich bedeutet dies, das die Mittel zwar vorhanden sind, aber nicht eingesetzt werden. Firmen warten auf bessere Zeiten, Arbeitnehmer bangen um ihre Zukunft und sparen lieber statt dem Konsumrausch zu frönen, Kommunen haben schon gar kein Geld und Superreiche sitzen darauf wie weiland der Drache auf dem Goldschatz.
Täglich hören wir Meldungen von Vorständen, Politikern und anderen Wirtschaftsgrößen, die sich neue, höhere Gehälter genehmigen. Natürlich vorallem um diese für die bevorstehenden, härteren Zeiten zu bunkern.
Auch Arbeit ist da, in rauhen Mengen. Es will sie nur niemand bezahlen.
Freigeld könnte schlafende Reserven freimeisseln und in den Umlauf bringen. Ich würde nicht überlegen ob ich einen Helfer zum Entrümpeln des Kellers engagiere, sondern es einfach tun. Denn das Geld, das er mich kostet, hätte ich eh verloren, würde ich das Geld noch einen Monat auf der Bank liegen lassen.
Das scheint mir angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage also doch eher ein Pro statt ein Contra zu Freigeld zu sein.
Am Rande mit diesem Thema zusammen hängt auch die Beobachtung die ich in einer der zahlreichen Reality-Soaps machte, die oftmals nebenbei im TV flimmern. In vielen Städten werden städtische Mitarbeiter zu Mitarbeitern des Ordnungsamtes umgeschult. Relativ prominent genannt wurden: Kindergärtnerinnen.
Als wäre genau diese Berufsgruppe in ihrem erlernten Beruf nicht genau richtig besetzt. Als würde es bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen, der Entlastung von Familien, nicht am stärksten klemmen und kneifen.
Vielleicht würde ein anderes Wirtschaftssystem dabei helfen, nicht immer nur den Versäumnissen hinterherzukehren, die erst entstanden, weil man das Geld lieber nicht, oder zumindest nicht dafür ausgeben wollte.
Artikel der Süddeutschen gefunden beim Shopblogger
Angeblich sollte sich die Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage regeln. Ein einfacher Grundsatz, der doch scheinbar weit von der Realität schon entfernt ist.
Ich verstehe zum Beispiel nicht, wieso der Börsenkurs einer Firma sinken kann, weil sie Gewinne macht. Oder der einer Firma steigt die Verluste einfährt. Oder es bösennotierte Unternehmen gibt, deren Geschäftskonzept soviel Gewinn verspricht, wie direkt aus dem Fenster geworfenes Geld. (Ein Schelm wer nun Dot-Com ruft...)
Um mir darüber klar zu sein das die freie Marktwirtschaft (im Moment) höchstens das kleinste Übel darstellt, aber mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann, mußte ich nicht erst 33 Jahre alt werden.
Im Moment steht es wirtschaftlich schlecht. Die Gründe dafür liegen wie so oft für den normalen Menschen weitgehend im Nebel.
Wir behaupten ein hohes Zivilisationsniveau erreicht zu haben. Wir haben herausgefunden, wie wir zumindest die nördliche Hemisphäre satt bekommen. Uns betreffen keine mittelalterlichen Hungersnöte mehr. Die Pest dezimiert weder Arbeitskräfte noch kluge Köpfe, selbst wenn uns die nächste Pandemie bevorstehen mag.
Wir kennen Technisierung die uns Arbeit erleichtert und den Menschen entlastet. Wir haben Wissen, Ressourcen, große Fähigkeiten.
Warum also geht es uns wirtschaftlich schlecht?
Beim Nachdenken über alternative Wirtschaftsmodelle stößt man früher oder später unter anderem auf Silvio Gesell und seine Theorie der Freiwirtschaft.
Ein Modell das in der jüngsten Zeit scheinbar wieder aufgegriffen und in der Form von Reginalwährungen umgesetzt werden.
Diese Regionalwährungen versuchen durch beständige Inflation das Geld im Umlauf zu halten. Was eingenommen wurde, muß bald wieder ausgegeben werden, sonst verliert es seinen Wert.
Die Süddeutsche Zeitung hat sich den Regionalwährungen jüngst in einem Artikel angenommen. Der Artikel ist kritisch gehalten, was kaum wundert nachdem das Rütteln an der allmächtigen Marktwirtschaft ja immer dem Schlachten von 100 heiligen Kühen gleichkommt, doch über einen Satz bin ich besonders gestolpert:
"Die Theorie hat sich überlebt, weil es das Horten wie vor hundert Jahren nicht mehr gibt", sagt Mathias Binswanger von der Fachhochschule Solothurn in der Schweiz.
Mich deucht hier ist ein Realitätsabgleich nötig...
Selbst ohne täglich die Nachrichten zu sehen, sollte einem inzwischen aufgefallen sein, das an der derzeitigen Wirtschaftsmisere immer wieder der Investitionsstau als Hauptschuldiger genannt wird:
Deutschland hat bei den Investitionen den Aufschwung schon hinter sich. Das geht aus dem Investitions-Frühindikator hervor, den das Münchner Ifo-Institut und der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) exklusiv für die WirtschaftsWoche ermitteln. Danach liegt der Zuwachs im ersten Quartal dieses Jahres nur noch bei 2,0 Prozent. Im zweiten Quartal dürfte er dann auf 1,9 Prozent und im dritten sogar auf 0,7 Prozent zurückgehen. Verglichen mit den Ausrüstungsinvestitionen in den letzten beiden Quartalen des vergangenen Jahres, die immerhin um mehr als drei Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen sind, ein deutlicher Rückgang. Der Frühindikator signalisiert, dass sich der Investitionsstau in Deutschland in diesem Jahr nur zögerlich auflösen wird.
ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München
Für mich bedeutet dies, das die Mittel zwar vorhanden sind, aber nicht eingesetzt werden. Firmen warten auf bessere Zeiten, Arbeitnehmer bangen um ihre Zukunft und sparen lieber statt dem Konsumrausch zu frönen, Kommunen haben schon gar kein Geld und Superreiche sitzen darauf wie weiland der Drache auf dem Goldschatz.
Täglich hören wir Meldungen von Vorständen, Politikern und anderen Wirtschaftsgrößen, die sich neue, höhere Gehälter genehmigen. Natürlich vorallem um diese für die bevorstehenden, härteren Zeiten zu bunkern.
Auch Arbeit ist da, in rauhen Mengen. Es will sie nur niemand bezahlen.
Freigeld könnte schlafende Reserven freimeisseln und in den Umlauf bringen. Ich würde nicht überlegen ob ich einen Helfer zum Entrümpeln des Kellers engagiere, sondern es einfach tun. Denn das Geld, das er mich kostet, hätte ich eh verloren, würde ich das Geld noch einen Monat auf der Bank liegen lassen.
Das scheint mir angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage also doch eher ein Pro statt ein Contra zu Freigeld zu sein.
Am Rande mit diesem Thema zusammen hängt auch die Beobachtung die ich in einer der zahlreichen Reality-Soaps machte, die oftmals nebenbei im TV flimmern. In vielen Städten werden städtische Mitarbeiter zu Mitarbeitern des Ordnungsamtes umgeschult. Relativ prominent genannt wurden: Kindergärtnerinnen.
Als wäre genau diese Berufsgruppe in ihrem erlernten Beruf nicht genau richtig besetzt. Als würde es bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen, der Entlastung von Familien, nicht am stärksten klemmen und kneifen.
Vielleicht würde ein anderes Wirtschaftssystem dabei helfen, nicht immer nur den Versäumnissen hinterherzukehren, die erst entstanden, weil man das Geld lieber nicht, oder zumindest nicht dafür ausgeben wollte.
Artikel der Süddeutschen gefunden beim Shopblogger
Diskriminierung, ahoi
Heute war wieder einer dieser Tage, an denen ich zum Kalender lief um auf die Jahreszahl zu sehen.
2005.. tatsächlich. Es ist angeblich wirklich das 21. Jahrhundert.
Doch statt das unsere Gesellschaft zivilisierter, aufgeklärter, menschenfreundlicher und fortschrittlicher wird, scheinen wir uns auf einer Abwärtsspirale zu befinden.
Die Lebenserwartung beginnt wieder zu sinken, es besteht wieder ein Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialem Status oder zwischen sozialem Status und Bildungsgrad bzw. späterem beruflichen Erfolg.
Aber statt soziale Faktoren damit in Verbindung zu bringen, packen Wissenschaftler lieber wieder die alte Rassentheorie aus und versuchen endgültig zu beweisen das manches Leben von vorneherein lebenswerter als anderes ist (und man den Rest am Besten von vorneherein in Slums verschimmeln lässt.. gut genug zum Ausbeuten sind sie alle Mal..).
Aber wir müssen nicht in die USA sehen, um dieses ewiggestrige Gedankengut zu bewundern, das scheinbar an unserer Gesellschaft klebt wie Teer und Federn... Während ein Großteil der Bevölkerung endlich begriffen hat, das nicht alle Vanilleeis mögen und ein paar sogar nur dem eigenen Geschlecht zugetan sind, versucht eine Minderheit, dies weiterhin als widernatürlich darzustellen. Mehr noch, sie damit der Rechte zu berauben ein normales, glückliches Familienleben führen zu können.
Bayern klagt gegen Adoptionsrecht
Das Kindeswohl wird angeführt um Sätze zu begründen wie:
Aha.. dem.. Leitbild des Grundgesetzes.
Die Familie wird geschützt. Gut. Ich kann hier jedoch keine Festlegung über die Geschlechtszusammensetzung der Familie erkennen. Nichts auf der Welt, nicht Gott, nicht die CSU und auch nicht das Grundgesetz, kann dafür sorgen das eine klassische Familienzusammensetzung auch wirklich funktioniert.
Bei einer gleichgeschlechtlichen Zusammensetzung kann sie das ebensowenig, aber kein Mensch mit Verstand kann glauben das die Qualität irgendetwas mit der Ausrichtung der Partner zu tun hat.
Ich würde mir wünschen, das menschliches Leben in all seinen Facetten, endlich die verdiente Anerkennung erhält...
2005.. tatsächlich. Es ist angeblich wirklich das 21. Jahrhundert.
Doch statt das unsere Gesellschaft zivilisierter, aufgeklärter, menschenfreundlicher und fortschrittlicher wird, scheinen wir uns auf einer Abwärtsspirale zu befinden.
Die Lebenserwartung beginnt wieder zu sinken, es besteht wieder ein Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialem Status oder zwischen sozialem Status und Bildungsgrad bzw. späterem beruflichen Erfolg.
Aber statt soziale Faktoren damit in Verbindung zu bringen, packen Wissenschaftler lieber wieder die alte Rassentheorie aus und versuchen endgültig zu beweisen das manches Leben von vorneherein lebenswerter als anderes ist (und man den Rest am Besten von vorneherein in Slums verschimmeln lässt.. gut genug zum Ausbeuten sind sie alle Mal..).
Aber wir müssen nicht in die USA sehen, um dieses ewiggestrige Gedankengut zu bewundern, das scheinbar an unserer Gesellschaft klebt wie Teer und Federn... Während ein Großteil der Bevölkerung endlich begriffen hat, das nicht alle Vanilleeis mögen und ein paar sogar nur dem eigenen Geschlecht zugetan sind, versucht eine Minderheit, dies weiterhin als widernatürlich darzustellen. Mehr noch, sie damit der Rechte zu berauben ein normales, glückliches Familienleben führen zu können.
Bayern klagt gegen Adoptionsrecht
Das Kindeswohl wird angeführt um Sätze zu begründen wie:
Kinder dürften nicht ohne ihren ausdrücklichen Willen ein "Eltern-Umfeld" erhalten, das mit dem Leitbild des Grundgesetzes nicht übereinstimme.
Aha.. dem.. Leitbild des Grundgesetzes.
Artikel 6
[Ehe und Familie; nichteheliche Kinder]
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.
Die Familie wird geschützt. Gut. Ich kann hier jedoch keine Festlegung über die Geschlechtszusammensetzung der Familie erkennen. Nichts auf der Welt, nicht Gott, nicht die CSU und auch nicht das Grundgesetz, kann dafür sorgen das eine klassische Familienzusammensetzung auch wirklich funktioniert.
Bei einer gleichgeschlechtlichen Zusammensetzung kann sie das ebensowenig, aber kein Mensch mit Verstand kann glauben das die Qualität irgendetwas mit der Ausrichtung der Partner zu tun hat.
Ich würde mir wünschen, das menschliches Leben in all seinen Facetten, endlich die verdiente Anerkennung erhält...




