Piratenpartei und der Rechte Rand
Meine erste Reaktion war: "Herrje! Man erkennt doch am Titel schon den Inhalt."
Der zweite Gedanke relativierte das etwas, auch wenn ich weiterhin angepisst bin.
Es ist ein Unterschied ob man - wie ich - schon relativ früh mit rechts- bzw. linksextremen Gedankengut in Berührung kam und entsprechend sensibilisiert ist, oder ob man die Jugend und das junge Erwachsenenleben weitgehend unpolitisch im Rechnerpool der $UNI verbrachte. Es macht einen Unterschied ob man schon öfter mal vor besoffenen Kurzgeschorenen davonrennen durfte, oder das größte Problem darin bestand sauberen Code in C zu schreiben.
Im ersten Fall ist man nämlich etsprechend hellhörig und weiß das jene Gruppen am rechten Rand gerne das Wort 'Freiheit' für sich in Anspruch nehmen, aber nur die Freiheit der deutschen Rasse und Gleichgesinnter meinen. Die Freiheit sagen zu dürfen, was man gerne mit Ausländern, Andersdenkenden und linken Zecken tun würde. Die Freiheit, Unfreiheit anderer zu fordern.
Dem klassischen Nerd fehlt diese Hellhörigkeit, leider. Hier beseht deutlicher Nachholbedarf und vielleicht sollten gerade die Parteiköpfe zu Schulungszwecken sich einige entsprechende Pamphlete vornehmen.
Aber nicht das ihnen das gleich wieder angekreidet wird.. ja?
P.S.:
Wenn ich mir so den Grundtenor der Kommentare anschaue, ist Kritik, geschweigedenn nur eigene Gedanken machen, grundsätzlich nicht erwünscht. Bzw. genau durchlesen was ich sage und nichts reinzuinterpretieren was nicht gemeint ist, eher unpopulär. Sind wir wirklich alle in der gleichen Partei?
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39 Comments to Piratenpartei und der Rechte Rand
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Hier die Erklärung des verantwortlichen Piraten http://andipopp.wordpress.com/2009/09/14/zum-interview-mit-der-jungen-freiheit/
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Ich finde das was du da sagst ziemlich pauschal und im gesamten Kontext als "Erklärung" dilletantisch, vor allem aber wenig reflektierend.
Die Piratenpartei sollte eine öffentliche Erklärung abgeben. Twitter ist wie so häufig ein gutes Beispiel dafür, dass Nachrichten ohne offizielle Meinungen erst einmal kunterbunte Wellen schlagen. Alle horchen auf, ohne dass sich die Verantwortlichen äußern dürfen. -
Falls es nicht angekommen ist.. das hier ist keine Erklärung der Piratenpartei sondern es sind persönliche Gedanken.
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Hätte ich gedacht, es wäre eine Erklärung der Piratenpartei, hätte ich im zweiten Absatz keine gefordert. Ich habe schon verstanden, dass das deine Gedanken waren und die finde ich etwas zu einfach im Kontext.
Aber das Missverständnis tut mir Leid, das kam wohl falsch rüber in meinem Kommentar, vor allem weil Michael den Link postete, als ich noch tippte. -
Was ich komplett nicht verstehe, denn mein Artikel entstand als Reaktion auf den in den Kommentaren nochmal verlinkten Artikel der schon in meinem Artikel selbst verlinkt ist.
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Ich glaube, wir reden aneinander. Ich finde deine Gedanken im Bezug auf die ganze Sache zu einfach. Dass der Nerd nicht durch diese Erfahrungen geht, ist mir zu simpel. Das hat also recht wenig mit dem verlinkten Artikel als solchen zu tun.
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Vielleicht weil scheinbar kaum einer der Kommentatoren begriffen hat das es mir nicht um den Inhalt des Interviews geht, sondern um die Aussage das Andi nicht wusste um welches Blatt es sich bei der "Jungen Freiheit" handelt.
Man sollte schon durchlesen was man kommentiert und in den richtigen Bezug setzen, statt wild loszuinterpretieren. -
Es ging mir auch nicht um den Inhalt des Interviews. Es ging mir um deine These des 0815-Nerds, der laut deinem Text nicht mit politischen Randgruppen in Berührung kommt. Nichts weiter habe ich gesagt. Das war eine Kritik an deine Gedanken. Deswegen finde ich den oberen Absatz über den Grundtenor in den Kommentaren äußerst seltsam, da ich mir sehr wohl wünsche, dass man kritische Gedanken entfaltet, solange sie differenziert sind. Statt aber über deine Gedanken zu sprechen, reden wir gerade darüber, dass du dich nicht auf die Interviewantworten beziehst und das warf ich dir nicht vor. (Andere Kommentatoren eventuell schon.)
Deswegen gilt für dich eigentlich dein eigener Appell:
"Man sollte schon durchlesen was man kommentiert und in den richtigen Bezug setzen, statt wild loszuinterpretieren."
Zu deinem oberen Absatz sei auch noch anzufügen, dass ich es sehr seltsam finde, dass du davon ausgehst, dass all deine Leser Mitglieder der Piratenpartei sind. Ich bin kein Mitglied. Ebenso ist diese Grundhaltung, bei unterschiedlichen Meinungen, nicht der selben Gruppe anzugehören, äußerst pragmatisch. -
ich hab nur die titelseite in kopie gesehen, das war neutral...
täusch ich mich oder ist zb. die taz nicht eher etwas links, ist mein blog z.b. links/rechts/neutral?
Das Internet verträgt sich nicht mit rechtem Gedankengut, weil egal welche Hautfarbe, Rasse oder Religion , sich jeder am Netz beteiligen kann
Wie will da ein trennendes Gedankengut aus längst vergangener Zeit noch mithalten?
Anstatt Verbote einer NPD zu erwägen sollte man Aufklärung betreiben imho. Anders drängen wir Leute in den Untergrund wo es richtig gefährlich wird weil man sie garnicht mehr erreichen kann.
(kein fan rechter propaganda) -
Dem stimme ich zu. Solange sie sichtbar sind, können sie sich ganz öffentlich unmöglich machen.
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Es geht um den Umgang mit eigenen Fehlern. Die Begründung von Andi Popp hierfür war ausgesprochen ehrlich, aber eben auch amateurhaft und zum Fremdschämen peinlich. Aber ok. Schlimm finde ich aber, wenn unter den Kommentaren plötzlich mit einem überparteilichen Schmu (a la wir sind weder rechts noch links) alles gerechtfertigt wird. Manche Dinge darf man einfach nicht machen.
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Der Vollständigkeit halber mal wieder die Feststellung, dass die Biologie innerhalb der Spezies Mensch weder "Rassen" noch Unterarten kennt. Die Menschen innerhalb der früher als "Rassen" bezeichneten Gruppen sind nämlich genetisch unterschiedlicher als im Vergleich zu anderen Gruppen.
Von "Rassen" sprechen bei Menschen nur jene, die es entweder nicht besser wissen oder ein bestimmtes politisches Süppchen kochen wollen. Man sollte das Wort deshalb besser vermeiden. -
In diesem Fall war "deutsche Rasse" schon bewusst so eingesetzt um die Ansichten und vor allem die Ausdrucksweise am rechten Rand zu veranschaulichen.
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Zugegeben, es ist ein bissl naiv - aber je nach Betrachungsweise kann man es auch als Gewinn werten, dass Piraten-Inhalte quasi auf "feindlichem Territorium" postiert wurden. Vielleicht bekommt man dem rechten Flügel gar ein paar Stimmen abgenommen. Umgekehrt wäre es wesentlich dramatischer gewesen.
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Muss man nur aufpassen, dass es nur "Wählerstimmen" sind. Erinnert auch ein wenig an Franz Josef Strauß argumentativ...den Rechtsradikalen das Wasser abgraben, indem man sie rechts überholt...mutig ;(
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Wählerstimmen sollten nicht alles sein. Klar.. es müssen Hürden übersprungen werden um mitreden zu dürfen.
Aber wenn man die Hürden nur mit zweifelhafter Gruppen schafft, besteht die Gefahr dass man sich im Nachhinein an diesen zweifelhaften Gruppen orientiert um die Stimmen bei der nächsten Wahl nicht zu verlieren.
Ich denke das es für die Piratenpartei genügen muß mit den Stimmen derer zu gewinnen, die ernsthaft an Freiheit interessiert sind .. ohne Hintergedanken.
Ohne das sie die Freiheit nutzen wollen eine Ideologie ungehindert verbreiten zu dürfen. -
Ich sehe keinerlei Auseinandersetzung mit den Inhalten des Interviews als solchem, dass ist nämlich einwandfrei.
Du forderst von Andi quasi ein Redeverbot mit bestimmten Presseorganen. Darf der denn wenigstens heimlich noch die Webseite der Jungen Freiheit besuchen oder sollte davor lieber ein STOPP-Schild stehen? -
Habe ich das? Zeigst du mir auch wo?
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Weil hier keine Auseinandersetzung mit den Inhalten des Interviews vorgenommen wurde, ist es unmöglich, dies zu zeigen.
Das nicht Vorhandene ist nicht darstellbar.
Wenn Andi als Pirat mit der Jungen Freiheit (JF) redet, wird sie es nachher drucken. Wenn Du forderst, dass keine Aussagen von Piraten in der JF erscheinen, ist dies nur dadurch zu erreichen, dass keine Piraten mit der JF reden. Ich sehe hierin schon ein Redeverbot mit der JF. Nicht direkt ausgesprochen, aber dass von Dir gewünschte Ziel impliziert es.
Wenn Du nun gar kein Redeverbot gefordert hast, warum regst Du Dich dann substanzlos über Andis Interview auf? -
a) Ich rege mich nicht auf.
b) "Hupps, mir war gar nicht bewusst welche Art Blättchen das eigentlich ist.." .. stellt ein Problem dar. -
a) Du schriebst "... auch wenn ich weiterhin angepisst bin." "Angepisst sein" bewerte ich als aufgeregt sein.
Vielleicht hättest Du deutlicher sagen sollen, woran es Dir eigentlich liegt. So sieht es nach einem simplen "Andi ist Rechnerpool-Nerd und ich hätte es besser gemacht" aus.
b) Das jetzt hier nachgeschobene "'Hupps, mir war gar nicht bewusst ...' .. stellt ein Problem dar." weicht aber sehr deutlich von Deiner Eingangsaussage im ersten Absatz ab. Dort kreidest Du ihm das Interview als solches an. -
Mit Verlaub; wer die JF nicht kennt und nicht mal vor einem Interview recherchiert, wer da Text von einem will, der sollte sich vielleicht mit öffentlichen Äusserungen etwas zurückhalten. Wie naiv kann man sein in der heutigen Zeit?
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Ob das Interview Einwandfrei ist scheint ja sogar Andi P. noch zu bezweifeln, zumindest lese ich seine Erklärung so, von daher bleibt das abzuwarten. Ändern lässt sich jetzt freilich nix mehr, ob man das gern hätte oder drauf scheisst.
Ich hab auch n Problem damit wenn die Piraten mit welchen Rechten auch immer in die Kiste hüpfen, andererseits seh ich die Piraten als Junge Partei von denen die meisten keine politische Erfahrung haben und viele auch bislang schlichtweg kein Interesse an Politik hatten.
Von daher bin ich hier auch bereit den ein oder anderen Fehler in Kauf zu nehmen und ebenso bereit den Leuten ihre Stellungnahmen abzukaufen, weil ich mit einer gewissen Offenheit an sie herangehen muss, wenn ich denke dass sie sich für die Ziele ihrer Politik einsetzen.
Sollte er ein Interview mit der Jungen Freiheit geführt haben? Letztendlich ist das seine Entscheidung - ein klares Ja würden ihn allerdings von der Liste der Piraten streichen die ich zu unterstützen bereit wäre.
Ich hab auch oben genannte vergangenheit und Trag die ein oder andere Narbe am Körper, aber dafür kann Andi Popp nichts, sondern völlig anderes geschmeiss. Die Ziele der PP schliessen sich imho ganz eindeutig von den Zielen der rechten aus, darum wird es vllt. trotz einiger begeisterung einiger weniger extremen Rechten und vielleicht sogar Unterwanderungsversuchen oder betritte von potentiellen Rechten zu den Piraten auf kurz oder lang ein "Rechtsfreier" Raum bleiben (hah, ich konnte das Wort auch mal benutzen). Wir fordern eine allgemeine Gleichbehandlung, eine Freiheit für alle etc. - Was haben echte Rechte Gedanken dann bei uns verloren? Und ich denk nach Thiesen und dieser Aktion wird der ein oder andere Pirat durchaus aufhorchen oder nachblättern bevor er mit entsprechenden Personen in Kontakt tritt.
Und das völlig ohne Redeverbot, sondern aus Überzeugung. Sich seinen Gesprächspartner auszusuchen hat nämlich einen Dreck mit Zensur zu tun. -
Das ist wieder so ein Fall wo Piraten glauben die eigenen Erfahrungen und der "gesunde Menschenverstand" vielleicht auch "zwingende Logik" sind ausreichend um zu einem Thema etwas zu sagen. Und wir (die Piraten) müssen noch lernen dass das nicht so funktioniert. Ich weisse deswegen auf meinen Artikel hin, und ebenso die (zwar zu einem anderen Thema aber trotzdem nachdenkenswerte) Analyse von Felix:
http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Eckes/Unfehlbarkeit_der_Piraten
http://fxneumann.de/2009/09/08/piraten-gender-und-pragmatik/
Eigentlich sollten Geeks das wissen: durch die unübliche Verwendung von Begriffen oder Redewendungen kann man sich sehr leicht bei seinem Gegenüber disqualifizieren, da muss man nicht mal etwas falsches sagen. Ich erinner nur an das allseite beliebte "Bullshit Bingo". So ist das auch mit Revisionistischen oder Rechten Redewendungen oder auch nur maskulistischen Begriffen.
Und nein, das ist kein Redeverbot, nur ein Hinweiss dass wir Piraten in vielen dieser Bereiche immer noch keine Experten sind, und die Experten die das Jahrzehnte betreiben riechen das - und schlachten es aus.
Gruss
Bernd -
"... wieder so ein Fall wo Piraten glauben ..."
Was genau wirfst Du Andi vor? -
Ich werfe vielen Piraten (mich eingeschlossen) Naivität vor. Steht aber alles in meinem Artikel.
Gruss
Bernd -
Ich finde Dein Nerd-Bashing hier ehrlich gesagt ausgesprochen simpel gestrickt. Ohne näheres über den Lebenslauf von Andreas Popp zu wissen, kann zumindest ich mir noch zahlreiche andere Biographien vorstellen, in denen man nicht notwendigerweise mit den Kampfblättern irgendwelcher "Szenen" in Berührung gekommen sein muß. Gerade bei den Piraten gibt es schließlich massenhaft Seiteneinsteiger, die nicht von der Schülervertretung direkt zur Jungen Union übergesiedelt sind.
Man kann die "Junge Freiheit" nur zum gelungenen Publicity-Stunt beglückwünschen. Heute hat sie sicher sehr viele Leser auf der Seite, die nie zuvor von ihr gehört haben. -
Nerd-Bashing durch einen Nerd? Spannend.
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Ich muss Klischeepunk und Bernd zustimmen: ein Politik-Neuling kann einfach nicht die gleiche Erfahrung haben wie ein 60-jähriger, der seit 45 Jahren in der Politik ist. Aber in einem Punkt bin ich mir sicher: die alten Politik-Hasen haben am Anfang die gleichen Fehler gemacht. Und wenn nicht, dann nur aus dem Grund, weil sie alte Politik-Hasen als Mentoren hatten, die sie davor bewahrt haben.
Gebt den Leuten erst mal Zeit zu lernen, bevor ihr sie in die Pfanne haut! -
Danke Mela,
ich schrieb eben schon zu einem anderem Blog, welches sich haltlos aufregte und die Piraten direkt wieder in eine rechte Ecke stecken wollte ähnliches.
Auch hier, aufgrund der Überschrift, dachte ich, dass nun wieder die Piraten mit rechts gleichgesetzt werden, statt dessen sehe ich sehr viel Verständnis für jemanden, der nie damit vorher zu tun hatte.
Und mir geht es ähnlich.
Ich bin nicht mehr der Jüngste, bin kein Nerd, kann nicht programmieren, habe nie mit rechts- oder linksextremismus zu tun gehabt, bin ein stinknormaler Mensch, der durchaus politisch interessiert ist.
Die junge Freiheit hat mir gar nichts gesagt, ja bei dem Namen "Freiheit" klingeln wirklich keine Glocken. Woher denn auch? Ich las das Interview, fand es hier und da schon was verschroben bzgl. der Fragestellung, doch was gibt es nicht alles im Netz. Der Gedanke bei Rechtsradikalen gelandet zu sein, kam mir nicht beim Lesen.
Als dann später das "Geschrei" bei Twitter" kam und ich auch mal auf Wiki ging, ja was liest man dort für renommierte Namen, die bereits Interviews gegeben haben oder als Gastredner auftauchten.
Gewiss, es wird auf eine Tendenz hingewiesen und gleichzeitig wieder wird diese durch Namen und Ansichten bekannter eindeutig nicht rechts stehender "Fachleute" relativiert.
Der Ahnungslose bekommt da keine Hilfestellung, wenn man nicht eh irgendwann mal im Thema drinhing.
Du hast es sehr gut beschrieben, dafür noch einmal Danke! -
Wird nicht der letzte Ausrutscher gewesen sein, wenngleich ein besonders heftiger. Mit der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Piraten wächst auch der Druck zur eindeutigen medialen Aussendarstellung. Das Problem ist doch nicht der Interviewte oder die Zeitung. Es liegt darin, dass es in der Piratenpartei anscheinend keine Profis gibt, die in solchen Fällen vorher beraten können. Und Vorstandsmitglieder, die bei jeder Medienanfrage sich gebauchpinselt fühlen.
Nach dem Ausfall werde ich meine Stimme doch den Grünenn geben. -
Tim - offensichtlich scheint es Profis zu geben, siehe vllt. auch den ersten oder 2ten Kommentar auf Andis Blog wo sich offensichtlich jemand der Pressestelle HH äussert.
Das Problem ist in dem Fall wohl eher, dass Andi hier einfach zu blauäugig rangegangen ist. Nach dem Motto "hey es ist ein Interview, Interviews können nicht schaden" - können sie eben doch, auch wenn sie vom Inhalt nicht zweifelhaft sind, kann es dem Ansehen schaden mit bestimmten Vertretern der Medien zu sprechen.
Und ja, den Piraten fehlen natürlich Politiker, leute mit Expertenrunden, die Expertenrunden mit Expertenrunden haben um dir zu erklären ab wann dir im öffentlichen Bild was passiert, die die Ansichten deiner Potentiellen Wähler einordnen etc.
Das ist ein Lernprozess. Die PP ist ein Kind, das grad laufen lernt - das man sich dabei einige male auf den Arsch setzt - auch Gründlich - ist nur natürlich. Aber nur so kann man mal ein Sprinter werden - auch wenn man manchmal nicht soweit kommt und im Rollstuhl endet. -
Die Experten gibt es. Andi hätte sie nur mal zu Rate ziehen müssen. Wir haben da ein Redaktionsteam dass das ganze koordiniert. Wenn man es lässt.
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Hat hier mal jemand ne Zusammenfassung, warum die Junge Freiheit böse ist? Ich hatte die 2 Jahre aboniert, habe mich vorher mit dem Grund, warum die als rechtsradikal bezeichnet wird auseinandergesetzt, und (nicht rechten) Lehrern mal die Zeitung mitgegeben, um mal nen Fingerzeig zu bekommen, was da eventuell gefährlich ist an dem Blatt. Ich lese das Blatt zwar mittlerweile seit bestimmt 3 Jahren nicht mehr, weil ich mit 90% der Zeitung nichts anfangen kann und sie mich dann irgendwann gelangweilt hat, aber ich kann mich an viele gute Kommentare, pro/kontra-Diskussionen usw, in der Zeitung erinnern. Meine Deutschnote hat sich wegen des gehobenen Sprachgebraucht übrigens auch verbessert (Das Internet hat das allerdings mittlerweile wieder rückgängig gemacht
).
Klar werden in den Kommentaren oft andere Meinungen vertreten als in der TAZ, und auch die Themenauswahl spricht andere Menschen an. Zu "freiheitlichen" Themen hatte die Zeitung aber schon immer ganz nette Artikel (Bundestrojaner, Internetzensur in einem Bundesland damals).
PS: Ich hatte damals ein Schülerabo, das vermutlich noch nicht mal die Unkosten der JF gedeckt hat und habe das als Ausgleich zu meinem ansonsten sehr "linken" Medienkonsum gelesen, weil ich wissen wollte was die andere Seite so sagt. Vielleicht findet ja jemand unter www.jf-archiv.de (alle Zeitungsbeiträge ab 99 oder so) was eindeutig rechtsradikales, um mir auf die Sprünge zu helfen?
PSS: Ich schreie sicherlich nicht Zensur, wenn der Kommentar nicht angezeigt wird. Hört sich ja schon fast wie Werbung für die JF an. Kannst du eventuell trotzdem ein paar Links posten oder deine Meinung zur JF etwas genauer beleuchten? -
@xAndyS2x:
Warum die JF böse ist? Ganz einfach: Weil wir in einem Land leben, in dem linksliberale 68er Journalisten, Lehrer und Politiker die öffentliche Meinung bestimmen und somit entscheiden was Gut und Böse ist. Links = Gut, Rechts von Angela Merkel = rechts-radikal/-populistisch = Böse! So einfach funktioniert linkes Schubladendenken. Wie tief das greift und wie gut angewöhnte (Empörungs-)Reflexe funktionieren, kann man u.a. an den Reaktionen auf ein harmloses Interview eines jungen Politikers einer - bis jetzt - unbedeutenden Partei erkennen.
@ Mela: Tolles Blog, ich lese regelmäßig obwohl ich öfters anderer Meinung bin. Sehr erfrischender Schreibstil!
Grüße, Marco -
Die Behauptung gibts allerdings auch in die andere Richtung. Ich kann das ehrlich gesagt auch nicht erkennen, dass die Medien einen besonderen links- oder rechtsdrall haben. Da wird auf der einen Seite die Linkspartei niedergemacht wo es nur geht (die letzten Bundestagswahlen waren ja wirklich nur so ein Feuerwerk was das angeht), auf der anderen Seite sind aber natürlich auch viele Autoren sozial eingestellt und bringen das nicht ganz aus ihrer Berichterstattung raus.
Es ist ja nicht so als ob man nicht merkt, dass die Zeitung eben nicht die TAZ ist, aber ich dachte immer dass es vielleicht auch einen besonders krassen Artikel vor den Brandanschlägen auf die Druckerei der JF z.B. gab, oder das manche der Verleger eine rechtsextremistische Vergangenheit haben. Da ich dahingehend aber vor einigen Jahren nichts gefunden hatte, wollte ich wissen ob sowas vielleicht doch schon ans Licht gekommen ist, sodass es sinnvoll erscheint, der Piratenpartei von einem Interview abzuraten. Man leistet ja vielleicht sogar wertvolle Aufklärungsarbeit in Gruppen, an die man sonst nicht so leicht rankommt. -
Die Kommentarseite auf Andis Blog ist in der Tat ziemlich besorgniserregend. Da wird immer gefaselt, dass die Piraten weder links noch rechts seien. Was aber soll das bedeuten? Ich finde es auch gut, dass die Piratenpartei sich nicht für Mindestlöhne oder für schärfere Asylantengesetze ausspricht und somit der klassischen parteipolitischen rechts-links-Zuordnung entweicht. Aber trotzdem ist es m.E. ein meilenweiter Unterschied, ob man der JF ein Interview gibt, oder der TAZ.
Konservativ? Kein Problem. Geschichtsrevisionistisch? Großes Problem! -
Ich finde es gut wenn wir sowohl der JF als auch der Taz ein Interview geben, wieso auch nicht - solange man neutral ist und nicht manipuliert wird (was allerdings bei beiden Blättern nicht so einfach sein dürfte).
Aber ich finde es nicht gut, wenn "wir" nicht wissen was das für Blätter sind bevor wir mit Ihnen reden.
(Und ja, auch in diesem Kommentar mache ich keine Aussage zum Inhalt des Interviews).
Gruss
Bernd -
Moment mal, ist denn das Urheberrecht nicht DAS Kernthema der Piraten neben der Internetpolitik?
Und dann sagt Andi da, was hätte er gegen die Veröffentlichung tun sollen.... Hallo? Das Recht am eigenen Wort?
Ganz ideologiefrei, weder rechts noch links, rein pragmatisch macht das für mich die Piraten unwählbar, auch in Zukunft. Das ist ja schon eine skandalöse Unkenntnis in Relation zu den Kernthemen der Piraten.....








