Rezension: Tomaten aus dem Garten
Eva Schuhmann, eine unserer Buch-Textinen, brachte vor einigen Monaten das Buch „Tomaten aus dem Garten“ heraus und der Ulmer-Verlag stellte mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung.
Zwar besitze ich keinen Garten, aber Tomaten liebe ich in fast jeder Form und Zubereitungsart. Ein guter Grund also sich das Buch endlich mal genauer anzusehen.
Das Büchelchen ist 64 Seiten stark und beginnt mit einem Datenhamster-Kapitel über die Geschichte der Tomate, beginnend bei ihrer Verwendung durch die Mayas. Dann folgt man als Leser dem etwas schwierigen Weg der Tomate auf unseren alltäglichen Speiseplan und wen wird es schon wundern, dass der endgültige Durchbruch mit der Erfindung des Heinz-Ketchups zusammenfällt?
Weiter bekommt der Leser allerlei Zahlen und Informationen in die Hand in denen die Tomate sich als dominierendes Gemüse entpuppt.
Nach meinem Gefühl verliert das Buch hier leider kurz seine sonst so durchdachte Struktur. Informationen über den Tomatenanbau ohne Erde hätte ich doch eher ins Kapitel der Tomatenaufzucht und Pflege verlegt.
Über den kurzen Ausreißer trösten Tomatenkuriositäten oder tomatenlastige Filme hinweg.
Als Nächstes wird mit tomatigen Vorurteilen aufgeräumt und man erfährt, in welchem Ausmaß grüne Tomaten - und hier nur die unreifen(!) grünen Tomaten - weniger bekömmlich sind. Das nächste Kapitel beweist, das reife Tomaten aber vor guten Inhaltsstoffen nur so strotzen - und ich überlege gleich das Ich ja doch vielleicht mal wieder eine Tomate essen könnte. Bio-Tomaten natürlich, denn der Leser lernt, warum diese doppelt, so gesund sind, wie herkömmlich angebaute.
Darauf folgt das Herzstück des Buchs: Eva Schuhmann widmet ein dickes Kapitel dem erfolgreichen Gärtnerleben mit der Tomate. Und hier zeigt sich auch, für welche Zielgruppe das Buch geschrieben wurde: Jeden der den Platz für ein Töpfchen Blumenerde entbehren kann.
Egal ob Kleingärtner oder Fensterbankbesitzer. Die Autorin führt den Züchter-Neuling in die Welt der vielfältigen Tomatensorten ein (mein Favorit ist 'Grünes Zebra') und hilft die Richtige für den jeweiligen Anbauzweck zu finden. Mit den folgenden Anleitungen wird auch der größte Garten-DAU in der Lage sein, einige Tomatenpflänzchen aus Samen oder Setzlingen aufzupäppeln. Für notorische Entweder-das-Gießen-Vergesser-oder-wenn-dann-immer-zuviel-Gießer werden Tomatenbewässerungssysteme vorgestellt. Nach dieser fundierten Einführung werden nur noch Menschen mit tiefschwarzem Daumen bei der Tomatenaufzucht versagen.
Das Buch wird mit einem kleinen Rezeptteil abgeschlossen, in dem die wichtigsten Basics vertreten sind. Natürlich darf ein Abschnitt über die schlank-machenden Eigenschaften der Tomate nicht fehlen, kommt heute doch kein Buch über ein Lebensmittel mehr ohne ein Kalorienfetischisten-Kapitel aus. Abgeschlossen wird das Buch mit der Frage, wie man die Anbauerfolge denn über die Ernte hinaus haltbar macht. Ein Kapitel, das ruhig etwas dicker hätte ausfallen dürfen.
In „Tomaten aus dem Garten“ sind auf wenigsten Seiten viele nützliche und nutzlose aber interessante Informationen untergebracht. Die Bilder sind professionell gestaltet, ebenso die informierenden Skizzen. Kleine Kästchen enthalten besonders spannende oder nützliche Informationen, passend zum Thema der jeweiligen Seite.
Ideal ist das Buch für jeden der auf kleinem oder kleinstem Raum erfolgreich Tomaten züchten möchte und als Mehrwert wird er noch gut unterhalten.
Acht gut angelegte Euro.
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identi.ca
24 Oct 09 at 09:44