Flüchtige Gedanken zu Piratinnen
Wird heutzutage über einen Sprecher in einem - wie auch immer gearteten - Kreis Zuhörer die Augen verdreht, liegt es häufiger daran, dass der Sprecher Bullshit redet oder einfach nicht über das Gesagte nachgedacht hat, als daran, dass der Sprecher männlich oder weiblich ist.
Dem Ruf nach einem augenverdreh-freien Umfeld liegt oft eher der Wunsch zugrunde, unwidersprochen Bullshit reden zu dürfen und kein zweites Mal nachdenken zu müssen, als tatsächliche Ablehnung durch Andere.
Unwidersprochen im eigenen Saft Bullshit zu reden, hilft niemandem. Helfen würde jenen Dreibeinern, jenen menstruierenden Mitgliedern der Gesellschaft, jenen Weder-Nochs und jenen Beides, die ein Problem mit dem Augenverdrehen haben, Mittel an die Hand zu geben, über verdrehten Augen zu stehen. Aber auch das Mittel, eigene Positionen einem Realitätscheck zu unterziehen. Beides erreicht man nicht in abgeschlossenen Zirkeln.
Verwandte Links:
1 Trackback to Flüchtige Gedanken zu Piratinnen
9 Comments to Flüchtige Gedanken zu Piratinnen
-
Dem muss ich leider zustimmen: Weniger Aufteilung und mehr konstruktive Gemeinsamkeit würde gut tun.
-
das sagen aber auch nur die, die sich nicht benachtteiligt fühlen...
ich denke man kann schon diskutieren ob man diesen raum geöffnet oder geschlossen macht, allerdings sieht man ja schon an vielen kommentaren, dass "piratinnen" schon allgemein für manche ein problem ist, bzw. viele die ganze diskussion als überflüssig halten.
und das zeigt ja nur, dass es richtig ist, dass man die gender-diskussion nicht ausblendet..
berücksichtigt werden sollte auch, dass der frauenanteil definitiv sehr niedrig ist. egal was also frauen davon abhält in die partei zu kommen, es sollte versucht zu werden dies ihnen zu erleichtern... was nicht bedeutet, dass man gleich den weg der grünen mit frauenquote etc einführen muss.... -
Die Piraten hätten ein Frauen-Akzeptanzproblem wenn sie es Frauen schwerer machen würden der Partei beizutreten als Männern.
Das ist nicht der Fall.
Ich habe noch kein vernünftiges Argument gehört, warum Frauen denn nun eine Trittleiter brauchen um sich für Bürgerrechte einzusetzen. Offensichtlich werden sie aktiv wenn es um reine Frauenrechte geht und stellen sich taub wenn es darum geht für das Wohl aller zu arbeiten.
Das prangere ich an. -
Ich schließe mich Kante und Dyf an. Einer der besonderen Punkte der Piratenpartei war, daß Gleichberechtigung für sie selbstverständlich erschien; s. dazu auch Melas Artikel. Durch - meiner Meinung nach projezierte - Zweifel an überhaupt deren Vorhandensein sehe ich diese Basis von innen heraus und vollkommen unnötig gefährdet. Piraten sollten die nächste Generation sein: Aufgeklärt, gleichberechtigt und frei in ihrem Denken und Sprechen.
Nebenbei: Um mir diese Freiheit auch als Nicht-Pirat zu bewahren, erlaube ich mir, Papierschiff die derzeitige Beurteilungsfähigkeit, ob und inwiefern ich mich benachteiligt fühlen könnte, abzusprechen. -
Papierschiff, schau dir mal an, wie viele Frauen in der Piratenpartei sich zu Wort melden und sagen, dass sie sich nicht benachteiligt fühlen. Schau dir mal an, wie viele Frauen Vorstandsposten in den verschiedenen Gebietsverbänden besetzen, ganz ohne Quote - und das bei dem tatsächlich noch niedrigen Frauenanteil. Wir brauchen keine Frauen, die zusammenglucken, sich abgrenzen und rückwärts gehen wollen. Statt dessen müssen wir endlich klarmachen, dass Piraten schon den Schritt weiter gemacht haben und Menschen nicht mehr nach Geschlechtern beurteilen.
-
Was mich stoert, ist die Tatsache, dass solche Forderungen meiner Meinung nach keine Gleichbehandlung zwischen Maennlein und Weiblein zum Ziel haben, sondern wiederum eine andersbehandlung von Frauen.
Wie grad schon auf Twitter erwaehnt: Wuerde ich bei den Piraten ernsthaft einen Maennerbeauftragten und das einrichten eines geschlossenen Forums oder einer Mailingliste nur fuer Maenner fordern, waere das mindestens eine Lachnummer. Vielleicht duerfte ich mir sogar noch den Vorwurf anhoeren, dass so etwas die Frauen in der Partei benachteiligen wuerde. Warum werden solche Forderungen aber (nicht nur bei den Piraten, sondern auch anderswo) immer wieder im Namen der Emanzipation aufgebracht?
Ich (ok, ich bin ein Mann, aber angenommen ich waere eine Frau
) kann nicht fordern, dass ich genau gleichberechtigt behandelt werden will wie die Maenner in der Partei, aber gleichzeitig darauf pochen dass ich eine extrabehandlung Wuensche, weil ich eine Frau bin. Damit fuehrt sich eine Emanzipationsbewegung doch selbst ad absurdum...
Just my 2 cents... -
Ich habe fast zeitgleich einen Artikel veröffentlicht, leider ohne schon von diesem Artikel Notiz genommen zu haben, und möchte an dieser Stelle einen kleinen Einwurf beisteuern, weil er mir thematisch passend erscheint:
http://kontextschmiede.de/wozu-noch-feminismus-in-blogs-eine-frage-der-perspektive/
Vielleicht schafft es der Artikel, dem ein oder anderen (egal ob Frau oder Mann) eine neue Perspektive auf die Genderdebatte zu ermöglichen. -
Nach meiner Erfahrung wird jeder Pirat (egal ob und wenn ja welchen Geschlechtes) von den Mitpiraten als Idiot abqualifiziert, wenn er sich entblödet eine Meinung oder Tat mit dem Geschlecht des meinenden oder tätigen anderen Piraten zu beurteilen. Und das zu Recht, "Pirat" ist schlicht ein Parteimitglied. Mit oder ohne.
Überlasst also bitte die Genderdebatten anderen, wenn die glauben dass dabei für sie etwas Produktives herauskommt - bei uns Piraten stehen wirklich wichtigere Aufgaben an. Und es ist völlig egal, wieviele X und Y Chomosomen der Pirat in den Zellkernen spazieren trägt solange die Aufgaben erfüllt werden. -
@erz
Nun dein Artikel ist soweit recht interessant, allerdings reichlich Ideologisch gefärbt. Du bist also der Meinung, dass wenn Irgendwo mehrheitlich Männer sind, ein Automatismus eintritt der zu einer Patriarchalen Struktur führt, die dann automatisch zur Unterdrückung von Frauen führt. Das halte ich für Quatsch, und keine Feministin konnte mir erklären warum das so sein soll. Diese Argument steht und fällt einfach mit der Überzeugung, dass das "Männliche" "verdorben" ist.
Eben wegen dieser Unfähigkeit zu erklären warum das "Männliche" dem "Weiblichen" schaden muss werden Feministinnen oft angefeindet - von Frauen und Männern.
Was das ganze damit zu tun hat, dass hauptsächlich Männlich Blogger in den Top 10 sind weiß ich auch nicht. Weil die Leser bevor sie einen Artikel lesen, schauen ob der Autor Männlich oder weiblich ist, und dann bei Frauen entscheiden dass das nicht lesenswert ist? Wohl kaum, weil ein Großteil der Leser selber Männlich ist? Vielleicht, aber um das zu korrigieren könnten doch einfach mehr Frauen Blogs lesen oder?









dyfustifications
28 Feb 10 at 16:47