Lehrer Schader und der Pudding
Herr Schader war Lehrer an einer kleinen pfälzischen Grundschule. Klassenlehrer, um genauer zu sein. Er war ein Lehrer der jungen und innovativen Sorte, im Gegensatz zu unserer ältlichen Direktorin, die Tatzen mit dem Lineal auf Schülerhände immer noch für ein taugliches Erziehungsmittel hielt. Herr Schaders ältere Tochter dagegen war immerhin gerade auf das örtliche Gymnasium eingeschult worden und seine Jüngste besuchte noch den Kindergarten.
Innovativ und praxisorientiert - stellte er sich den Unterricht vor. Eine Schule fürs Leben und kein Leben für die Schule, das an ihrem Tor endete. Daher sahen wir alle paar Wochen Lehrfilme auf dem schuleigenen Fernseher und in einem kleinen Nebenraum des Klassenzimmers beherbergten wir Meerschweinchen, Hamster, ein Kaninchen und Fische um frühzeitig die Verantwortung gegenüber hilf- und wehrlosen Kreaturen zu erlernen. Zumindest bis ein Klassenkamerad allergisch wurde, ab da blieben uns nur noch die Fische.
Wie es bei Grundschulklassenlehrern so ist unterrichtete Herr Schader allerlei Fächer. Deutsch und Sachkunde zum Beispiel.
Welche Beeren giftig sind, brachte er uns hier nahe, oder wie man sich im Wald orientiert. Und eines Tages auch, wie man einen Pudding kocht.
Unsere Hausaufgabe vor dem großen Tag war denkbar einfach. Jeder Vierertisch sollte ein Päckchen Puddingpulver, Zucker und eine Tüte Milch mitbringen.
So einfach diese Aufgabe war, ein Tisch 'scheiterte' daran. Damals gab es die ersten, von den meisten als neumodischer Schnickschnack verpönten, Versuche Desserts wie Pudding für Dummies - also ohne Kochen - herzustellen. Ganz ungeachtet das wir vorhatten Pudding zu kochen und nicht in kalte Milch einzuquirlen, machte es sich dieser Tisch ganz einfach. Wie weise das war, erfuhren wir allerdings erst später.
Herr Schader hatte für eine Herdplatte, eine Verlängerungsschnur und einen Topf gesorgt und damit wir nicht den gesamten Vormittag mit Puddingkochen vergeudeten, wurde die benötigte Gesamtmilchmenge überschlagen, in den Topf zusammengeschüttet und alle weiteren Zutaten eingerührt. Die Herdplatte stand auf einem niedrigen Stühlchen neben das er sich bewachend setzte um nach seinem Buch zu greifen.
'Die Zeit die die Pudding braucht bis sie kocht werden wir für ein kurzes Diktat nutzen.' sagte er und uns allen schwante Böses, denn ungeachtet seiner pädagogischen Bemühungen waren wir alle meist schon vor der Einschulung an den Umgang mit Topf und Herd herangeführt worden.
'Herr Schader, aber dann brennt der Pudding an.' wagte ein Klassenkamerad einzuwenden.
'Ach was, ihr wollt euch doch nur vor dem Dikatat drücken.' wischte er den Einwurf kraft seines Amtes beiseite und das Diktat begann.
Was sich unserer Lehrer unter kurz vorstellte, zog sich Minute um Minute und irgendwann zog ein leicht stechender Duft durch das Klassenzimmer.
'Herr Schader, bitte... der Pudding brennt an.' kamen immer flehendlichere Stimmen aus allen Ecken des Klassenzimmers.
'Gebt Ruhe, sonst wird das Diktat benotet.' war die einfache Erwiderung.
Dem drohenden Überkochen wurde mit dem Herunterdrehen des Reglers geantwortet und das Diktat mußten wir bis zum bitteren Ende durchstehen.
Danach stand Herr Schrader dynamisch auf und teilte jedem ein Schälchen Pudding aus - ausser dem Quartett das nun mit erleichterten Mienen ihr Päckchen in kalte Milch rührte.
'Herr Schader...' klagten die ersten Schüler '... der Pudding schmeckt verbrannt.'
Doch es half nichts. Herr Schader definierte das der Pudding nicht angebrannt und sehr wohl genießbar war und da man weder mit Nahrungsmittel spielt noch diese einfach verschwendet, taten wir - bis uns das Pausenklingeln erlöste - als würden wir Pudding essen.
Wie Herr Schader den braunen Satz im Topf seiner Frau erklärte oder ob er heute weiß wie angebrannter Pudding riecht, weiß nur die Geschichte.
Innovativ und praxisorientiert - stellte er sich den Unterricht vor. Eine Schule fürs Leben und kein Leben für die Schule, das an ihrem Tor endete. Daher sahen wir alle paar Wochen Lehrfilme auf dem schuleigenen Fernseher und in einem kleinen Nebenraum des Klassenzimmers beherbergten wir Meerschweinchen, Hamster, ein Kaninchen und Fische um frühzeitig die Verantwortung gegenüber hilf- und wehrlosen Kreaturen zu erlernen. Zumindest bis ein Klassenkamerad allergisch wurde, ab da blieben uns nur noch die Fische.
Wie es bei Grundschulklassenlehrern so ist unterrichtete Herr Schader allerlei Fächer. Deutsch und Sachkunde zum Beispiel.
Welche Beeren giftig sind, brachte er uns hier nahe, oder wie man sich im Wald orientiert. Und eines Tages auch, wie man einen Pudding kocht.
Unsere Hausaufgabe vor dem großen Tag war denkbar einfach. Jeder Vierertisch sollte ein Päckchen Puddingpulver, Zucker und eine Tüte Milch mitbringen.
So einfach diese Aufgabe war, ein Tisch 'scheiterte' daran. Damals gab es die ersten, von den meisten als neumodischer Schnickschnack verpönten, Versuche Desserts wie Pudding für Dummies - also ohne Kochen - herzustellen. Ganz ungeachtet das wir vorhatten Pudding zu kochen und nicht in kalte Milch einzuquirlen, machte es sich dieser Tisch ganz einfach. Wie weise das war, erfuhren wir allerdings erst später.
Herr Schader hatte für eine Herdplatte, eine Verlängerungsschnur und einen Topf gesorgt und damit wir nicht den gesamten Vormittag mit Puddingkochen vergeudeten, wurde die benötigte Gesamtmilchmenge überschlagen, in den Topf zusammengeschüttet und alle weiteren Zutaten eingerührt. Die Herdplatte stand auf einem niedrigen Stühlchen neben das er sich bewachend setzte um nach seinem Buch zu greifen.
'Die Zeit die die Pudding braucht bis sie kocht werden wir für ein kurzes Diktat nutzen.' sagte er und uns allen schwante Böses, denn ungeachtet seiner pädagogischen Bemühungen waren wir alle meist schon vor der Einschulung an den Umgang mit Topf und Herd herangeführt worden.
'Herr Schader, aber dann brennt der Pudding an.' wagte ein Klassenkamerad einzuwenden.
'Ach was, ihr wollt euch doch nur vor dem Dikatat drücken.' wischte er den Einwurf kraft seines Amtes beiseite und das Diktat begann.
Was sich unserer Lehrer unter kurz vorstellte, zog sich Minute um Minute und irgendwann zog ein leicht stechender Duft durch das Klassenzimmer.
'Herr Schader, bitte... der Pudding brennt an.' kamen immer flehendlichere Stimmen aus allen Ecken des Klassenzimmers.
'Gebt Ruhe, sonst wird das Diktat benotet.' war die einfache Erwiderung.
Dem drohenden Überkochen wurde mit dem Herunterdrehen des Reglers geantwortet und das Diktat mußten wir bis zum bitteren Ende durchstehen.
Danach stand Herr Schrader dynamisch auf und teilte jedem ein Schälchen Pudding aus - ausser dem Quartett das nun mit erleichterten Mienen ihr Päckchen in kalte Milch rührte.
'Herr Schader...' klagten die ersten Schüler '... der Pudding schmeckt verbrannt.'
Doch es half nichts. Herr Schader definierte das der Pudding nicht angebrannt und sehr wohl genießbar war und da man weder mit Nahrungsmittel spielt noch diese einfach verschwendet, taten wir - bis uns das Pausenklingeln erlöste - als würden wir Pudding essen.
Wie Herr Schader den braunen Satz im Topf seiner Frau erklärte oder ob er heute weiß wie angebrannter Pudding riecht, weiß nur die Geschichte.
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