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February '12



Neusprech für Zwangsarbeit ...

with 4 Comments

... lautet Arbeitspflicht und wurde von einem der üblichen Verdächtigen ins Spiel gebracht.

Roland Koch will also das die bösen Arbeitslosen arbeiten müssen, damit sie sich nicht auf Hartz IV ausruhen.



Auch 'niederwertige' Arbeiten sollen dabei übernommen werden. Was aber sind 'niederwertige' Arbeiten? Ein Müllmann, beispielsweise, leistet sehr hochwertige Arbeit. Meiner Meinung nach zumindest. Immerhin halten die Herren und Damen der Müllabfuhr Seuchen aus unseren Städten fern und neapolitanische Verhältnisse will hier wohl niemand. Darüberhinaus habe ich bislang nichts davon gehört, dass wir einen Mangel an Müllmännern oder Klofrauen hätten. Manuelle Arbeiten in der Produktion, werden auch nicht grade angeboten wie Sand am Meer. Siehe zunehmende Automatisation. Also von was redet Herr Koch? Von Arbeitslosenkolonnen mit orangenen Anzügen die mit einem roten "A" gekennzeichnet sind und die am Rand der Autobahn alle fünf Meter ein Kaugummipapierchen aufpicken?

Wem haben die 3, 2, 1, 0.5 EUR Jobber denn geholfen? Sie sollten keine Arbeitsplätze vernichten, es sollten nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die man sich wieder fördern lassen kann.

Die 'Gewinner' solcher Maßnahmen sind immer in erster Linie die Kommunen. Die nehmen dann lieber einen 1 EUR Jobber um das Schultor neu streichen zu lassen, statt einen Maler zu beauftragen - der wegen fehlender komunaler Aufträge vielleicht seine Gesellen entlassen muß. Aber die können dann ja als 1 EUR Jobber das Schultor streichen.

In zweiter Linie sind es Subventionsabzocker, die Maßnahmen speziell für Langzeitarbeitslose 'entwerfen', Geld kassieren und Leute mit sinnlosen Arbeiten beschäftigen. Dinge hin und hertragen, zum Beispiel.

Und wer profitiert noch davon? Na die Wirtschaft. Denn die zahlt Kümmerlöhne und kann sich darauf verlassen, dass der lebensnotwendige Rest von der Gesellschaft aufgestockt wird. Oder anders ausgedrückt: Sie legen ihre Produktionskosten auf den Staat und damit auch auf die Bürger um, die ihre Produkte oder Dienstleistungen gar nicht kaufen.

Man kann zwar behaupten, zwischen Roland Kochs Ohren dampfe nur ein miefendes, braunes Häufchen. Man kann aber nicht behaupten, dass er sich gar nichts bei solchen Ausfällen denkt.

Posted by Mela Eckenfels

01/16/2010 at 14:20:48

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Last modified on 2010-01-18 16:57


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4 Comments to Neusprech für Zwangsarbeit ...

  1. Hmm, ich habe da so einen Verdacht, wer wirklich hinter dem Schriftzug-Diebstahl in Auschwitz steckt.

    Ich frage mich nur, was passieren muß, daß dieser grenzenlos unsympathische Typ endlich abserviert wird.

    Wenn Sarrazin einfache Zusammenhänge pointiert und richtig aufzeigt, wird er vom Mob gelyncht - Koch will mit Zwangsarbeitsmaßnahmen das Grundgesetz außer Kraft setzen, um neue Arbeitslager zu bauen und man findet dies dann unter 'Ferner liefen'.

    Andererseits: Die Dumpfbacken, die den gewählt haben, haben ihn sich auch redlich verdient.

    Hans Bonfigt

    17 Jan 10 at 00:20

    Reply

  2. Und die Dumpfbacken die bei der Wahl zuhause gebleiben sind "weil's ja doch nichts bringt" müssen jetzt eventuell lernen, dass es zumindest Schlimmeres hätte verhindern können.

    Ich bin ja mal gespannt, ob's dann in den hessischen Schulen demnächst neue Mathebücher gibt, in denen Grundschüler ausrechnen dürfen vieviel die Betreuung unheilbar Kranker und Behinderter den Staat und die Gesellsachaft kostet.

    Ulan

    17 Jan 10 at 04:25

    Reply

  3. Na...hier tummeln sich die Unwahrheiten ja ganz extrem.
    Zum ersten: Ein euro jobs sind selten wie hier behauptet "sinnlose" Arbeiten. Vielmehr sind es sehr sinnvolle und teilweise sogar hochwertige Arbeiten, die ansonsten von Firmen erledigt werden müssten, die dafür natürlich mehr Geld verlangen, da sie ja steuerpflichtig sind und ihre Arbeiter vernünftig bezahlen müssen.
    Auch profitiert die Wirtschaft nicht von 1€ Jobs, wohl aber die Momunen...zumindest zu einem kleinen Teil...und daran wäre ja erstmal nichts schlecht, denn Teil einer Komune sind wir alle. Somit gibts da also nichts zu verteufeln.
    Es stimmt auch nicht, dass 1€ Jobs also total und immer sinnlos sind, wie hier dargestellt. Mir hat mein 1€ Job geholfen wieder in die richtige Bahn zu kommen. Wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben.
    Zu sehen, dass man wieder etwas sinnvolles tut und eine Aufgabe hat. Natürlich ohne grossen Dank und Anerkennung, aber immerhin besser, als sich zu besaufen und garnichts zu tun.
    Ok, 1€ Jobs werden sehr oft missbraucht um billige Arbeitssklaven zu nutzen anstatt Fachkräfte zu beschäftigen. Firmen, oder Vereine, die dies so Ausnutzen sollten bestraft werden...generell finde ich aber die 1€ Jobs nicht von Haus aus schlecht. Es ist wie gesagt ein kleines "gebraucht werden" für einen Hartz IV ler und zudem noch ein wenig mehr Kohle...und 80€ mehr sind schon was, wenn man nicht viel hat.

    DerFlaschengeist

    17 Jan 10 at 13:41

    Reply

  4. Da Du Dich im Titel darauf beziehst: der Terminus "Arbeitspflicht" wurde nicht von Koch gebraucht sondern von der WiWo (siehe: http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/politik-muss-notwendige-haerte-haben-419310/1/ - Seite 2).

    Christian

    18 Jan 10 at 16:56

    Reply

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