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February '12



Fiktiv? Kundengängelung 2.0

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Ort: Ein fiktiver Buchladen in Karlsruhe nahe der Uni.

Die Ladenglocke bimmelt und eine Kundin betritt den großen, gut sortierten Buchladen. Eine Verkäuferin kommt auf sie zu und die Kundin möchte ihren Wunsch artikulieren.

Kundin: "Verzeihen sie haben sie d..."

Verkäuferin (ins Wort fallend): "Ihre Postleitzahl bitte?"

Kundin: "Ähm, 76185 aber eigentlich wollte ich fragen o..."

Verkäuferin: "Entschuldigen sie, aber wir sind nicht für sie zuständig. Bitte suchen sie unsere Filiale in Mühlburg auf."

Kundin: "..."

Die Verkäuferin schiebt die Kundin zur Tür.

Kundin: "Aber die Filiale in Mühlburg hat ein viel kleineres Angebot. Da finde ich doch sicher nicht was ich suche. Ausserdem bin ich nun hier und selbst wenn Mühlburg näher an meinem Wohnort ist, möchte ich lieber hier kaufen."

Verkäuferin: "Tut mir leid aber sie müssen zur Filiale in Mühlburg gehen." Schließt die Tür hinter der Kundin.

Besagte fiktive Buchhandlung mit Filiale in Mühlburg würde natürlich nie auf die Idee kommen einen Kunden so zu behandeln. Im Internet sieht das aber alles ganz anders aus. Dort versucht man anhand von IP-basierenden Umleitungen den Kunden auf die Portale zu leiten die für die jeweilige Region zugeschnitten sind. Ganz egal ob die Kunden das wollen oder nicht.

Ganz besonders übel stößt mir das auf, wenn man beispielsweise ein fremdländisches Angebot oder Preise recherchieren muss, aber gnadenlos auf Inhalte umgelenkt wird die man gar nicht sehen will.

Was vielleicht gar als Kundenservice gedacht ist, ist in Wirklichkeit Kundengängelung.

Posted by Mela Eckenfels

07/16/2009 at 15:05:50

1716 hits
Last modified on 2009-07-16 17:18


1 Trackback to Fiktiv? Kundengängelung 2.0

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  1. RT @Feliceablog update: Fiktiv? Kundengängelung 2.0 by Mela Eckenfels http://7ax.de/973

    Politik2punkt0

    16 Jul 09 at 15:49

1 Comment to Fiktiv? Kundengängelung 2.0

  1. Leider ja. Ich fühle mich grundsätzlich bevormundet, wenn ich von Deutschland aus entweder gar nicht auf ungeschnittene Inhalte in Originalsprache zugreifen kann oder einfach mal vorausgesetzt wird, dass ich mich zuvorderst für schlechte Übersetzungen interessiere. Aber in einem Land, wo man als Englischkundiger oder Untertitelleser noch immer Teil einer Minderheit ist, verwundert das wohl nicht weiter.

    Alexander Erben

    16 Jul 09 at 17:17

    Reply

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