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February '12



Die Piratenpartei und das Genderding

with 32 Comments

Was mich an diesem Artikel beim zweiten Lesen ja besonders nervt ist die kaum verhohlene Ansicht die weiblichen Piraten würden sich durch die große Masse der männlichen Piraten unterbuttern lassen und ließen sich den Begriff 'Pirat' statt 'Piratin' aufzwingen. Bzw. auch der darüberhinausgehende Verzicht auf spezielle Frauenausrichtung durch den Männerüberhang zustande käme.

Dies erinnert mich leider zu sehr an die EMMA-Einstellung, die auch weiblichen Sadomasochisten die Fähigkeit zum eigenständigen Denken abspricht und behauptet es handele sich bei ihnen um dumme Weibchen die vor ihrer Verblendung durch männlichen Machthunger gerettet werden müssen.

In allen Gesprächen die ICH bislang innerparteilich zu diesem Thema geführt hatte, kamen die Vorschläge für Frauen-AGs o.ä. von männlichen Piraten und wurden von weiblichen Piraten abgelehnt.

Ich möchte selbstverständliche Gleichberechtigung statt Feminismus. Jeder weibliche Pirat denkt für sich selbst.
Wir müssen nicht gerettet werden.
Wir wollen nicht gerettet werden.

Versteht das und versteht das wir 'Frauenpolitik' für ein Instrument des letzten Jahrhunderts halten, das Ungleichheit zementiert statt sie zu beseitigen.

P.S.: Von Feminismus ganz zu schweigen.



























P.P.S.: Noch ein paar persönlichere Worte:

Als Teenager hatte ich schwere Probleme mit meinem Frau-Sein. Aber nicht das Frau-Sein war das eigentliche Problem, sondern eine Frau in dieser Gesellschaft zu sein. Es wurden Ansprüche an mein Verhalten und Sein an mich herangetragen die ich weder erfüllen konnte, noch wollte. "Es ist gefährlich als Frau alleine im Dunkeln unterwegs zu sein..." war nur eine dieser Einschränkungen die ich für mich nicht annehmen wollte.

Ich habe mich dadurch nicht behindern lassen. Ich habe die Angst vor der Schwäche als Frau mein Leben nicht bestimmen lassen. Ich habe meinen Freundes- und Bekanntenkreis so zusammengestellt das mein Frau-Sein keine Rolle spielte. Ich habe einen Beruf gewählt, der für Frauen doch ach so ungewöhnlich sein muß. Es machte keinen Unterschied. Ich bin eine Person und werde als solche angenommen. Mein Umfeld wertet meine Worte nicht nach der Frage ob sie von einer Frau oder einem Mann kommen.. Sie kommen von einer Person, die sie je nach Sinnhaftigkeit meiner Aussagen mehr oder weniger ernst nehmen.

Seitdem habe ich keine Probleme mehr mit meinem Geburtsgeschlecht.

Und nun kommt IHR und wollt mir erzählen das ich anders bin und das Anderssein vor mir herzutragen habe? Ist es zu gefährlich für mich in der dunklen Gleichberechtigung der Piratenpartei?

Posted by Mela Eckenfels

09/04/2009 at 02:42:54

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Last modified on 2009-09-10 15:31


8 Trackbacks to Die Piratenpartei und das Genderding

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  1. RT @Felicea: blog update: Die #Piratenpartei und das #Genderding http://7ax.de/p49

    cfritzsche

    04 Sep 09 at 00:59

  2. DANKE! RT @Felicea: blog update: Die #Piratenpartei und das #Genderding http://7ax.de/p49

    francisdrake1

    04 Sep 09 at 01:02

  3. RT: @Felicea: blog update: Die #Piratenpartei und das #Genderding http://7ax.de/p49 #piraten+

    eckes

    04 Sep 09 at 01:53

  4. Kann man zwei Herren dienen? Mein aktueller pipe-dream bzw. pet peeve bzw. Grund, warum ich die Piraten fragwürdig finde. Ich betrachte diese "rechtsfreier Raum" Geschichte mit Sorge. Natürlich ist das inet an vielen Stellen ein weniger "rechtsfreie

    Katze mit Wut

    04 Sep 09 at 10:55

  5. Hahaha. Ich lach mich schlapp. Die Gender-Diskussion hat mal wieder die (mittlerweile um ein vielfaches angewachsene) Piratenpartei erreicht. Jetzt zurücklehnen und Popcorn holen. An dem Namen "Piraten" werden sich die Spalter die Zähne ausbeissen. "...

    musikdieb.de

    05 Sep 09 at 11:03

  6. Ich wollte mich aus der Piraten-und-Gender-Debatte eigentlich raushalten, aber naja, the best laid plans of cats and men usw. Ich sehe, wie da massiv ? und eigentlich unnötig ? aneinander vorbei geredet wird (teilweise aber auch, so scheint es, aggress

    Katze mit Wut

    05 Sep 09 at 14:23

  7. RT @Felicea: blog update: Die #Piratenpartei und das #Genderding http://7ax.de/p49

    cfritzsche

    04 Sep 09 at 00:59

  8. DANKE! RT @Felicea: blog update: Die #Piratenpartei und das #Genderding http://7ax.de/p49

    francisdrake1

    04 Sep 09 at 01:02

32 Comments to Die Piratenpartei und das Genderding

  1. Vielen Dank für den Blogpost - endlich ein Artikel in diesem Kontext dem ich mal vollends zustimmen kann.

    Eine "Piratinnenquote" für Kandidaten oder Frauen-AGs sind für mich persönlich übrigens die Spitze des Sexismus. Denn genau durch eine Einrichtung solcher Dinge wird eben ausgedrückt, dass eine Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zu herrschen scheint.

    Die Piratenpartei hat dank der basisdemokratischen Ausrichtung perfekte Voraussetzungen für eine wie du ja schon schreibst "selbstverständliche Gleichberechtigung".

    Grüße,
    Nebbsen

    Nebbsen

    04 Sep 09 at 03:12

    Reply

  2. Ich finde es auch immer wieder kurios, zu sehen, wie man den Frauen doch scheinbar nur Gutes tun will. Letztlich schreibt man ihnen dadurch aber doch nur vor: "Ihr habt auch dies und das zu machen und euch dafür zu interessieren!"

    So kommt mir das zumindest vor, wenn man zwanghaft versucht, Frauen für IT- und Wissenschaftsberufe zu rekrutieren. Wenn die Mehrheit der Frauen das nicht will, dann lasst sie doch was anderes machen. Diejenigen die den Bereich wirklich mögen, werden auch so kommen, und der Rest ist am Ende sowieso nicht wirklich bei der Sache...

    v.a. sieht man dann dabei immer wieder, dass nur Frauen eingeladen werden. Ist mir in der Schule mal passiert und ging mir tierisch auf den Sack. Kommt da ein Einladeschreiben von einer Uni, sich den Studiengang Informatik mal anzusehen, und dann hält der Lehrer beim Lesen plötzlich inne und meint: "Moment mal, das ist ja nur für Mädchen. Die erwähnen hier explizit nur Schülerinnen"

    Mir persönlich wäre das gar nicht aufgefallen, weil mich die Geschlechtsmerkmale einen Wortes einen Scheißdreck interessieren. Wenn man aber natürlich darauf hingewiesen wird, dann lässt es sich logisch nicht anders erklären, als dass nur Frauen erwünscht waren. Bisher ist es ja gesellschaftlich noch nicht so, dass egal welche Form man in einem Brief nennt, sich beide Geschlechter angesprochen fühlen.

    Stattdessen wollen manche hier wieder explizit Unterschiede setzen und diese hervorheben. Wäre es daher nicht möglich, dass MANCHE dieser "Wir müssen auch die weibliche Form explizit nennen"-Fetischisten ihre innere Ablehnung gegenüber dem anderen Geschlecht nicht öffentlich zeigen können / wollen und es deshalb durch diese versteckte Methode machen? Auch wenn ihnen das selbst vielleicht nicht klar ist.

    Stefan

    04 Sep 09 at 08:43

    Reply

  3. Sehr schön ausgedrückt. Bei der Erwähnung der EMMA, wäre es nicht eine Idee sich zusammen an die Damen in Köln zu wenden, um denen ein wenig zeitgemäßen Input zu geben?

    Es grüßt sehr herzlich

    die forschungstorte a.k.a Elle

    forschungstorte

    04 Sep 09 at 08:56

    Reply

  4. @forschungstorte

    Dazu bin ich schlicht nicht stark genug. Mit Fundamentalisten diskutiert es sich schlecht und ich hab grade schon wieder eine Überdosis Genderfundamentalismus.

    EMMA wäre nochmal ne Stufe härter.

    Mela

    04 Sep 09 at 13:28

    Reply

  5. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann hast Du Dich und Dein Leben so angepasst, dass da nichts spezifisches mehr übrig geblieben ist von Frau sein? Ich meine wir alle bekommen ja einiges an Aussehen und Charakter in die Wiege gelegt. Was Du schreibst klingt jetzt nicht so, das Du einfach zu dem stehen konntest, wer Du bist, sondern das Du Dich durch Anpassung versucht hast den Ansprüchen zu entziehen. Was ich verstehen könnte wäre, wenn Du Dir Freunde gesucht hast, die Dir gegenüber keine Vorurteile und Erwartungen hätten. Die Frage ist aber, wo man anfängt sich zu verbiegen, um Vorurteilen zu entkommen.

    Thilo Pfennig

    04 Sep 09 at 09:10

    Reply

  6. @Thilo

    Ah, prima. Genau das war mein Ziel. Mich so zu verbiegen um mich besser zu fühlen und mich zu belügen.

    Gut das du mir zugehört hast.

    WEIL ich aus dem Umfeld das großen Wert auf Geschlechterrollen legte ausgebrochen bin, bin ich wieder gerne Frau. Trage Kleider und habe - neben allen möglichen anderen Hobbies - auch so weibliche Hobbies wie Nähen.

    Aber wirklich klasse das du wieder gleich als erstes bemerkst das ich ein armes Hascherl bin, das alles tut um von ihrer Umwelt anerkannt zu werden.

    Merkst du eigentlich wie patronisierend du dich verhälst, in deinem Artikel und hier?

    Mela

    04 Sep 09 at 13:10

    Reply

  7. Das Ziel des Feminismus darf eben keine Umkehr des Patriarchats in ein Matriarchat sein, sondern muss echte Gleichberechtigung zum Ziel haben. Die ist für mein Verständnis längst erreicht, der Feminismus hat sich überlebt.

    Am Mittwoch hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Trierer Grünen. Die haben sich eine 50:50 Quote auferlegt und damit ein riesiges Problem: Es gibt nicht genug Frauen in der Partei um die Ämter sinnvoll zu füllen. Das Ergebnis davon ist, dass vollkommen ungeeignete Kandidatinnen verpflichtet werden, die laut seiner Aussage eigentlich von tuten und blasen keine Ahnung haben. Das ist kein Feminismus mehr sondern reiner Fanatismus.

    Gleiche Chancen bei gleicher Qualifikation. Nicht bessere Chancen für Frauen - damit impliziert man ein schwächeres Geschlecht.

    Ob man jetzt "Pirat" oder "Piratin" sagt, ist mir eigentlich schnurz egal. Wenn man sich der Einfachheit halber auf ein knappes "Pirat" einigt begrüße ich das, weil es die Kommunikation vereinfacht. Ich freu mich über jede Frau, die genauso denkt :-)

    ...und durch Facebook sind wir doch sowieso alle schon zu Freundinnen geworden

    Thomas Nesges

    04 Sep 09 at 09:34

    Reply

  8. Hi, ich möchte Dir eine Diskussion ans Herz legen ( http://antjeschrupp.com/2009/09/03/kann-eine-feministin-piraten-wahlen/ ), die m.E. recht gut - auch an Hand verschiedener Antworten von beiden Extremen - die Schwierigkeiten zeigt, die tatsächlich in diesem Themenumfeld noch bestehen und deren Bearbeitung (nicht Lösung freilich, das ist ja letztlich ein längerer gesellschaftlicher Prozess der z.T. auch einfach durchlaufen werden muss) wie ich meine schon sinnvoll wären.

    Jens

    04 Sep 09 at 10:15

    Reply

  9. Danke für diesen Brocken, den habe ich schon durchgekaut und wieder blogmässig "ausgespuckt".
    Es tut mir einfach in der Seele weh, wie diese FeministINNEN (wahh!) so dermassen pikiert über die Piratenpartei schreiben und reden ohne eventuell wirklich einen Einblick in die Innereien gewagt zu haben.

    @Mela
    Das mit den weiblichen Hobbies hab ich auch. Nähen, kochen, backen. Der ganze Aufwasch. Allerdings sehe ich das einfach als schöne Beschäftigung und finde es gibt auch Männer die solche Beschäftigungen lieben. Würde gern mehr zu diesem Thema von dir lesen.

    Es grüßt die forschungstorte a.k.a. Elle

    forschungstorte

    04 Sep 09 at 13:25

    Reply

  10. Ich habe es gesondert erwähnt weil mir in der Grundschule der Zwang als Mädchen Handarbeitsunterricht zu besuchen das ganze Thema lange Zeit sehr verleidet hat. (Ich konnte meine Eltern damals tatsächlich zu der Anfrage bringen, ob ich nicht in den Werkunterricht gehen könne. Wurde aber kategorisch untersagt.)

    Im Gymnasium waren wir dann aber schon gleichberechtigt und alle mussten stricken würg

    Mela

    04 Sep 09 at 13:40

    Reply

  11. 100% Zustimmung! =)

    Alexander Erben

    04 Sep 09 at 10:17

    Reply

  12. Hm. Du schreibst also, dass Du Dich erstmal von dem ganzen Unsinn den man als Kind/Jugendliche an Dich herangetragen hat emanzipieren musstest.
    Das ist aber genau ein Anliegen des Feminismus, das gesagt wird, Moment, das ist unfairer Mehraufwand, das wollen wir nicht. :-)
    Du benennst also "Frau-sein in dieser Gesellschaft" als problematisch, sagst aber gleichzeitig, es gäbe keine Feminismusbedarf? Das ... leuchtet nicht auf Anhieb ein, um es vorsichtig zu sagen.

    Ich finde es übrigens bemerkenswert, daß Du nebenan ein "O ach, o weh, wir nicht default-Menschen haben's so schwer!"-blog hast, und dann hier glatt das Gegenteil suggerierst. :-D

    Über diese Emma-Geschichte kann man sicherlich trefflich philosphieren, z.B. dürfte ich ja auch in vielen Ländern keine meiner Nieren versteigern, obwohl ich eine erwachsene Person im nominellen Vollbesitz meiner geistigen Kräfte bin. Dass ein Staat seine Bürgerinnen und Bürger auch mal vor sich selbst beschützen will, ist durchaus üblich; in welchen Fällen genau ist dann halt Verhandlungssache. Wobei sowas ja alles auch nicht im Vakuum stattfindet, sondern eben auch Auswirkungen aufs "Gesamtklima" hat.

    Davon ab glaube ich Dir unbesehen, daß die Piratinnen bzw. ein hinreichend grosser Teil davon sich das so ausgesucht hat, aber was heißt das schon? Wenn Leute in Parteien keine Fehler machen könnten, bräuchten wir ja nur eine. D.h., die dürfen sich das gerne so aussuchen, Nicht-PiratInnEn dürfen dann aber auch sagen, "Das ist mir zu buggy, ich unterstütze lieber Leute, deren Überzeugungen, Ziele, und Handlungen besser zu den meinen passen."

    Interessant ist in diesem Hinblick auch, wenn man "jede Piratin denkt für sich selbst" einerseits liest, und dann die von den Piratenden oft geäußerte Kritik, daß die Grünen ja gar nicht im Block gegen Zensursula gestimmt hätten sondern ihren eigenen Gewissen gefolgt sind daneben hält. "Was denn nu'?"

    Azundris

    04 Sep 09 at 10:41

    Reply

  13. @Azundris: Die Abstimmung der Grünen nach eigenem Gewissen ist ein Thema, das ich als Pirat immer gutgeheißen habe. Andere sehen das womöglich anders.

    Ich finde es nur schade, dass man bei der großen Koalition diese Entscheidung nach eigenen Gewissen nur bei wenigen (ich glaube drei) Leuten gesehen hat. Bei der CDU kann ich mir sogar noch vorstellen, dass die nach ihrem Gewissen gegangen sind, aber in der SPD sind viele - wie Herr Tauss in seiner Rede ja hervorgehoben hat - der Parteistimme gefolgt.

    Um zum Anfang zurückzukommen. Ich finde die Entscheidung nach eigenem Gewissen bei den Grünen auch dann gut, wenn es gegen meine Meinung geht ;-)

    Stefan

    04 Sep 09 at 10:49

    Reply

  14. Meinem Bauchgefühl nach zur urteilen würde ich am Liebsten überhaupt nicht über Personen oder Parteien abstimmen, sondern über Themen. Dass "die Stimme des Volkes" dann auch mal ignoriert wird, scheint mir erst mal ein bug der konkreten Instanz und nicht des Grundgedankens zu sein, aber das heisst ja nicht, daß es da nicht noch andere bugs geben könnte.

    Azundris

    04 Sep 09 at 11:04

    Reply

  15. @Azundis

    Aber der Mehraufwand den ein Mann betreiben muss um im gleichen Umfeld als 'Kindergärtner' oder 'Balettänzer' dennoch als vollwertiger Mann anerkannt zu werden, oder überhaupt erst mal soweit auszubrechen, ist okay?

    Ah und entschuldige das ich mit meinem Frau sein keine Probleme mehr habe, mich aber wage mit anderen Dingen sehr wohl noch welche zu haben.

    Mela

    04 Sep 09 at 13:24

    Reply

  16. Der Mehraufwand, den ein Mann betreiben muß, um Erzieher (heute wegen Kinderschänder-Angst noch schwieriger als eh schon immer) oder einen anderen "Frauenberuf" auszuüben, ist die andere Seite derselben Medaille. Feminismus heißt nicht, Frauen zu Männern oder Männer zu Frauen zu machen, oder einem Geschlecht vermeintliche Privilegien zuzuschanzen, sondern die Grautöne dazwischen wahrzunehmen und jedem die Wahl zu lassen.

    Du bist selbst Feministin, auch wenn Du Dir das Label nicht umhängst, aber Deine persönlichen Worte zeigen, daß Du das Problem erkannt hast. Daß Du gelernt hast, ihm auszuweichen, löst es aber nicht, und andere können mit einer Ausweichetaktik nicht glücklich werden. Für diese -- möglicherweise schlicht "schwachen" -- Menschen lohnt es sich zu kämpfen, und so lange die Einschränkungen in der Freiheit vieler Menschen nicht beseitigt sind, ist der Feminismus, unter welchem Namen auch immer, nicht obsolet.

    MadEarl

    04 Sep 09 at 16:26

    Reply

  17. Entschuldige, aber ich finde der Begriff 'Feminismus' spricht eben nicht für Grautöne sondern für "Frauen zuerst".

    Die Grautöne sehe ich eher bei "Menschenfreundlichkeit".

    Mela

    04 Sep 09 at 16:36

    Reply

  18. Der Begriff ist nur ein Begriff. Natürlich könnte man den durch etwas ersetzen, das mehr PC ist. Es ist vermutlich schon oft versucht worden. Das ändert aber nichts am Problem, um das es geht. "Menschenfreundlichkeit" finde ich zu schwammig, denn es geht um konkrete Ungleichbehandlung aufgrund von Geschlechterstereotypen, und nicht darum, einem Opa über die Straße zu helfen oder wohltätigen Organisationen zu spenden.

    Ich hatte selbst meine Probleme mit dem Feminismus, bis ich begonnen habe, mich tatsächlich damit zu beschäftigen und nicht nur den üblichen Vorurteilen anzuhängen. Ich stimme sicher nicht allen Forderungen radikaler Feministinnen (Stichworte BDSM, Pornographie, Eingriffe in die Sprache) zu, aber die Basis ist gut und richtig nicht nur um der Frauen, sondern aller Menschen willen. Ich empfehle immer die Lektüre von Carol Tavris' "The Mismeasure of Woman", in dem es auch um die falschen Maßstäbe geht, die an Männer angelegt werden.

    MadEarl

    04 Sep 09 at 17:01

    Reply

  19. Mann, Tanzen, usw. – da habe ich genau wo geschrieben?
    Eine Abkehr von starren Gender-Rollen hilft selbstverständlich auch Männern, aber da kommen wir langsam in die "Ach was!"-Regionen von "Wasser ist übrigens nass."

    Das ist aber andererseits auch komplett egal. Schön, aber egal. Etwas muss nicht auch Männern helfen um wertvoll zu sein. Etwas kann sogar komplett nur mit Frauen befasst und wertvoll sein. So weit, so offensichtlich. Man erwartete ja auch von den Black Panthers nicht, daß sie für weiße Jungs kämpfen, oder von Lesbigays, daß sie genauso viel Zeit wie sie in lesbigay-Ziele investieren auch in hetero-Ziele investieren. Von Feministinnen wird das komischerweise ständig erwartet.

    Wenn also Männer gegen doofe gender-Rollen sind, dann wollen sie das selbe wie Feministinnen und nicht das Gegenteil; Zusammenarbeit ist eine Option. Das Verbessern der Welt ist kein Nullsummenspiel. Es muss nicht jedes Mal jemand etwas verlieren das ihm oder ihr zusteht.

    Ansonsten kannst Du Probleme haben womit Du willst. Die Kritik ist ein andere und möglicherweise der Wortwahl geschuldet, denn so wie Du das schreibst macht es auf mich den Eindruck von, "Die Frage 'Frau' habe ich für mich gelöst, also ist jede Beschäftigung damit gestrig und /so/ 20. Jahrhundert, die Frage 'Aspie/ADD' habe ich noch nicht gelöst, daher ist das ein valides Problem."

    Ansonsten mag ich aber auch nicht über "Eure" Lösungen diskutieren, so lange ich noch glaube, daß Eure Problemanalyse unvollständig ist: http://katze-mit-wut.azundris.com/archives/259-Piraten,-Piratinnen,-PiratInnEn-Feminismus-und-Freibeuterei.html

    Azundris

    05 Sep 09 at 14:35

    Reply

  20. Jetzt hast dus geschafft - ich habe angefangen zu bloggen und du bist schuld :-P

    Meine Gedanken zum Thema: http://silkepp.wordpress.com/

    Silke

    05 Sep 09 at 00:39

    Reply

  21. Gibt schlimmere Dinge an denen ich schuld sein könnte. duck

    Mela

    05 Sep 09 at 10:30

    Reply

  22. Super Posting. Sehen eigentlich alle mit Verstand so, würde ich meinen. Keine Quote. Wenn die gesamtparteiliche Beteiligung das widerspiegeln würde, würde ich auch eine komplette Frauenpriatenparteispitze wählen. Aber eben nicht mit Quote. Weil Geschlecht eigentlich keine Rolle spielt, wo es Inhalte gibt, außer für die, die ihren Opferstatus richtig abgreifen können.

    Gast

    05 Sep 09 at 12:50

    Reply

  23. Hallo Mela,

    volle Zustimmung zu Deinem Beitrag :-)
    Sophia Loren hat dazu mal etwas Schönes gesagt:

    „Ich bin gegen die Emanzipation. Durch Emanzipation verliert die Frau ihre Weiblichkeit. Was kann einer Frau Schlimmeres passieren?“

    Mir geht das ganze Gender-Gedöns schon lange auf die Nerven. Es vergeht kaum eine Woche, in der die Medien nicht über die ach so schlimmen Benachteiligungen der Frauen berichten. Daraus resultierend ergeben sich dann die vielen Diskriminierungen, der "natürlich nur" Frauen unterliegen. Als Mutter zweier erwachsener Kinder sind mir diese Diskriminierungen (von Männern) noch nie begegnet, eher das Gegenteil.
    Kurioserweise ist beim menschenrechtsverletzenden Männerzwangdienst ‚Wehrpflicht’ keine Rede mehr von Gleichberechtigung. Ich möchte mal die Feministin sehen, die einer Einschränkung ihrer Grundrechte und einer Überwachung ihrer Person zustimmen würde.
    Folgendes trifft den Kern des Feminismus ziemlich gut, weshalb ich hier eine bekannte Feministin zitieren möchte:

    "Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird.
    "Es ist Zeit, dass wir uns fragen, wer eigentlich diese Frauen sind, die ständig die Männer abwerten. Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun."
    (Die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing in einem Interview 2001)

    Die Gleichberechtigung von Frauen ist schon lange Realität und wie das Wort schon sagt, alle haben die gleichen *Rechte*. Was jeder Einzelne daraus macht, liegt im eigenen Ermessen und nennt sich Eigenverantwortung. Dieser permanente Opferstatus der Frauen ist einfach nicht mehr zu ertragen.

    Folgenden Abschnitt von Dir möchte ich auch noch zitieren:
    In allen Gesprächen die ICH bislang innerparteilich zu diesem Thema geführt hatte, kamen die Vorschläge für Frauen-AGs o.ä. von männlichen Piraten und wurden von weiblichen Piraten abgelehnt.

    Danke dafür, denn ich sehe und erlebe das bei den Piraten genauso.

    Zu Antje Schrupps Beitrag habe ich in meinem FemokratieBlog etwas geschrieben. Wer es lesen mag, findet meine kurze Erwiderung hier http://femokratieblog.wgvdl.com/wir-wollen-alles-aber-ohne-die-alten-hierarchien/09-2009/

    Herzlicher Gruß – Christine

    PS: Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten ;-)

    ChrisTine

    05 Sep 09 at 15:47

    Reply

  24. Ich versteh das so: Früher wurde Frauen von der Gesellschaft (also Männern) vorgeschrieben dass sie unterwürfige Hausmütterchen sein müssen, heute dass sie agressiv, karrieregeil (aber immernoch Kinder-kriegend), und auch sonst möglichs so wie Männer sein sollen. Und wenn das nicht klappt wird mit Frauenquoten etc. nachgeholfen.

    Was hat sich da gebessert? Frauen sind doch keine Männer mit Gebärmutter, es sind Individuen die selbst entscheiden können was sie wollen und dafür keine Förderprogramme und Feminismus-Kampfparolen brauchen.

    Tim

    07 Sep 09 at 17:52

    Reply

  25. Danke, für diesen guten Beitrag zu diesem Thema. Die Piraten (männlich wie weiblich) sollten sich da keine Themen von Außen aufdrücken lassen.

    Frank

    09 Sep 09 at 16:56

    Reply

  26. Themen von "Außen": Sorry, aber es gibt kein "Außen". Ich bekomme jedesmal Aggressionen, wenn ich einen Politiker von den "Menschen da draußen" reden höre. Die Piratenpartei sollte kein geschlossenes System sein, das Politik nur für Vereinsmitglieder und Wohlgesinnte macht. Wenn sie das beginnt zu tun dann passiert dasselbe mit ihr wie mit den anderen Parteien: Sie bedient ein geschlossenes Klientel, wie die CDU die Rentner, die FDP die Besserverdienenden und die SPD irgendwie niemanden mehr außer sich selbst. Ich unterstütze die Piraten nur so lange sie genau das nicht tun und eine Demokratie für jeden bietet. Es ist nur ein Teil der politischen Arbeit, seine Interessen durchzusetzen. Ein anderer Teil ist es aber, sich für die Interessen anderer zu interessieren und zwar erst einmal wohlwollend. Ebenso ist ein Aspekt der Macht, die man sich erkämpft, daß man sich mit den Bedürfnissen derer zu beschäftigen hat, die keine Macht haben: Das hat was mit dieser "Solidarität" zu tun von der andere Parteien irrtümlichewrweise glauben, sie nicht mehr nötig zu haben und mit solchen Nerd-Werten wie "mit großer Macht kommt große Verantwortung" (das Spiderman-Prinzip).

    Jens

    10 Sep 09 at 15:31

    Reply

  27. Ich glaube ja die Frauenquote ist eine Erfindung der Lobby's.

    Frauen werden bekanntlich schlechter bezahlt als Männer und sind daher billigere Arbeitskräfte.

    Rockefeller unterstütze nicht umsonst die Englische Frauenbewegung, damit konnte man die Löhne drücken da mehr Menschen am Arbeitsmarkt waren.

    Im Wahn der Gleichberechtigung wird viel zu unkritisch gefragt wer eigentlich davon Profitiert.

    Das Beste ist aber, dass die Piraten die Gleichberechtigung vollkommen ernst nehmen. Unglücklicher Weise würde tatsächliche Gleichberechtigung aber Feministen überflüssig machen, womit auch schon der Grender-Wahnsinn schlüssig auf seine Kernbotschaft reduziert ist, "Hast du Gleichberechtigung, brauchst du keine Feministen mehr und die sind dann Arbeitslos bzw. verlieren ihrern Lebensinhalt...."

    Seth

    13 Sep 09 at 12:51

    Reply

  28. Ich bin doch einigermaßen schockiert, auf welchem Niveau hier diskutiert wird. Nun ist es schön, daß Mela in der Piratenpartei sich Gehör verschaffen kann und auch wieder Spaß am Kochen hat.

    Aber wenn mich nicht alles täuscht, wird die Gesellschaft nicht in der VHS-Backstube gestaltet, sondern in den Vorständen von Firmen, Institutionen und Universitäten. Was sagt Mela denn bitte sehr zu jener naturwissenschaftlichen Doktorin, der von Professorenseite angedeutet wird, daß für sie als Frau eh nie eine Professur in Deutschland existieren würde, aber man könne eine Hilfsstelle für sie als Gnadenbrot einrichten? Welchen Rat gibt Mela jener Ärztin, deren Chefarzt ihr zu verstehen gibt, daß er Frauen in der Chirurgie niemals fördert, sie könne sich ruhig nach einer anderen Fachrichtung umsehen? Wie soll jene Rechtsanwältin in der Firma reagieren, wenn alle wichtigen Karriereentscheidungen beim wöchentlichen Fußballspiel der Vorstandsmitglieder getroffen werden? Die Liebe zum Nähen wiederzuentdecken ist sicherlich nicht die richtige Strategie. Und strukturelle Benachteiligung hebt man nicht mit Gleichbehandlung auf.

    Wohlgemerkt, alles Beispiele aus meinem unmittelbaren Umfeld. Peinlich, aber passend zum Tenor hier finde ich das Aufwärmen der alten Klischees, der Feminismus sei eine Art Selbstbeschäftigungstherapie mit Bezahlung, der Frauen in Häßlichkeit und Opferstatus zwecks Selbstbestätigung der Feministinnen (Huch! Das sind nicht nur Frauen!) zwängen wolle. Das ist aber nur die mediale Repräsentation des feministischen Nachdenkens über Geschlechterverhältnisse. Vielleicht mal das eine oder andere Werk selbst in die Hand nehmen und darüber nachdenken.

    P.S.: Ich entschuldige mich schon mal prophylaktisch bei Azundris und MadEarl für den verallgemeinernden Tenor meines Beitrages.

    tschill

    13 Sep 09 at 20:46

    Reply

  29. Vorweg was zum zum Nachdenken anregen:

    - http://blog.codebabes.de/2007/05/19/the-male-privilege-checklist/
    - http://blog.codebabes.de/2008/05/21/manner-nehmt-elternzeit/
    - http://blog.codebabes.de/2008/05/14/quod-erat-demonstrandum/

    ------

    Und nun mach ich mich mal extrem unbeliebt:

    Im Nerdumfeld, in dem ich mich gern und hauptsächlich bewege, begegne ich oft der auch hier dominierenden Einstellung: Gleichberechtigung sei doch schon erreicht und fuer jeden Frauenbeauftragten muesse es dann auch einen Maennerbeauftragten geben ...

    Die Frauen in diesem Umfeld haben dann haeufig die gleiche Einstellung wie Mela, was auch okay ist. Allein, ich kann sie nicht teilen, denn Mela und ich (und Elle, ...) gehoeren zu den Frauen, die "es geschafft haben". Ich schaetze mal, dass fuer jede von uns mindestens 3 theoretisch naturwissenschaftlich interessierte und begabte Maedchen dann doch irgendwas anderes gemacht haben, weil ihr Bruder ermutigt wurde das Radio auseinander zu schrauben, sie selbst aber nicht.

    Dazu braucht man sich nur mal zu ueberlegen, was man einem Maedchen, bzw. einem Jungen zum ersten Geburtstag schenken wuerde. Den meisten Nerds glaube ich sogar, dass sie keinen Unterschied machen (bzw. das Geschenk verpeilen ;), aber auf wieviele Leute trifft das in der Gesamtgesellschaft zu? So Gender-Rollen stecken tief und unbewusst in uns allen drin. Allerdings ist das natuerlich nicht ein Problem der Piratenpartei, sondern ein gesamtgesellschaftliches und es gibt durchaus Frauen die die Gleichstellung genauso bremsen wie manche Maenner.

    Langer Rede, kurzer Sinn: Gleichstellung (wohlgemerkt nicht "-berechtigung") ist in der Gesellschaft noch laengst nicht erreicht, aber IMHO ist die Piratenpartei weiter als der Durchschnitt. Und momentan sind mir meine Buergerrechte das allerwichtigste!

    PS: Von allen Piraten (maennlich wie weiblich) mit denen ich bisher zu tun hatte, war die Zusammenarbeit super, bis auf genau einen. Und da hatte es tatsaechlich Gender-Gruende (allerdings war er zu anbiedernd statt herablassend). Ich schliesse wegen einem natuerlich nicht auf alle, aber wenn ich den als ersten kennengelernt haette...? Naja, so Typen gibt es ueberall.

    Pallas

    15 Sep 09 at 17:42

    Reply

  30. Sorry, hab vergessen zu schreiben, dass ich Piratin bin.

    Pallas

    15 Sep 09 at 17:58

    Reply

  31. Warum sollte man Gleichstellung statt Gleichberechtigung wollen?

    Gleiche Rechte zu haben finde ich eine gute Sache. Aufgepropfte Gleichmacherei, eher nicht.

    Mela

    15 Sep 09 at 18:34

    Reply

  32. Naja, gleichberechtigt sind wir doch schon. Versteht mich nicht falsch, das ist natuerlich wichtig, aber nur die halbe Miete. In der Zwischenzeit kriegen kleine Maedchen weiter rosa Puppen und Jungen eher nicht.

    PS: Mir faellt jedenfalls nur die Wehrpflicht als Ausnahme zur Gleichberechtigung ein.

    Pallas

    16 Sep 09 at 10:32

    Reply

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