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February '12



Review: Die Geisha

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Nachdem ich von Mineko Iwasakis Buch Die wahre Geschichte der Geisha wirklich sehr angetan war, geriet auch der Film Memoirs of a Geisha in den Focus meines Interesses. Die interessante Ausschnitte während der Golden Globe Verleihung taten ihr übriges.

Verfilmt wurde - trotz der Ähnlichkeit des Titels - nicht Mineko Iwasakis Lebensgeschichte, sondern ein Roman von Arthur Golden. Dieser entstand - nach Goldens Aussagen - inspiriert durch die Geschichte einer sehr alten Geisha. Der Film weist jedoch auch unübersehbare Parallelen zu Mineko Iwasakis Buch auf, ob diese aber rein zufällig entstanden, da sich die Lebenswege der Geishas durch die enge und traditionelle Kultur ähneln, oder Arthur Golden gespickt hat ohne der Japanerin Kredit zu zollen, bleibt uns wohl verborgen. "Die Geisha" spielt in der Zeit um den zweiten Weltkrieg, während Mineko Iwasaki in den fünfziger Jahren geboren wurde.


Zur Handlung:


Weil die Mutter schwer erkrankt verkauft ein Fischer seine beiden Töchter Satsu und Chiyo an eine Okiya - ein Geishahaus. Doch nur die neunjährige Chiyo wird dort auch aufgenommen, Satsu wird stattdessen in ein Bordell gebracht.

Unter der strengen Herrschaft der okasan muß Chiyo zunächst als Dienstmädchen arbeiten, wird aber schon bald in die Ausbildung zur Geisha geschickt. Hatsumomo, der Star der Okiya, macht ihr das Leben schwer und intrigiert gegen sie. Chiyo selbst versucht ihre Schwester wiederzufinden und mit ihr zu fliehen. Bei der lebensgefährlichen Klettertour über das Dach der Okiya stürzt sie ab, verletzt sich nicht nur, sondern zieht sich auch die Wut der 'Mutter' zu. Statt weiter zur Geisha ausgebildet zu werden, darf sie nur noch die Aufgaben einer Dienerin übernehmen und soll als Sklavin ihre Schulden über lange Jahre abzahlen, während eine Geisha ihren Kaufpreis oft schon nach wenigen Jahren abgezahlt hat.

Auf einem ihrer Botengänge begegnet Chiyo dem ersten Menschen der freundlich zu ihr ist. Dieser befindet sich in der Begleitung einer anmutigen Geisha und Chiyo beschliesst ebenfalls zur Geisha zu werden, nur um diesem Mann näher zu kommen. Es vergehen jedoch einige Jahre und erst als Chiyo beinahe zu alt ist um noch die schwierige Ausbildung einer Geisha aufzunehmen, erhält sie eine unerwartete Förderin.

Mameha, die Geisha einer anderen Okiya und der Star des Geisha-Viertels - gespielt von der überaus anmutigen Michelle Yeoh - bietet der okasan ein Geschäft an das diese nicht abschlagen kann. Mameha wird alle Kosten für Chiyos Ausbildung übernehmen und falls diese nicht innerhalb eines Jahres nach ihrer Ernennung zur Geisha ihre Kosten wieder eingebracht hat, erhält die Okiya das Doppelte von Mameha. So wird diese zu Chiyos 'älterer Schwester', der Mentorin und Beschützerin einer Lehr-Geisha.

Nicht ganz uneigennützig allerdings, denn Mameha will verhindern das Hatsumomo oder deren Mentee Kürbisköpfchen zur Atatori - zur Erbin der Okiya - ernannt wird. Chiyo selbst, nun gespielt von Ziyi Zhang die aus den bildgewaltigen Filmen Tiger & Dragon (IMDB), Hero (IMDB) und House of Flying Daggers (IMDB) bestens bekannt sein dürfte, soll an ihre Stelle treten.

Für Chiyo, die schon bald ihren Geishanamen Sayuri annimmt, beginnt eine Zeit harten Trainings, die immer wieder von den Intrigen Hatsumomos überschattet. Als sie ihr Ziel scheinbar erreicht hat, bricht der Krieg über Japan herein.



"Die Geisha" ist nicht ganz so bildgewaltig wie es nach den Ausschnitten zu hoffen war und die Liebesgeschichte wäre meines Erachtens nicht unbedingt nötig gewesen, beziehungsweise überfrachtet den Film teilweise. Allerdings soll mit ihr wohl die Hauptzielgruppe bedient werden - Frauen noch weit vor Liebhabern japanischer Kultur.

Letztere kommen nicht unbedingt zu kurz, vor allem in den optischen Details. Es ist jede Menge japanische Verpackungskunst Furoshiki zu sehen, kunstvolle Kimonos und leider viel zu wenig Musik und Tanz.

Viele Details der Geisha-Kultur bleiben im Film unerklärt und ich weiss nicht ob ich ihn genauso hätte genießen können ohne vorher Mineko Iwasakis Buch gelesen zu haben. Ich bin keine Kennerin der Kultur, dennoch hatte ich den Eindruck das auch hier einige Details westlich verfälscht dargestellt wurden. Trotzdem ist der Film eine gelungene Abendunterhaltung mit leichten Längen und wird am Besten mit einem Sushi-Essen und etwas Sake einleitet.

*Update:*

Tatsächlich scheint es der Fall zu sein das Arthur Golden Mineko Iwasaki als Vorbild nahm. Und diese ist damit gar nicht glücklich. Vor allem mit der von mir vermuteten Verfälschung. Siehe dazu ein Interview mit der Tagesschau.


Die Geisha
(Book)
Arthur Golden, Gisela Stege
Released: Januar 2006
Memoirs of a Geisha
(Book)
Arthur Golden, Michael Dean
Released: 2000


Mehr zur Geisha-Kultur:

Kiharu - Memoiren einer Geisha
(Book)
Kiharu Nakamura, Kimino Nakayama, Ursula Gräfe
Released: März 2005
Geishas. Von der Kunst, einen Kimono zu binden.
(Book)
Lesley Downer, Susanne Kuhlmann-Krieg
Released: Mai 2002


Das Lächeln der Geisha Geheimnisse japanischer Lebenskunst
(Book)
Ursula Richter
Released: September 2005
Die Geschichte und Kunst der Geisha
(DVD)

Released: Januar 2006

Posted by Mela Eckenfels

01/22/2006 at 03:16:57

Posted in Kino

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Last modified on 2006-12-14 19:39


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