Schäbig
Wohl wahr die Zeiten werden - ökonomisch gesehen - rauher. Einige scheinen das zum Anlaß zu nehmen sie auch menschlich gesehen rauher werden zu lassen.. und überschreiten dabei die Grenzen dessen was man noch als guten Geschmack bezeichnen kann.
Ich finde es schäbig, wenn...
...eine international agierende NGO nicht bereit ist Mehrarbeit entsprechend zu entlohnen. Wenn ich jemanden für 20 Stunden die Woche einstelle und will das er 30 Stunden leistet, dann muß ich ihm auch diese 30 Stunden bezahlen. Derartiges Gebahren wird wirklich nur Arbeitgebern durchgehen gelassen, als sei Arbeitszeit kein echter Wertgegenstand sondern etwas das ein Arbeitnehmer selbstverständlich seinem großen Gönner zum Geschenk zu machen hat. Ich könnte ja mal meinen Bio-Provider anschreiben. Statt 10 Eiern will ich nun immer 15 Eier, aber weiterhin nur für 10 bezahlen.
Selbst wenn ihr finanzielles Budget in dieser Beziehung begrenzt sein mag, dann hätten sie es einfach woanders einsparen müssen (mein Vorschlag: Die Bezüge des Justiziars und Ethikbeauftragten kürzen), statt nach Geschenken von Menschen zu schreien die Kinder zu versorgen haben. (Wobei wir wieder beim Thema wären warum so wenig Leute Kinder bekommen wollen...)
...die vorhergenannte NGO dann verhindern möchte das über derartiges Vorgehen getratscht wird. Klar schadet es dem Ansehen als weißer Ritter gegen Korruption und mangelnde Ethik in Politik und Wirtschaft.. aber kehrt doch erst mal vor der eigenen Tür bevor ihr anderen ans Bein pinkelt. Aber der Lack ist ab..
...es dabei aber nicht bleibt und die NGO einer einzelnen Bloggerin das Messer an die Kehle setzt in der Hoffnung das sie einknickt. Juristische Erfahrung, Geld, Macht und Einfluß gegen eine Person die so still vor sich hinschreibt und sich nun vorkommen muss als sei sie von einer Stampede niedergetrampelt worden. Moment! Waren das nicht genau die Dinge, gegen die Transparency International vorgehen wollte?
...nachdem ein Aufschrei durch die Blogsphäre gelaufen ist und sich auch die etablierten Medien auf das Thema werfen, dieser erst mal der schwarze Peter zugeschoben wird.
...sich eine Riesen-Organisation, wenn sie eine Privatperson, die auch so schon genug um die Ohren hat, in Angst und Schrecken versetzt haben und feststellen das jeder ihrer Schritte der Vergangenheit zu noch mehr Chaos, Ärger und schlechter Presse geführt haben, benimmt wie ein kontaktgestörter Autist und die Folgen ihres Tuns nach Kohl-Manier einfach aussitzen will.
Liebe TI-Deutschland, von all euren Fehlern die ihr euch in den letzten Tagen geleistet habt; den Letzten empfinde ich persönlich als den schäbigsten. Größe hättet ihr zeigen können in dem ihr einfach gesagt hättet: 'Entschuldigt, wir waren im Unrecht, wir haben überreagiert.' doch das bringt ihr nicht fertig. Lieber lasst ihr eine einzelne Frau in der Ungewissheit, was noch von euch kommen wird, schweben ohne direkt mit ihr zu sprechen, sondern nur über den Umweg der Presse. Ihr sät Angst und Druck, aber ihr tut nichts um diese Angst und den Druck wieder zu lindern.
Liebe TI-Dachorganisation, meine Empfehlung wäre: Feuert den deutschen Ableger komplett und zieht ihn neu hoch, mit Menschen die auch verstehen welches eure Ziele sind und die sie auch in der Realität umsetzen können, statt nur große Reden zu schwingen.
Einen ebenfalls schäbigen Beigeschmack bekommt die Preisverleihung an TI für Kommunikationsleistungen von Nichtregierungsorganisationen. Ich würde Media Tenor empfehlen die Verleihung rückgängig zu machen. Welche Kriterien sie auch immer angelegt hatten.. so etwas ungeschicktes wie TI gibts kaum nochmal. An Begriffsstutzigkeit schlagen sie selbst Jean Remy von Matt um Längen.
Weiterlesen bei:
(Die Autorin dieser Zeilen wird nun sich wundernd wieder im Korrekturlesen versacken)
Ich finde es schäbig, wenn...
...eine international agierende NGO nicht bereit ist Mehrarbeit entsprechend zu entlohnen. Wenn ich jemanden für 20 Stunden die Woche einstelle und will das er 30 Stunden leistet, dann muß ich ihm auch diese 30 Stunden bezahlen. Derartiges Gebahren wird wirklich nur Arbeitgebern durchgehen gelassen, als sei Arbeitszeit kein echter Wertgegenstand sondern etwas das ein Arbeitnehmer selbstverständlich seinem großen Gönner zum Geschenk zu machen hat. Ich könnte ja mal meinen Bio-Provider anschreiben. Statt 10 Eiern will ich nun immer 15 Eier, aber weiterhin nur für 10 bezahlen.
Selbst wenn ihr finanzielles Budget in dieser Beziehung begrenzt sein mag, dann hätten sie es einfach woanders einsparen müssen (mein Vorschlag: Die Bezüge des Justiziars und Ethikbeauftragten kürzen), statt nach Geschenken von Menschen zu schreien die Kinder zu versorgen haben. (Wobei wir wieder beim Thema wären warum so wenig Leute Kinder bekommen wollen...)
...die vorhergenannte NGO dann verhindern möchte das über derartiges Vorgehen getratscht wird. Klar schadet es dem Ansehen als weißer Ritter gegen Korruption und mangelnde Ethik in Politik und Wirtschaft.. aber kehrt doch erst mal vor der eigenen Tür bevor ihr anderen ans Bein pinkelt. Aber der Lack ist ab..
...es dabei aber nicht bleibt und die NGO einer einzelnen Bloggerin das Messer an die Kehle setzt in der Hoffnung das sie einknickt. Juristische Erfahrung, Geld, Macht und Einfluß gegen eine Person die so still vor sich hinschreibt und sich nun vorkommen muss als sei sie von einer Stampede niedergetrampelt worden. Moment! Waren das nicht genau die Dinge, gegen die Transparency International vorgehen wollte?
...nachdem ein Aufschrei durch die Blogsphäre gelaufen ist und sich auch die etablierten Medien auf das Thema werfen, dieser erst mal der schwarze Peter zugeschoben wird.
...sich eine Riesen-Organisation, wenn sie eine Privatperson, die auch so schon genug um die Ohren hat, in Angst und Schrecken versetzt haben und feststellen das jeder ihrer Schritte der Vergangenheit zu noch mehr Chaos, Ärger und schlechter Presse geführt haben, benimmt wie ein kontaktgestörter Autist und die Folgen ihres Tuns nach Kohl-Manier einfach aussitzen will.
Liebe TI-Deutschland, von all euren Fehlern die ihr euch in den letzten Tagen geleistet habt; den Letzten empfinde ich persönlich als den schäbigsten. Größe hättet ihr zeigen können in dem ihr einfach gesagt hättet: 'Entschuldigt, wir waren im Unrecht, wir haben überreagiert.' doch das bringt ihr nicht fertig. Lieber lasst ihr eine einzelne Frau in der Ungewissheit, was noch von euch kommen wird, schweben ohne direkt mit ihr zu sprechen, sondern nur über den Umweg der Presse. Ihr sät Angst und Druck, aber ihr tut nichts um diese Angst und den Druck wieder zu lindern.
Liebe TI-Dachorganisation, meine Empfehlung wäre: Feuert den deutschen Ableger komplett und zieht ihn neu hoch, mit Menschen die auch verstehen welches eure Ziele sind und die sie auch in der Realität umsetzen können, statt nur große Reden zu schwingen.
Einen ebenfalls schäbigen Beigeschmack bekommt die Preisverleihung an TI für Kommunikationsleistungen von Nichtregierungsorganisationen. Ich würde Media Tenor empfehlen die Verleihung rückgängig zu machen. Welche Kriterien sie auch immer angelegt hatten.. so etwas ungeschicktes wie TI gibts kaum nochmal. An Begriffsstutzigkeit schlagen sie selbst Jean Remy von Matt um Längen.
Weiterlesen bei:
- Chronik der Ereignisse
- Don Alphonso - Transparency International Deutschland: Die verlorene Pressemitteilung
- Der Süddeutschen
- Im Law Blog
- Internationale Reaktionen
- aber natürlich vor allem bei der Betroffenen selbst: gedankenträger [man weiß ja nie]
(Die Autorin dieser Zeilen wird nun sich wundernd wieder im Korrekturlesen versacken)
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2 Comments to Schäbig
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Erinnert mich fatal an meine Erfahrungen mit einer weltbekannten international agierenden Umweltorganisation, für die ich mal arbeiten durfte. Da fielen die selbstverständlich anfallenden Mehrstunden (auf der Basis eines Hungerleidergehaltes) auch automatisch unter 'personal enrichment' ...
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Im Originalbeitrag ging es um eine junge Frau in der Probezeit, auf einer Halbtagsstelle für 1.000 Euro brutto. Zur Erinnerung für Freiberufler und Beamte: Es ist ein völlig normaler Vorgang, wenn man während der Probezeit wieder auseinandergeht. Dafür ist sie da.
Während der Probezeit stellt sich heraus, daß man die Stelle eher auf 30h/Woche zuschneiden will statt der bisherigen 20h. Macht Pi-mal-Daumen dann 1.500 Euro brutto, wobei man natürlich noch ein bißchen hin- und herfeilschen kann, ob man das wirklich linear hochrechnet oder welche Argumente für etwas weniger bzw. für etwas mehr sprechen. Die junge Frau verlangt aber 1.400 Euro netto. Als Außenstehender kann man schlecht raten, was das dann brutto wäre. Jedenfalls verlangt sie einen signifikant höheren Stundensatz als den ursprünglich vereinbarten. Die Firma verlängert daraufhin das Arbeitsverhältnis nicht über die Probezeit hinaus.
Was war jetzt genau das Böse daran?
(Ich entschuldige nicht die Sache mit der Abmahnung der Bloggerin. Andere Baustelle.)

