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Godwins Law der Feminismusdiskussionen
Im Verlauf vieler hitziger Diskussionen im Internet, treten die immer-gleichen Abläufe zu Tage. Diese Abläufe wurden irgendwann in Form von Gesetzmässigkeiten festgehalten. Aus den Usenet-Laws wurden irgendwann die Internet-Gesetze.

Dabei ist Godwins Law sicherlich noch das Bekannteste.
Auch in Netz-Diskussionen zum Thema Feminismus gibt es gewisse Gesetzmäßigkeiten. Der Zeitpunkt sie schriftlich festzuhalten, ist deutlich erreicht, denn es ist unlustig dass derartige Totschlargumente doch immer wieder als 'Argumente' in die Diskussion eingeführt werden. Vorhin auf Twitter habe ich die Gesetze im ärgerlichen Überschwang "Lenas Gesetz" genannt, aber das war vermutlich voreilig. Eher könnte Alice Schwarzer als Namenspatronin der Gesetze genannt worden. Angeblich hatte sie, nach einem Überfall einer Lesbengruppe auf die EMMA-Redaktionsgruppe, den Vorfall mit "Das waren eigentlich Männer" kommentiert.
Und wie lauten nun die Gesetze?
Das Law: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen seien unweiblich/gar keine richtigen Frauen/Mannweiber/eigentlich Männer, hat automatisch verloren.
Die erste Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen stünden eigentlich nur unter dem männlichem Pantoffel/trauen sich nur nichts gegen die Männer zu sagen, hat ebenfalls verloren.
Die zweite Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen würden sich in Wirklichkeit nur bei den männlichen Diskussionsteilnehmern anbiedern wollen, hat aber sowas von verloren.
Die dritte Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen litten eindeutig unter dem Stockholmsyndrom, hat unendlich verloren.
Wird das Law in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion erfüllt, kann die Diskussion sofort abgebrochen werden, da der Boden der Vernunft verlassen wurde.
Dabei ist Godwins Law sicherlich noch das Bekannteste.
Je länger eine Usenet-Diskussion andauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß jemand mit einem unpassenden Nazi-Vergleich auftritt. Normalerweise wird dann die Diskussion für beendet erklärt und der Betreffende steckt tonnenweise *plonk*s ein.
Auch in Netz-Diskussionen zum Thema Feminismus gibt es gewisse Gesetzmäßigkeiten. Der Zeitpunkt sie schriftlich festzuhalten, ist deutlich erreicht, denn es ist unlustig dass derartige Totschlargumente doch immer wieder als 'Argumente' in die Diskussion eingeführt werden. Vorhin auf Twitter habe ich die Gesetze im ärgerlichen Überschwang "Lenas Gesetz" genannt, aber das war vermutlich voreilig. Eher könnte Alice Schwarzer als Namenspatronin der Gesetze genannt worden. Angeblich hatte sie, nach einem Überfall einer Lesbengruppe auf die EMMA-Redaktionsgruppe, den Vorfall mit "Das waren eigentlich Männer" kommentiert.
Und wie lauten nun die Gesetze?
Das Law: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen seien unweiblich/gar keine richtigen Frauen/Mannweiber/eigentlich Männer, hat automatisch verloren.
Die erste Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen stünden eigentlich nur unter dem männlichem Pantoffel/trauen sich nur nichts gegen die Männer zu sagen, hat ebenfalls verloren.
Die zweite Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen würden sich in Wirklichkeit nur bei den männlichen Diskussionsteilnehmern anbiedern wollen, hat aber sowas von verloren.
Die dritte Ergänzung: Jeder, der in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion behauptet, die den pro-feministischen Thesen und Forderungen widersprechenden Frauen litten eindeutig unter dem Stockholmsyndrom, hat unendlich verloren.
Wird das Law in einer Feminismusdiskussion/Genderdiskussion erfüllt, kann die Diskussion sofort abgebrochen werden, da der Boden der Vernunft verlassen wurde.
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22 Comments to Godwins Law der Feminismusdiskussionen
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Mir hat mal ein (netter) Vorgesetzter gesagt, dass bei dem was ich könne die meisten Männer sich, bildlich gesprochen, auf die Brust trommeln und prahlen würden was sie für tolle Hengste seien und alles könnten, während ich mein Licht eher unter den Scheffel stelle. Und ich bin eher keine typische Frau. Ich weiss nicht ob sich das generell mit 'gender' oder Sozialisierung fassen lässt. Mein Eindruck ist eher dass viele hoch begabte Leute in klassischen Sinne "wissen was sie nicht wissen" und ihre eigenen Fähigkeiten entsprechend etwas bescheidener einschätzen als weniger "gesegnete" die sich deswegen mit ihrer Selbstverkaufs-Schiene besser platzieren.
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Sozialisierung ist sicherlich ein Faktor. Ich sag nur: Bescheidenheit ist eine Zier.
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Es heisst aber auch "Tue Gutes und rede darüber".
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Wie oft hast du das in deiner kindlichen Sozialisierungsphase von deinen Eltern zu hören bekommen?
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Ich hab den Spruch ("Tu gutes und sprich drüber") des öfteren von meinem Vater gehört. Genauso wie der Spruch "Was will ich? Was bin ich bereit dafür zu tun?" als Plakat (von irgend einem Seminar, auf dem er mal war) im Treppenhaus hing.
Und der Spruch "Bescheidenheit ist eine Zier." gehört eigentlich immer mit "..doch weiter kommt man ohne ihr!" ergänzt. -
doch besser lebt man ohne ihr.
Ein wunderschöner Post Mela. /bow -
@Stefan: Ich denke, da kommt einiges zusammen. Ich kenne die Situation, als Frau in einer Firma (meistens indirekt, manchmal direkt) gesagt zu bekommen, daß ich "als Frau" doch gar nichts können könne. Zum Glück war ich in solchen Firmen nie lange, wenn überhaupt (Stichwort Vorstellungsgespräch). Ich habe übrigens ziemlich viele Vorstellungsgespräche gehabt (von 1987 bis 2001, und ab 1998 für IT-Arbeitsplätze), und ich saß nur in einem einzigen Fall vor einer Frau. Männer entscheiden primär darüber, wer für welche Tätigkeit eingestellt wird, und sie entscheiden sich im IT-Bereich offenbar oft für Männer (in Schreib- und Verwaltungsberufen dagegen haben sich Männer so gut wie nie überhaupt nur beworben).
Das andere ist Sozialisierung. Tatsächlich könnte ich mir heute noch wohin beißen, weil ich mir als 15jährige habe sagen lassen, ich bräuchte mich nicht für eine Fotografenlehre zu bewerben. Begründung: "Die nehmen keine Mädchen." Stattdessen wurde mir gesagt, ich könne mit meinem Realschulabschluß eigentlich nur in die Verwaltung oder in die Pflege. Die Beratung beim Arbeitsamt damals wurde -- von einer Frau durchgeführt. Und ich hatte vorher gelernt, daß "die Erwachsenen" immer recht haben, auch wenn es mir nicht gefällt. Aus dieser Masche konnte ich erst einige Jahre später ausbrechen. Die Ausbildung habe ich trotzdem nie gemacht. Viel später hieß es dann: Sie sind zu alt. Man möchte niemanden ausbilden, der schon gefestigt ist. Ich fotografiere seit 1982 regulär, und ich denke, ich muß mich mit meinen Bildern nicht verstecken; als Beruf kann ich das aber begraben, denn mir fehlen systematische Grundlagen.
Deshalb fühle ich mich ja im CCC-Umfeld und bei den Piraten so wohl: Weil es genau sowas da nicht gibt. Und wenn sich da doch einer aufspielt oder auf einem anderen wegen des Geschlechts (oder der sexuellen Ausrichtung oder der Religion oder ...) herumtrampelt oder jemand mit Mobberei anfängt, erwarte ich, daß andere Piraten aufstehen und demjenigen zeigen, wo der Hammer hängt. Verbal natürlich.
Zu den Laws: Zustimmung. Ausnahmen bestätigen allerdings insbesondere bei der 1. und 2. Ergänzung die Regel. Alles schon erlebt, aber eben als Ausnahmen.
Gruß, Frosch -
Gemäß den Law-Konventionen müsste es wohl eher Mela's Law oder Felicea's Law heißen, oder?
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Äh, öh. Ja. schauder
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Slowtiger's Corollary:
Jede/r, der/die in einer Genderdiskussion Binnen-I oder Slash-Gender/innen benutzt, hat verloren.
Du solltest das wirklich kürzer formulieren, zB so:
1. Wer in einer Diskussion mit dem Geschlecht eines Teilnehmers argumentiert, hat verloren.
2. Wer in einer Diskussion Weiblichkeit oder Unweiblichkeit unterstellt, hat verloren.
3. Wer Diskussionsgegner in Opferrollen sieht, hat verloren.
4. Argumente, die je nach Geschlecht des Teilnehmers anders gewertet werden, haben in einer Diskussion nichts verloren.
Hm. T-Shirt, anyone? -
Siehe auch Esken's große Frage: http://wirres.net/article/articleview/5505/1/6/#Esken'sGroßeFrage
T-Shirt? Ja gerne. -
Direkte Selbstbenennung eines Laws oder Korollars geht ja mal gar nicht, slowtiger. Pfui!
Und auch auf die Gefahr, ein wenig miesepeterig zu wirken, möchte ich anmerken, dass es schon ein wenig grabenkämpferisch rüberkommt, in einem aufgeheizten Diskurs EOD-Techniken aus den Hausmeisterecken des Usenet auf T-Shirts zu drucken. -
Klar geht das. Was ich erfinde, kann ich auch benennen. fg
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Aber Mela, es stößt genau so sauer auf, dass immer nur die Weiblichkeit verteidigt wird, obwohl in dieser Diskussion immer nur das Schuldige und Boshafte auf die Männer geschoben wird. Geht es darum Frauen nur davor zu bewahren mit Männer verglichen zu werden, ist das genau das gleiche was Lena mit der Mailingliste macht - Männer und Männlichkeit irgendwie in eine schändliche Ecke zu stellen. Ich will mir eigentlich auch nicht von den Gegnerinnen dieser Mailingliste immer vorwerfen lassen, dass am Männlichen irgendetwas schmutziges ist mit dem man nicht verglichen werden möchte. Das wiederspricht dann eben auch den großen Bekundungen der Piraten, z.B. "Die Piraten müssen generelle Diskriminierung diskutieren", oder auch "Es sei falsch, Gleichberechtigung nur auf Mann und Frau bezogen zu diskutieren und damit Unterschiede zu zementieren,"
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Ich fürchte ich verstehe deinen Punkt nicht. Nirgendwo wird Männlichkeit abgewertet.
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Naja, weiß nicht. Der Eindruck entsteht wohl durch die ganze Suppe an Diskussionen zu dem Thema. Erweckt manchmal den Eindruck, dass es irgendwie auch Pfuibäh ist mit einem Mann verglichen zu werden.
Ich meine dann halt, man sollte auch in Zukunft weiter darauf achten, dass ein Vergleich mit einem Mann nichts schlimmes ist. :> -
Dann kam meine Intention nicht genau rüber.
Das Problem entsteht nicht durch den Vergleich mit Männer, es entsteht durch die Haltung "Du vertrittst nicht unsere Position, dann kannst du keine echte Frau sein." -
Was bei mir auch als ein "Du vertrittst nicht unsere Position, dann bist du ein Mann" rüber kommen kann. Umso mehr wenn man sich zuvor nochmal die Pressemitteilung durch gelesen hat, im Besonderen die letzten Absätze. Meiner Meinung nach ist es demnach noch irrwitziger welches Bild von Frauen und Männern die vermitteln. Um das richtig zu bezeichnen fehlen mir irgendwie noch die richtigen Bezeichnungen.
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Siehe auch Punkt 4 von Slowtiger. In dem Moment wo das Geschlecht einer Person bestimmt, wie ein Argument gewertet wird (oder umgekehrt die missliebige Position angeblich die wie auch immer definierte Identität in Frage stellen soll), begeht jemand einen Denkfehler, nämlich nicht das Argument sondern die Person in Frage zu stellen, und genau das moniert Mela. So wie ich zB. auch bemeckere dass jetzt allen Ernstes Leute mit dem Begriff "Frauenthemen" kommen und Familie und Erziehung meinen, und nicht mal merken wie sie damit alte Klischees sofort wieder zementieren.
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Ich sag ja nur "Frauenbrowser" mit der exklusiven, eingebauten Linkliste zu Schminke, Schmuck und schönen Kleidern.
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georgis Umstellung von Mela's Law:
Wer in einer auf nebensächliche äußerliche Merkmale (bist häßlich, dumm, blond, hat keinen abgekriegt z.B.) seines Diskussionspartners Bezug nimmt, um ihn vor der versammelten Gemeinschaft herabzusetzen, gilt als ungeeignet, an Diskussionen teilzunehmen, und hat schon verloren.
Diskussionen auf feministischen Blogs, die diesen Punkt erreicht haben, brauchen nicht abgebrochen werden. Das geschieht automatisch, da Zurechtweisungen zensiert und auf hatr.org zur Schau gestellt werden.


Ausreden dafür, warum man selbst nichts erreicht (obwohl man sich nicht anstrengt), sind immer beliebt.