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February '12



Bloggende Frauen oder warum Feder & Herd nicht so populär ist wie Spreeblick

with 17 Comments

Jedesmal wenn ich von einem Vortrag, Panel, einer Session höre oder einen Artikel lese, in dem es darum geht dass es mehr weibliche Blogger geben muß, fange ich an den Kopf zu schütteln.



Abgesehen davon, dass es sinnlos ist etwas derartiges zu fordern - es fängt doch niemand mit dem Bloggen an, nur weil sich da jemand hinstellt und sagt: Ihr müsst - geht es den Fordernden (meist weibliche Kunst- und/oder Medienmacher mit Soziologie-Einschlag) selten um die schiere Zahl bloggender Frauen.

Für meinen Teil habe ich 1997/98 kurzzeitig mit dem Bloggen begonnen, damals noch ohne den Begriff überhaupt zu kennen. Mein 'Blog' war eine Art Internet-Beziehungstagebuch, gemeinsam geführt mit meinem späteren Göttergatten, erst seit 2004 führte ich mein Asperger-Blog und seit 2005 dann dieses Blog. Feder & Herd.

Das sind inzwischen satte 5 Jahre und für die deutsche Blogsphäre war ich damit zumindest nicht spät dran.

Also hallo, hier gibt es eine bloggende Frau. Gibt es schon seit einiger Zeit. Allerdings bin ich wohl irgendwie nicht relevant. Hm. Ebenfalls selten bis nie in diesem Zusammenhang erwähnt finde Kathrin Passig, die mit der Riesenmaschine nicht zu den unbekanntesten Bloggerinnen Deutschlands gehört. Vielleicht bin ich ja blind und taub, aber sprechen die Fordernden in diesem Zusammenhang über das Akquiseblog, den PR-Doktor, den Behindertenparkplatz, Kollege Ich, Berufung Selbstständig, dyfustifications ... oder habe ich recht und auch diese Blogs eher so gar nicht erwähnt? Von Textelle oder Textzicke habe ich schon das eine oder andere Mal vernommen, dass sie als bloggende Frauen wahrgenommen werden und Kooptech darf sich gar einer kleinen Berühmtheit erfreuen. Leider immer noch mit dem Unterton 'Das was ihr da macht, Mädels, ist ein netter Anfang, reicht aber noch lange nicht' und wer "Bloggende Frau" nicht wie ein Banner vor sich herträgt, hat ohnehin gleich in diesem Spiel verloren.

Wieder: Hm.

Dann sind da die Foodblogs. Höre ich einmal, dass Foodfreak oder Küchenlatein unter den herausragenden deutschen Bloggerinnen erwähnt wird? Nein. Kochfrosch? Chili und Ciabatta mit knapp 1500 Subscribern alleine im Google Reader? Denkste. (Zum Vergleich: Selbst Carta hat im Google Reader lediglich knapp 1150 Subscriber. Der alte Sack unter den Bloggern Isotopp hat um die 1000 und selbst saschalobo.com - und er wird mir die Erwähnung in diesem Zusammenhang sicher nie verzeihen - blickt nur auf vergleichsweise schlappe 900+ Google-Subscriber.)

Aber halt! Foodbloggende Frauen. Da schnappt die Klischeefalle zu. Wie. können. die. das. nur. den. Frauen. antun! Heimchen am Herd-Alarm! Schlimmer sind ja nur die Strickbloggerinnen und die Bastelmamis! (Bei deren Subscriberzahlen, so mancher und an sich etablierte Blogger der deutschen Blogsphäre kleine Pfützchen auf der Zunge bekäme.)

Doch die einzig gültige Blog-Währung hierzulande, ist immer noch die Verlinkungshäufigkeit einzelner Artikel. Solange nicht also 100 Blogs auf das Rezept der Woche aufspringen und einen 'me too'-Artikel mit gesetzten Backlink bloggen, wird es wohl nichts mit den Ruhmeshallen für weibliche Foodbloggerinnen und Bastelmamis.

Wen nicht innerhalb der ersten 5 Sätze einen üblichen 'Wir brauchen mehr bloggende Frauen'-Artikels, das Gefühl befällt, dass es die richtigen und die falschen weiblichen Bloggerinnen gibt, der hat gar nicht erst soweit gelesen.

Ernstzunehmende(!) weibliche Bloggerinnen ...

... bloggen niemals nicht über die 'weiblichen' Sphären des Lebens. Verpöhnt sind also: Bastelblogs, Strickblocks, Nähblogs, Mamiblogs, Schwangerschaftsblogs, Schulproblemblogs und irgendwie auch Kochblogs. Frauen, die derartige Blogs betreiben, werden grundweg des Verrats an der ernsthafen(!) weiblichen Blogsphäre verdächtigt. Dies gilt nicht für von Männern betriebene Kochblogs. Die sind einfach nur so irrelevant.
... dürfen sich - um als weibliche Bloggerinnen wahrgenommen zu werden - nicht nur über kerlige Themen bloggen. Frauen, die lediglich über Technik und Politik bloggen, stehen im Verdacht sich nur bei den männlichen Bloggern anbiedern zu wollen. Zählen also nicht so wirklich als weibliche Blogger. Der regelmässige Hinweis eine Frau in einer Männerdomäne zu sein, darf auf keinen Fall fehlen. Am Besten beschäftigt man sich in regelmässigen Artikeln mit der weiblichen Blogsphäre wie das Don Alfonso mit dem Rest macht. Nur weiblich eben.
... kommen am Besten irgendwie aus den alten Medien. Denn dann sind sie besonders relevant.
... sollten hin und wieder dann doch zum großen Politikgeschehen das Wort ergreifen. Wegen der Relevanz. Dann aber gerne auch besonders zur Frauenpolitik.
... bloggen nicht gemeinsam mit Kerlen in Blogs die auch noch kommerziell erfolgreich sind.
... werden von irgendjemand anderem als relevant eingestuft. Am Besten von den herkömmlichen Medien.
... gewinnen Blogpreise.
... müssen gefälligst mindestens so oft gelesen werden, wie Spreeblick. (8582 Subscriber bei Google).

Ihr seht also, mit den Bloggerinnen ist das gar nicht so einfach. Denn tatsächlich schwingt eine Forderung unterschwellig immer mit: Es braucht nicht nur mehr weibliche Blogger, nein, die müssen dann gefälligst auch unter der Top 10 der Blogs zu finden sein.

Es muß also DIE RICHTIGE nur DAS RICHTIGE bloggen und dabei noch das Geheimnis eines erfolgreichen Blogs demystifizieren. Nichts einfacher als das. Vielleicht ist es aber auch der Aufruf, die Blogs DER RICHTIGEN unbedingt lesen zu müssen. Eine eingebaute Lesepflicht, der Geschlechtergerechtigkeit zuliebe.

Und wieder mal: Hm.

Also persönlich lese ich Blogs ja, weil sie mich interessieren. Und dabei ist es eher nachrangig ob sie von Johnny Haeusler geschrieben wurden, Sascha Lobo, Christiane Link oder doch einer Bastelmami. (Ja, ich habe tatsächlich Bastelmami-Blogs in meinem Feedreader und ich schäme mich derer nicht einmal.)

Es gibt verdammt viele Bloggerinnen. Es gibt gute Bloggerinnen. Es gibt vielgelesene Bloggerinnen. Berühmte Bloggerinnen die nur wenig gelesen werden und vielgelesene Bloggerinnen die niemand wirklich kennt. Aber die Behauptung ein Blog würde weniger gelesen, weil es von einer Frau geschrieben ist, wäre nun wirklich an den Haaren herbeigezogen.

Wir brauchen keinen Ruf nach mehr oder besseren weiblichen Bloggern. Es reicht einmal über den Tellerrand aus Ignoranz und Arroganz zu schauen um sie zu sehen.

Aber Anleitungen aus dem Elfenbeinturm zum richtigen Bloggen für Frauen ... die braucht keiner.

Das wars.

Wie da fehlt noch was?


Warum Feder & Herd nicht so populär wie Spreeblick ist? Na gut, hier die Kurzfassung:
- immer wieder Postingpausen - chaotischer Themenmix - mitunter unhippe Themen - Jammern auf hohem Niveau - Artikel sind schnell runtergehackt - selten hoher Rechercheaufwand - flappsige Sprache - Nachkorrektur optional - Keine Anwesenheit auf Barcamps/kein Konferenztourismus - Küchen- und Alltagskram - Werbung - kein konsistenter Aufbau der 'Marke' - mehrfach wechselnder Blogname - und last but not least ... ist es vielleicht einfach nicht so gut geschrieben. Nur mein Geschlecht ... das spielt ziemlich sicher keine Rolle.

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Last modified on 2010-03-26 06:14


2 Trackbacks to Bloggende Frauen oder warum Feder & Herd nicht so populär ist wie Spreeblick

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  1. ryuu.de

    31 Mar 10 at 13:37

  2. autorenexpress.de

    31 Mar 10 at 17:14

17 Comments to Bloggende Frauen oder warum Feder & Herd nicht so populär ist wie Spreeblick

  1. Pfffh. Mein Blog gibt's seit... äh, jetzt muß ich selber erst mal nachsehen: Juni 2000. Und es ist mir völlig schnuppendulli, ob mich irgendwer für (ir)relevant oder meine Themen für Verrat an der emanzipierten Frau hält. Ich habe bis heute keinen blassen Dunst, wie mein Ranking aussieht oder wieviele Leute meinen Feedreader lesen. Ich weiß nicht einmal, wie ich letzteres überhaupt herausfinden könnte. Und genau das macht das Bloggen so authentisch und entspannt. :-) Ich bin Frau genug, um mich & meinen Grips nicht beweisen zu müssen. Wie sagte doch eine andere Bloggerin noch so schön: "Blog. Nicht Wunschkonzert."

    Ute

    23 Mar 10 at 21:43

    Reply

  2. Tehe. Danke. Den Spruch muss ich mir merken.

    Die von mir genannten Zahlen der Feedleser sind natürlich auch völlig irrelevant und geben nicht an wieviele Personen an Blog auch tatsächlich lesen und es nicht nur im Reader vergammeln lassen. Zudem ist der Google Reader sicherlich vielbenutzt, aber auch nicht der einzige (Online-)Feedreader. Viel wichtiger ist heute sowieso die Verbreitung über Twitter und anderen sozialen Netzwerken.

    Hab das ganze nur mal so plakativ zu Hilfe genommen.

    Ach.. Du hast 37 Subscriber bei Google ;-)

    Mela Eckenfels

    23 Mar 10 at 21:53

    Reply

  3. Danke Mela für den richtig guten Artikel!
    Ich blogge erst seit Dezember 2009 (!), dafür ist meiner trotzdem länger, denn ich bin seit November 1990 im Netz unterwegs.
    Richtig ist: kein Wunschkonzert. Ich hab noch nie ne Homepage aufgemacht oder ein Blog eröffnet oder Technik gekauft und einen Handyvertrag abgeschlossen, weil mir die Umwelt das einreden wollte oder jemand meinte, das müsse man jetzt eben.
    Ich hab noch keine richtige Ahnung wer mich eigentlich liest, aber das finde ich schon noch raus.
    Und: irgendwie gearteten "Erfolg" kann man ohnehin nicht erzwingen.

    Princess

    23 Mar 10 at 22:13

    Reply

  4. Ach, ich hab von Sascha Lobo noch nie was gelesen. Hab mich nur beim Fernsehen gewundert, wer der wichtig schauende Typ mit den Stehhaaren ist. Und im Internet bin ich auch schon sehr lange. Ich denke es ist vollkommen unwichtig ein Blog um des Bloggens an sich Willen zu lesen. Die Blogosphäre ist auch nur eine aus sich selbst entstandene Metablase.
    Blogs Lese ich der Themen wegen. Klar, der Schreibende muß auch das Schreiben auf eine Art, die mich anspricht beherrschen. Und dann kann es sein, daß ich ihn auch seines Blogs an sich wegen lese. Insgesamt liebe ich vor allem systemhelden.com/blogs und planet.opensolaris.org. Und da geht es mir um die Information. Ich behaupte zwar immer noch gerne, daß ich grundsätzlich keine Blogs lese. Aber dennoch werden es immer mehr Blogs, die ich verfolge. Ist vielleicht auch ein Mangel im Fokus. Mein eigenes, streng themenbezogenes, Blog darbt aber mit sehr niedriger Postingfrequenz. Zum Einen will ich eben nicht zu allem was schreiben, sondern nur zu meinem Thema. Zum anderen bin ich im Zweifel zu faul. Die Faulheit. Oder zu abgelenkt. Auf twitter schreib ich gelegentlich alltägliches, oder so.
    Um zurück zum Thema zu kommen. Ob das Blog von einer Frau oder einem Mann ist ist mir egal. Eine Frau kann auch typische Frauenthemen behandeln oder nicht. Ich bin ein Mann, mich darf Kochen auch interessieren. Und wer es darstellt ist mir egal. Und ist es nicht auch ein Klischeeblog, wenn ein Mann über Technik schreibt.
    Nun gibt es ein Problem: Im Internet gibt es bekanntemaßen keine Frauen. "It's a trap."
    Nochmal zu meinem Blog. Mir ist es egal, wer es liest. gestartet habe ich es vor über einem Jahr zwischen den Jahren, weil mir langweilig war. Es ist also alles nur für mich. Dennoch habe ich mich auch schon dabei ertappt mir Gedanken über mein Publikum zu machen.
    Nun, wenn ich nur auf die Überschrift abstelle (ich kenne zwar Spreeblick nicht...) dann könnte es auch daran liegen, daß du weniger schreibst. Gut, ich haben eben erst das Ende deines Artikels überflogen. Das führst du ja alles irgendwie selbst an. Ach, mein Fokus ist ganz weggedriftet. Ich sollte ins Bett. Und insgesamt mal produktiv werden. Es gäbe endlich den Science Fiction Zyklus zu schreiben. Python zu lernen. Den LPIC ablegen. Cisco könnte ich auch machen. Aber wie sieht es mit der Lust aus, wenn man auf der Arbeit den ganzen Tag ABAP oder Flex macht. Ich finde das im Moment wesentlich auszehrender, als selbst aufreibendste Sysadmin-Tätigkeiten unter Zeitdruck.
    Sehr interessant ist auch die Angst was zu verpassen. Gerade durch Blogs wurde das noch schlimmer. Noch viel mehr Seiten abzurufen. Aber wie soll dort gerade eines herausstechen?

    Ach, die Blogosphäre nimmt sich einfach zu wichtig. Und ich sollte ins Bett. Und außerhalb der Blogosphäre interessiert es niemanden. Gerade auch wegen so unwichtigen Themen, die von manchen so wichtig genommen werden. Kann eben niemand nachvollziehen.

    Interessanterweise geht es im Urlaub auch 2 Wochen ohne Internet. Ich lese dann nichtmal Zeitung. Nur die dicke Bild-Überschrift beim Bäcker.

    Noch etwas. Die Blogs wurden auch überhypt. Weil eigentlich war das garnichts neues. Wer früh schon im Internet war kennt mindestens jeder ein anderes ähnliches Phänomen. Gut, sie werden sich etablieren. Aber dann kommt die übernächste Sau. Die nächste sau hatten wir ja schon. (mindestens)

    Aber ich bleibe dabei: Im Internet gibt es keine Frauen. Und niemand weiß, daß du ein Hund bist.

    Leser

    23 Mar 10 at 23:05

    Reply

  5. Rrrwau?

    Mela Eckenfels

    23 Mar 10 at 23:26

    Reply

  6. "Und niemand weiß, daß du ein Hund bist."

    gar nich wahr!

    mccoy

    01 Apr 10 at 14:59

    Reply

  7. http://en.wikipedia.org/wiki/On_the_Internet,_nobody_knows_you%27re_a_dog

    Ach, ich hab echt Unsinn geschrieben. Ignorier es einfach ;-)

    Leser

    24 Mar 10 at 18:44

    Reply

  8. Der Text beschreibt doch grundsätzlich das Problem der Aufmerksamkeits-Nischenblogs. Das ist keine Frauen-Männer-Sache. In Deutschland repräsentatieren 20-30 Blogs die "Blogosphäre" in der Wahrnehmung in den anderen Medien. Aussschlaggebend sind nicht die Leserzahlen oder gar der impact, sondern nur die Fähigkeit zur Selbstvermarktung. Möglicherweise können das Frauen schlechter, aber eben auch viele Männer, die erfolgreiche Blogs führen, aber eben nicht bei der re:publica ihre Fiebervisionen zum Besten geben wollen oder für sich eine neue Lebensform der Netzelite definieren.

    Tim

    26 Mar 10 at 06:14

    Reply

  9. ach leute. schreiben macht auch ohne google, rankings, irgendwas einfach riesenspaß. dä.

    vera

    30 Mar 10 at 23:25

    Reply

  10. Ich frage mich ehrlich, gegen wen die Autorin hier anschreibt. Der Verweis auf "weibliche Kunst- und/oder Medienmacher mit Soziologie-Einschlag" ist 'nen bissel dünn. Ich frage mich, ob die ganzen Vorträge, Panels oder Sessions, die sich mit dem Thema beschäftigen, wirklich - wie die Autorin suggeriert - vermitteln, dass Strick- oder Foodblogs weniger wichtig seien als politische Blogs. Ist irgendwie so gar nicht meine Erfahrung. Ein paar konkretere Beispiele würden mir vielleicht weiterhelfen.

    Aber immer die gleiche Arie: "Mit Geschlecht hat das alles nichts zu tun." Na gut. Dann ist es wohl Zufall, dass die Top100 überwiegend männlich sind?!

    Magda

    30 Mar 10 at 23:56

    Reply

  11. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Immer die gleiche Arie, dass das Geschlecht schuld ist.

    Im Prinzip ist das hier das gleiche Lied, dass auch die Vertreter der hohen Literatur singen. Die sich bitterlich beklagen, dass sie nicht so oft gelesen werden wie Bestsellerautoren, obwohl sie doch viel bessere Literatur schreiben und viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Bei ihnen ist die Dummheit der Menschen schuld. Bei den Frauen-werden-als-Bloggerinnen-nicht-ernst-genommen-Jammereien ist es eben der unterschwellige Anti-Feminismus.

    Und ja, es gibt eine ganze Reihe Gründe die Blogs zu Top 100-Blogs machen. Ich hab versucht sie zu umschreiben, aber das war wohl nicht deutlich genug. Daher hier nochmal in Kürze:

    - Schreiben was gelesen wird
    - Schreiben, so dass es gelesen wird
    - Trends erkennen
    - Zielgruppen bedienen
    - Konsequentes Selbstmarketing

    Es gibt exzellente Blogs, die es nie unter die Top 100 schaffen werden, weil ihre Zielgruppe zu klein ist. Das Schicksal dürfte - sorry - auch den meisten Feministinnen-Blogs wiederfahren.

    Für die Top 100 reicht es nicht im eigenen Saft zu schwimmen.

    Mela

    31 Mar 10 at 00:19

    Reply

  12. Meines Erachtens gehst du mit deinem Eintrag nur den halben Schritt: Du kritisierst, dass "weibliche" Themen weniger ernst genommen werden und konstatierst am Ende: Das hat mit Geschlecht nichts zu tun. Hmm?

    Klar gilt es, die von dir angesprochenen Aspekte zu beachten, um in diese BlogCharts zu kommen. Dass diese publikumswirksamen Themen aber oftmals das, was Frauen bloggen, gar nicht einbezieht, sprichst du nicht an.

    Es geht nicht ums beklagen, dass man nicht gelesen wird. Gelesen werden Frauen schon (nur anscheinend weniger verlinkt). Frauen und die Themen, mit denen sie sich beschäftigen oder die Tatsache, dass Frauen bloggen, wird in der online Welt keinesfalls "geschlechtsneutral" wahrgenommen. Ich hatte ja nicht ohne Grund die Frage gestellt, wie du darauf kommst, dass diese so genannten "weiblichen Kunst- und/oder Medienmacher mit Soziologie-Einschlag" behaupten würden, mehr und mehr Bloggerinnen werden gebraucht. Mehr kritische Bloggerinnen vielleicht. Aber es geht ihnen wohl vielmehr um die Sichtbarmachung von Frauen. Bloggende Frauen ernster zu nehmen. Und klar wird da nebenbei auch gefragt, warum die TopBlogs männlich sind. Weil das nämlich zusammenhängt.

    Die meisten wissen m.E. schon, dass Frauen genauso häufig wie Männer im Netz vertreten sind. Knackpunkt ist vielmehr, dass so genannte Frauenthemen anscheinend nicht als gesellschaftliche relevant eingestuft werden. Die Aufwertung von so genannten Frauenthemen (was ich zumindest bei dir auch so rauslese), ist demnach wichtig. Aber zu behaupten, dies hätte alles nichts mit Geschlecht zu tun, ist irgendwie zu kurz gedacht. Wenn es so einfach wäre und man deinen Tipps einfach mal so folgen könnte, sähe die Blogger_innen-Welt schon anders aus.

    Magda

    31 Mar 10 at 00:51

    Reply

  13. Warum sind Hobby-Blogs nicht unter den Top 100? Lass mal nachdenken. Hm... weil nicht die Mehrheit der Blogleser strickt? Warum sind Schulproblemblogs nicht unter den Top 100? Weil nicht die Mehrheit der Blogleser/Blogautoren Kinder im Schulpflichtigen Alter haben.

    Warum sind keine Haushaltsblogs unter den Top 100? Weil es für die meisten Menschen nur eine lästige Pflicht ist und sie sich nicht noch darüber unterhalten wollen. Warum sind keine Rasurblogs unter den Top 100? Weil es für die meisten Männer nur eine lästige Pflicht ist und .. so weiter.

    Top 100 Blogs unterhalten in erster Linie. In zweiter Linie bieten sie gute Berichte über Themen die AKTUELL eine Menge Menschen interessieren.

    Wäre Fußball ein Frauenthema.. ich würde immer noch kein Blog darüber lesen wollen, weil es mich anödet. Aus dem gleichen Grund liest die große Mehrheit keine 'Frauenthemen'. Weil sie das Thema anödet. Nicht weil es Frauenthemen sind oder Themen für die sich, aus gesellschaftlichen oder privaten Gründen nun mal mehr Frauen interessieren als Männer.

    Aber viel Spaß bei dem Kampf für eine Mehrheit Langweiliges oder Irrelevantes zum Top-Thema zu machen.

    Warum sind eigentlich keine Behindertenblogs in den Top 100?

    Mela

    31 Mar 10 at 01:28

    Reply

  14. Ich frag mich halt wieso die Frauen die fordern dass mehr Frauen bloggen sollen nicht einfach selber 'nen Blog auf machen...

    Meine Erfahrung ist allerdings auch: Es gibt auch viele bloggende Frauen. Aber ich geb Dir recht, es ist eigentlich egal ob's von einem Mann oder Frau kommt. Es geht darum ob's mich interessiert oder weiter hilft.

    Und zu guter Letzt macht's halt auch einen unterschied, ob man bloggt um damit Geld zu verdienen oder ob man bloggt, weil man denkt es koennte jemanden interessieren.

    Weltraumschaf

    31 Mar 10 at 10:10

    Reply

  15. Bei den sogenannten Standard-Frauenthemen nicht zu vergessen: das gaertnerblog (http://gaertnerblog.de/blog/) ;-)

    Aprica

    31 Mar 10 at 10:35

    Reply

  16. Ich glaube es beginnt schon mit der zwanghaften Suche nach der "Top X", als wenn es oben immer toll zugehen würde.

    Ich habe letztens, im Anschluss an die deutsche Debatte zu weiblichen Bloggern, einen Blog-Beitrag über 20 Eurobloggerinnen (http://julienfrisch.blogspot.com/2010/02/20-women-who-run-eu-blogosphere.html ) geschrieben und sofort hieß es überall, es handele sich um die "Top 20", obwohl ich das mit keinem Wort erwähnt habe.

    In der Liste waren einfach eine Reihe spannender oder Hoffnung machender Blogs von Frauen, ohne Rangliste, einfach nur mein privater Blick. Aber mit ungerankten Daten kommt die Außenwelt nicht so recht klar, schon gar nicht Journalisten, die sich natürlich über solche Listen freuen (z.B. bei EuroparlTV: http://julienfrisch.blogspot.com/2010/03/euroblogs-on-europarltv.html ), aber sie immer auch durch das "Top" als besonders relevant kennzeichnen müssen.

    Julien Frisch

    31 Mar 10 at 11:25

    Reply

  17. Tja, meinem Blog nach müßte ich wohl ein Kerl sein. Computer/Internet und Politik. Ganz selten mal was über Ereignisse in der Küche, und wenn, dann die größeren Katastrophen wie verbranntes Essen in der Mikrowelle oder 'ne Überschwemmung. ;-)

    Ich freu mich dabei zwar über Leser, aber primär geht es mir darum, zu sagen, was ich sagen will, oder mich einfach mal auszuk^Hdrücken, statt jemanden, der's vielleicht verdient hätte, als Boxsack zu verwenden.

    Berühmt zu werden hatte ich jedenfalls nicht vor, als ich das Blog einrichtete. Ich wollte einfach meine statische Website besser organisieren und stellte fest, daß ein Blog für einige Dinge flexibler ist. Und nu hab ich halt eins.

    ... wobei ich zugeben muß, daß es manchmal "interessante" Wirkungen hat, wenn ich einer Firma, die sich nicht benimmt, sage, daß ich das jetzt so verbloggen würde. ;-)

    Gruß, Frosch

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