Review: Star Wars Episode III - Revenge of the Sith...

... oder Kaugummi und Spucke, wir fliegen auch ohne Plot.
Ich habe von Star Wars noch nie mehr erwartet, als ein farbenfrohes Märchen und wurde daher auch noch nie von einem der Filme enttäuscht. Nicht einmal von 'albernen' Figuren wie Jar Jar Binks. Nicht von Prinzessin Leias Frisuren, nicht von Königin Amidalas Kostümschlacht, nicht vom jungen Anakin Skywalker.
Doch Teil III hat es nun geschafft auch mit mir zu brechen und ich würde George Lucas am liebsten übers Knie legen sowie eine offene Hetzjagd auf den Dialogschreiber ausrufen.
Vorweg, ich besuchte die englische Originalfassung, also kann mir nichts von der Übersetzung zerhauen worden sein.
Die Originalfassung könnte z.B. auch der Grund sein das ich weniger Probleme mit der Darstellung von Amidalas Schwangerschaft habe, als es bei Julian oder Ute der Fall ist. Zumindest ergibt der Dialog in der englischen Fassung halbwegs Sinn.
Zugegeben, ich weiß nicht welcher zeitliche Abstand zwischen Episode II und III herrschen soll. Ich gehe von genug Zeit aus, in der Amidala und Anakin sich aus Kriegsgründen nicht sehen konnten, so das sie ihm die Überraschung in doch recht fortgeschrittenem Stadium eben mitteilen darf.
Ich gehe weiter davon aus, das es zwar ein 'unerwünschtes' Kind ist, so wie sie ja wohl auch ihre Ehe an sich verheimlichen müssen, aber das Kind in Wirklichkeit doch irgendwie gewünscht war.
Das die Verhütung eben in halb fahrlässiger, halb bewusster Weise vernachlässigt wurde, weil sie unvernünftig und über beide Ohren in einander verliebt sind.
Gegen blinde Verliebtheit ist eben auch in einer technologisch überlegenen Welt kein Kraut gewachsen.
Somit verstehe ich das kindlich-naive 'Was sollen wir nur tun.' durchaus...
Was mich wirklich an Episode III störte, und was auch den Genuß beim Ansehen ziemlich torpedierte, war das der Plot wirklich nicht mehr als Kaugummi zwischen Teil 2 und Teil 4 diente.
George Lucas hatte einen festen Ausgangspunkt und einen festen Endpunkt. Soweit so gut.
Es war schwer diese Lücke zu schliessen und dabei alle Erwartungen zu erfüllen.
Der Übertritt Anakin Skywalkers zur dunklen Seite, ist eigentlich ein sehr langsamer Prozess. Ein Prozess der viel 'Gerede' benötigt hätte und subtile Handlungen. Ein Prozess mit dem man durchaus einen ganzen, packenden Film hätte füllen können, nur...
Einmal wäre dann kein Platz mehr für andere Dinge gewesen, nicht für den Krieg, nur wenig für die Jedi.. und andererseits, ist es nicht was die breite Masse von Star Wars erwartet.
Diese erwarten ein farbenprächtiges Special Effekts Spektakel und genau das haben sie bekommen.
Leider hat George Lucas mit Episode III genau die langjährigen Star Wars Fans am meisten verprellt. Mehr auf Gewinn als auf Qualität gesetzt und das kreide ich ihm übel an.
Er hat Stoff für mindestens zwei abendfüllende Filme in einen gequetscht, konnte daher quasi nur die 'Eckdaten' erzählen und hat die natürlicherweise entstehenden Lücken mit sinnlosen, an den Haaren herbeigezogenen Effekten gefüllt.
Ich denke da jetzt zum Beispiel an das Rennen zwischen Obi Wan Kenobi und General Grievous. Überflüssig und ehrlichgesagt in seiner Überflüssigkeit langweilig, wie einige andere Effekte auch.
In dem Durchhasten durch die Story bleiben die Dialoge auch flach, zweidimensional und gehaltlos.
Hat Nathalie Portmann in der ersten und zweiten Episode ja noch eine relativ sinnvolle Rolle, besteht ihr ganzer Zweck diesmal darin Kleidung und Frisur zu wechseln und auf hohem Niveau zu leiden.
Allerdings kann ich mich Julians Meinung, das man vor Kummer und mangelndem Lebenswillen nicht stirbt, nicht nachvollziehen. Generationen von Schriftstellern in der klassischen Literatur, wenden diese Element an, somit ist es, egal ob möglich oder nicht, zumindest doch in einem Märchen wie Star Wars, legitim und logisch.
Schlimmer finde ich die Unlogik die sich bei George Lucas ebenso einschleicht wie es die Autoren von Enterprise bei Star Trek geschafft haben. z.B. erinnere ich mich daran das Luke Leia in Return of the Jedi nach ihrer gemeinsamen Mutter fragt. Leia berichtet Luke das sie wunderschön war, aber immer sehr traurig. Ergo hätte Padmè nicht bei der Geburt sterben dürfen. Und das ist nur ein Fehler von vielen.
So bleibt mir nur zu sagen: Schade. Episode III ist alles andere als ein würdiger Abschluß der Sage.
Alle Schauspieler bleiben weit unter ihren Fähigkeiten. Die Dialoge sind erbärmlich, die Story dünn und die Effekte an den Haaren herbeigezogen. Durch die Plotholes passt ein ganzer Death-Star.
Wüsste ich nicht das sie gute Filme machen können, Herr Lucas, nach Episode III alleine, hätte ich sie eher in die Regional-Liga, eines kleinen Filmemachers mit zu großem Budget, eingestuft.
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6 Comments to Review: Star Wars Episode III - Revenge of the Sith...
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>Ich wollte nur schnell mal deinen Eintrag kommentieren, jedoch wurde ich als Spam abgewiesen.
>Dehalb fix auf diesem Wege.
>Könnte es nicht sein, das Leia ihre Ziehmutter meint?
>byele jÖrg
Aus dem Zusammenhang in Episode 6 ging ziemlich deutlich hervor, das Leia ihre gemeinsame Mutter meint. Denke ich zumindest. Ich werd den Film später nochmal einwerfen und genauer nachsehen. -
Also ich finde nicht, dass der Film diesen Verriss verdient hat. Es ist sicher kein Hochpunkt der Kinowelt, aber ich habe mich etwas über zwei Stunden lang gut unterhalten gefühlt. Ich bin vermutlich kein wirklicher Star-Wars-Fan sein, aber ich bin zufrieden aus dem Kino raus. Fast alle Bausteine liegen dort, wo ich sie seit bald 30 Jahren erwarte.
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Also über eine Mutter kann man auch vom Hören sagen erzählen. Ich kann deinen Grief über diesen Film nicht teilen. Zugegeben, es war viel Stoff, der zu verarbeiten war. Aber es musste eben auch viel Handlung in einen Film hinein.
Ich habe ebenfalls keine Ecken oder Kanten darin gefunden, die wirklich gestört haben. Sidious meint ja hinterher, Anakin's Zorn habe zu Amidala's Ableben nicht unerheblich beigetragen.
Also auf "die Fangemeinde verprellt haben" kann ich von den einzelnen beobachteten Verrissen noch nicht schließen. Meine Fangemeinde hier hat er nicht verprellt
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>Ich habe ebenfalls keine Ecken oder Kanten darin gefunden, die wirklich gestört haben. Sidious meint ja hinterher, Anakin's Zorn habe zu Amidala's Ableben nicht unerheblich beigetragen.
Diese Behauptung war aber auch vor allem ein gekonnter Schachzug um Anakin/Vader tiefer unter seine Kontrolle zu bekommen und hat wenig bis gar nichts mit der Realität zu tun. -
Heh, dass es albern ist, dass Amidala an Lebenswillen stirbt, habe ich nicht behauptet, das war Julian! Ich fand das Ende im Gegenteil recht konsequent, wenn ich mich in einen Mann verliebt hätte der sich als der böseste Mensch seit Ewigkeiten herausstellt hätte ich auch nicht mehr viel Lust auf Leben. Außerdem hast du schon recht, es ist ein recht passendes stilistisches Mittel.
Was das Thema mit der Mutter angeht: Solange Leia nicht weiss, dass sie nicht das Leibliche Kind der Organas ist wird sie auch Luke gegenüber von ihrer Adoptivmutter als Mutter sprechen. Ich habe einfach angenommen, dass beide bis zum Schluss nicht erfahren dass eigentlich Amidala ihre Leibliche Mutter ist und annehmen, dass ihre Adoptivmutter von Anakin schwanger war und dann den Senator geheiratet hat. -
Also ich finde diese Version hier viel besser: http://www.tokol-portal.de/attachments/starwars.mov
(original URL weiss ich leider nicht mehr, ist also nicht von mir)










Melas Biotop
30 May 05 at 16:00
Melas Biotop
29 May 06 at 19:23